Direkt zum Inhalt
Sowjetisches Ehrenmal Tiergarten
Sowjetisches Ehrenmal Tiergarten iStock.com, Foto: Anette-J

Sowjetisches Ehrenmal Tiergarten

Denkmal für mehr als 2.000 Rotarmisten

Ein Ort des Gedenkens mitten in Berlin: An der Straße des 17. Juni erinnert das Sowjetische Ehrenmal an die gefallenen Soldaten.

Das Brandenburger Tor steht auf Ihrer Sehenswürdigkeiten-Liste Berlins ganz oben. Der Reichstag sicher auch. Machen Sie dazwischen einen kleinen Umweg über die Straße des 17. Juni und kommen Sie einem wichtigen Teil Berliner Geschichte auf die Spur: am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten.

Geschätzte 80.000 sowjetische Soldaten lassen 1945 ihr Leben im Kampf um Berlin. Ihrer gedenken drei Ehrenmale in der Hauptstadt: die Anlage im Treptower Park, das Ehrenmal in der Schönholzer Heide und die Gedenkstätte im Tiergarten. Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten wird als erstes erbaut und am 11. November 1945 eingeweiht. Die Bildhauer Lew Kerbel und Wladimir Zigal sowie der Architekt Nikolai Sergijewski haben das Areal entworfen.

Gestaltung des Sowjetischen Ehrenmals im Tiergarten

Sie betreten das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten über den Haupteingang an der Straße des 17. Juni. Das Denkmal ist symmetrisch aufgebaut. Links und rechts wird es von zwei sowjetischen T 34 Panzern gerahmt, die Berlin einst als erste erreichten. Schräg dahinter erinnern zwei Geschütze an die Schlacht um Berlin. Ihre Salven erklangen mit dem Sieg über die Nationalsozialisten. Im Zentrum des Ehrenmals stehen die Kolonnaden, die die Namen der gefallenen Soldaten tragen. Die große Inschrift lautet: „Ewiger Ruhm den Helden, die für die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion im Kampf gegen die faschistischen deutschen Eindringlinge gefallen sind. 1941–1945“.

Der höchste Pfeiler in der Mitte der Kolonnaden trägt eine acht Meter große Statue eines Rotarmisten. Das Gewehr hängt an seiner Schulter herab – zum Zeichen des Kriegsendes. Ihre linke Hand hält die Statue ruhend über den Gräbern der mehr als 2.000 Soldaten. Der Friedhof befindet sich hinter den Kolonnaden auf einer grünen Rasenfläche.

Die 60.400 Quadratmeter große Anlage ist nicht die einzige Gedenkstätte rund um den Berliner Tiergarten. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas befinden sich in unmittelbarer Umgebung und bilden ein Ensemble, das bewegend an die dunkle Seite der Berliner Geschichte erinnert.