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Zerstörtes Berlin 1945
Zerstörtes Berlin 1945 © © Trinity Mirror / Mirrorpix / Alamy Stock Photo

Das Kriegsende in Berlin

Authentische historische Orte zeugen von der Vergangenheit

Berlin, 8. Mai 1945, Tag der Befreiung. Die Stadt liegt in Trümmern. Ein Drittel aller Wohnungen und Straßen sind zerstört. Der Krieg ist vorbei, doch er hat Spuren hinterlassen.

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  • Erfahren Sie mehr über Berlins historische Orte und Gedenkstätten. Hören Sie, wie Zeitzeugen das Ende des zweiten Weltkriegs erlebten. Lernen Sie mehr über diese Zeit, die bedingungslose Kapitulation am 8. Mai, sowie die Nachkriegsjahre.
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  • Auf dieser Fahrrad-Route zum 8. Mai 1945 kommen Sie an zahlreichen historischen Orten und Gedenkstätten vorbei, die von der Zeit des zweiten Weltkriegs zeugen. 
  • Aus Anlass des 75ten Jahrestages erinnern zahlreiche Gedenkorte in Berlin mit besonderen Veranstaltungen an den 8. Mai 1945, der 2020 in Berlin auch ein Feiertag ist.
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Das zerstörte Berlin

Keine andere Stadt ist so sehr von der Vergangenheit geprägt wie Berlin. Zwar sind die ehemaligen Brachflächen überplant, die Trümmer von damals verschwunden – doch ist die bewegte Geschichte noch heute überall im Stadtbild zu spüren.

Zerstörtes Berlin 1945 - Sichtachse vom Brandenburger Tor
Zerstörtes Berlin 1945 - Sichtachse vom Brandenburger Tor © © Photo 12 / Alamy Stock Photo

Wer mit offenen Augen durch Berlin geht, wird sich immer wieder fragen, was es mit den seltsamen Beschädigungen, Kratern und kleinen, runden Löchern in den Mauern und Fassaden auf sich hat. Tatsächlich sind dies Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg, die wie an der Alten Münze (Bild unten), auch von Granatsplittern zeugen.

Einschußlöcher Alte Münze
© visitBerlin, Foto: Jan Frontzek

An vielen Orten, wie etwa an der Fassade des Naturkundemuseums, wurden die Kriegsspuren absichtlich als mahnende Erinnerungen erhalten. Auch an der Siegessäule können Sie Einschusslöcher entdecken, an den Bögen unter der S-Bahnstation Friedrichstraße und Nähe Alexanderplatz, an den Säulen am Pergamonmuseum und am Bode-Museum, sowie der Uferbefestigung der Museumsinsel.

Die Turmruine, die zum Frieden mahnt

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
© GettyImages, Bild: philipp_eder

Unübersehbar sind die Kriegsspuren an den Statuen des Gropius-Baus, am Gebäude der Stiftung Neue Synagoge Berlin – und auch am Turm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, dem wohl markantesten Mahnmal Berlins. Der von Bomben zerstörte Kirchturm wurde nach öffentlicher Debatte als Ruine erhalten und durch einen Neubau des Architekten Egon Eiermann ergänzt.

Hier sehen Sie auch die Madonna von Stalingrad. Die Kohlezeichnung des Lazarett-Arztes Kurt Reuber gelangte während der Schlacht um Stalingrad mit einem letzten Transportflugzeug aus dem Kessel. 1983 übergaben die Angehörigen das Bild der Gedächtniskirche zum Gedenken an die Opfer. Ein weiteres in der Kirche ausgestelltes Kunst-Objekt, das zum Frieden mahnt, ist das Coventrykreuz.

Inschriften russischer Soldaten im Reichstag

Inschriften im Reichstagsgebäude
© © VPC Photo / Alamy Stock Photo

Im Reichstag finden Sie hinter einer schützenden Glasscheibe die Schriftzüge und Signaturen russischer Soldaten, die sich zwischen Mai 1945 und 1950 an den Wänden des von ihnen gestürmten Gebäudes verewigten.

