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Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen
Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin © Stiftung Denkmal, Foto: Marko Priske

Denkmal für die zur NS-Zeit verfolgten Homosexuellen

Ein beständiges Statement für Minderheiten

Ein Denkmal im Tiergarten erinnert an die Unterdrückung der Homosexuellen durch das nationalsozialistische Regime. Der Betonquader ist kein klassisches Mahnmal, sondern greift im Inneren das Thema mithilfe eines Films kreativ auf.

Von der Diskussion zum Denkmal

Mit der Errichtung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas (Holocaust-Mahnmal) verstärkt sich die Diskussion auch allen anderen Opfern des Nationalsozialismus an zentraler Stelle zu gedenken. 2003 fällt in Folge der Beschluss des Bundestages zum Bau des Mahnmals für die verfolgten Homosexuellen. Die Initiatoren des Projektes einigen sich auf den Entwurf des skandinavischen Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Ihre Arbeit nimmt überzeugend die Stelen des Holocaust-Denkmals wieder auf und schafft durch den Einbezug des Mittels Film einen Aktualitätsbezug und eine besondere Visualisierung des Themas. Am 27. Mai 2008 wird das Denkmal feierlich eingeweiht.

Visuelle Unterstützung

Das Besondere an dem 3,60 Meter hohen und 1,90 Meter breiten Betonquader ist ein kleines quadratisches Fenster, das in der Außenfassade eingelassen ist. Hier kann der Besucher eine gleichgeschlechtliche Liebesszene als filmische Endlosschleife betrachten. Die Konzeption des Mahnmals sieht vor den Film in Abständen auszutauschen. Eine Gedenktafel informiert am Denkmal in deutscher und englischer Sprache.

Erinnerung an dunkle Zeiten

Viele Minderheiten werden zur Zeit des Nationalsozialismus bekämpft. Ihnen wird der Alltag schwer gemacht, sie werden unterdrückt, verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Gleichgeschlechtliche Männern müssen auf der Hut sein. 1935 wird das Strafgesetzbuch verschärft. Der Paragraph 175 ordnet bereits bei einem öffentlichen Kuss einen Aufenthalt im Gefängnis oder Zuchthaus an. Auch die Kastration wird von den Peinigern durchgesetzt. Insgesamt kommt es zu 50.000 Verurteilungen. Lesben werden im nationalsozialistischen Regime als Asoziale verfolgt. Im Konzentrationslagern droht der Rosa Winkel und Lesben der Schwarze Winkel.

Das Mahnmal für die zur NS-Zeit verfolgten Homosexuellen ist ein Zeichen gegen Intoleranz, Diskriminierung und Verfolgung gleichgeschlechtlicher Liebe überall in der Welt.

Öffnungszeiten

24/7

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