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Gedächtniskirche
Gedächtniskirche am Breitscheidplatz © Getty Images, Foto: Jon Arnold

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung

Die Gedächtniskirche am Kurfürstendamm: Sie ist Kirche, Markante Sehenswürdigkeit und zugleich Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung

Der Verkehr tost, Menschen eilen vorbei, Gaukler zeigen auf dem Breitscheidplatz ihre Künste, der Kurfürstendamm ist voller Leben ... und dann öffnet sich eine Tür, blaues Licht leuchtet statt und tief. Es herrscht Stille - und plötzlich ist der Trubel der Welt ganz weit entfernt. Sobald Sie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche betreten, ist Berlin ganz weit weg.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Breitscheidplatz ist die bekannteste Sehenswürdigkeit der City West und eine der wichtigsten Kirchen der Stadt - und zugleich noch so viel mehr. Das Ensemble der Gedächtniskirche besteht aus der Ruine der im Krieg zerstörten Kirche und einem modernen Kirchenbau. Sie ist Mahnmal für Frieden und Versöhnung. Sie erinnert an den Aufbauwillen der Berliner in der Nachkriegszeit und ist ein Ort des Innehaltens.

Die Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Zu Ehren von Wilhelm I., dem ersten deutschen Kaiser, plant Wilhelm II. eine prachtvolle Kirche. Franz Schwechten erbaut also zwischen 1891 und 1895 einen Kirchenbau im neoromanischen Stil. Mit fünf Türmen war der Kirchbau angemessen monumental für den Geschmack der Zeit und des Kaisers ausgefallen. Das Glockengeläut ist nach Köln das zweitgrößte in Deutschland. Und die fünf Glocken sind bei der feierlichen Eröffnung so laut, dass die Wölfe im Zoologischen Garten mitheulen. Im Zweiten Weltkrieg verstummt das Geläut, vier der fünf Glocken werden zu Kriegszwecken eingeschmolzen.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
© Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Wolfgang Bittner

Die evangelische Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche oder im Berliner Volksmund „Hohler Zahn“ genannt, steht im Berliner Ortsteil Charlottenburg auf dem Breitscheidplatz zwischen dem Kurfürstendamm, der Tauentzienstraße und der Budapester Straße. Weltbekannt als Wahrzeichen des Berliner Westens ist die Turm­ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten neuromanischen Kirche, die heute ein Museum und Mahnmal für den Frieden ist. Ein großer Teil der Ruine wurde noch in den 1950er Jahren abgerissen und 1959 bis 1961 durch von Egon Eiermann entworfene Bauten samt einem neuen Kirchbau ergänzt.

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Der Neubau

Bombenangriffe zerstören die Kirche 1943 schwer, die Spitze des Hauptturmes bricht ab und der Dachstuhl bricht ein. Nach Kriegsende tun sich die Alliierten schwer mit dem Aufbau, steht die Kirche doch für einen übersteigerten Nationalstolz.
Den Berlinern führt die Ruine die Schrecken des Krieges jeden Tag vor Augen.

Als die Kirche 1956 für eine Neubau komplett abgerissen werden soll, regt sich in der Bevölkerung lebhafter Protest. Als Kompromiss integriert der Architekt Egon Eiermann die Ruine in seinen neuen Kirchenbau. Der moderne Bau entsteht von 1959 bis 1961. Die Konstruktion besteht aus wabenförmigen Betonelementen, in die Glasbausteine eingelassen worden sind. Im Innern des achteckigen Kirchenschiffes erzeugen die farbigen Glasbausteine ein intensives blaues Licht und meditative Ruhe. Die Gedenkhalle im alten Turm ist jetzt ein Ort der Mahnung gegen den Krieg und Zerstörung und ein Zeichen der Versöhnung. Hier steht auch das Nagelkreuz von Coventry. Die Nägel stammen aus den verkohlten Dachbalken der Kathedrale von Coventry, die ein Bombenangriff 1940 fast völlig zerstört hat. Die Nagelkreuze aus Coventry, die auch in Dresden, in Hiroshima und Wolgograd stehen, sind ein Zeichen der Versöhnung.

Restaurierung der Kirche

Seit Jahren laufen aufwändige Restaurierungen der Kirche. Von 2099 bis 2015 war der alte Glockenturm unter dicken Planen verschwunden. Danach folgen der neue Turm und die Kapelle.

Sightseeing mit dem Bus 100
Gedächtniskirche, Sightseeing mit der Busline 100 © visitBerlin, Foto: Günter Steffen

Sightseeing mit dem Bus 100

Gottesdienste und Konzerte

  • Sonntag 10 Uhr: evangelischer Gottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls
  • Sonntag 18 Uhr: Abendgottesdienst mit unterschiedlichen Schwerpunkten
  • jeder 2. Sonntag im Monat: "Psalmton - JazzPopGottesdienst
  • jeder 4. Sonntag im Monat: "500 Jahre Reformation"
  • der letzte Sonntag im Monat: Abendmahlfeier
  • Montag bis Freitag (13 Uhr / 17:30 Uhr / 18 Uhr): Friedensgebete und Kurzgottesdienste
  • täglich 13 Uhr: Mittagsgebete für den Frieden
  • Freitag 13 Uhr: "Versöhnungsgebet" aus Coventry am Nagelkreuz in der Gedenkhalle
  • Samstag 18 Uhr: Orgelvespern und Chorvespern oder Kantate-Gottesdienste
    (fortlaufende Aufführung des Kantatenwerks von Johann Sebastian Bach, eingebettet in einen Gottesdienst)

Im Sommer spielen bekannte Jazzmusiker in der reihe IN SPIRIT - das sommernächtliche Jazzerlebnis.

Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche

Zur Weihnachtszeit findet auf dem Breitscheidplatz einer der größten Berliner Weihnachtsmärkte statt.

Öffnungszeiten

Montag 9:00 – 19:00
Dienstag 9:00 – 19:00
Mittwoch 9:00 – 19:00
Donnerstag 9:00 – 19:00
Freitag 9:00 – 19:00
Samstag 9:00 – 19:00
Sonntag 9:00 – 19:00

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