Die Kapitulation wird unterzeichnet

Unterzeichnung der Kapitulationsbedingungen 1945
Unterzeichnung der Kapitulationsbedingungen 1945 © © Photo 12 / Alamy Stock Photo

Am 7. Mai hatte Generaloberst Alfred Jodl im Alliierten Hauptquartier in Reims die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnet. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 unterzeichnet Wilhelm Keitel (Bild oben), Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, die entsprechenden Dokumente mit der sowjetischen Seite in Berlin-Karlshorst. 

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Kapitulationssaal im Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Kapitulationssaal im Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst © Museum Berlin-Karlshorst, Foto Thomas Bruns

Den Kapitulationssaal im ehemaligen Offizierskasino der Wehrmachtspionierschule können Sie heute noch besuchen (Bild oben). Von 1945 bis 1949 war hier der Sitz der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland. 1967 wurde das Gebäude zum historischen Gedenkort. Zahlreiche originale Alltagsgegenstände, Militaria, Propagandaplakate und Feldbriefe geben Ihnen heute im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst einen Einblick in den Alltag der Soldaten und Zivilisten beider Seiten.

Gedenkstätten und Orte der Erinnerung

Es sind gemischte Erinnerungen, die wach werden. Erinnerungen, die schmerzen und nicht vergessen werden dürfen. Dokumentiert auch an zahlreichen authentischen Gedenkorten in Berlin, etwa der Topographie des Terrors (Bild unten), der ehemaligen Zentrale von Gestapo und der Reichsführung-SS. Das Haus der Wannsee-Konferenz, in dem sich die führenden Funktionäre des NS-Regierungsapparats sowie der SS über die "Endlösung" der sogenannten "Judenfrage" berieten, ist heute Museum und Bildungsstätte.

Topographie des Terrors
Topographie des Terrors Außenausstellung © Stiftung Topographie des Terrors, Foto: Stefan Müller

Die Gedenkstätte Sachsenhausen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers versteht sich heute als offener Lernort. Originalplätze der damaligen Zeit, Baracken, Zellen und die Verwaltungszentrale sowie mehrere Dauerausstellungen machen hier Geschichte erfahrbar.

Gedenkstaette und Museum Sachsenhausen
Eingang Gedenkstätte Sachsenhausen © Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Foto: Lars Wendt

Ein weiterer Ort an dem 1945 Weltgeschichte geschrieben wurde, ist Potsdam. Hier residierte Stalin während der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 in einer Villa am Griebnitzsee. Im Schloss Cecilienhof beraten die drei Hauptalliierten über die Neuordnung Europas – und das Schicksal von Deutschland und der zukünftig geteilten Stadt.

Potsdam, Neuer Garten, Schloss Cecilienhof, Vestibül (Konferenzraum), Raum 4.
Potsdam, Neuer Garten, Schloss Cecilienhof, Vestibül (Konferenzraum) © Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Erfahren Sie mehr über einzelne Kapitel der Deutschen Geschichte

 

Im Alliierten-Museum in Dahlem erfahren Sie mehr über den ehemaligen amerikanischen Sektor in der Nachkriegszeit. Neben originalen Dokumenten und Filmaufnahmen sehen Sie hier etwa auch den Eingang zu einem britisch-amerikanischen Spionagetunnel.

 Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park
Sowjetisches Ehrenmal Treptow © Tourismusverein Berlin Treptow-Köpenick e.V. (www.tkt-berlin.de)

Auf dem Ehrenfriedhof im Treptower Park fanden 7000 Soldaten der sowjetischen Seite ihre letzte Ruhe. Das Sowjetische Ehrenmal Treptow ist ein beeindruckendes Monument, umrahmt von Wiesen und hohen Bäumen. Ein friedlicher Ort, der dazu einlädt inne zu halten. Der Krieg ist zu Ende.

Weitere Orte wider das Vergessen im heutigen Berlin