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Haus der Wannsee-Konferenz
Haus der Wannseekonferenz © wikimedia commons, Foto: A.Savin CC-BY-SA 3.0/FAL

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Haus der Wannsee-Konferenz

Wie der Holocaust geplant wurde

Das Haus der Wannsee-Konferenz informiert in einer Dauerausstellung, wie die Nationalsozialisten die Vernichtung der europäischen Juden planten.

Die Villa Am Großen Wannsee 56-58 ist historischer Schauplatz einer Konferenz, die eines der größten Verbrechen der Menschheit organisieren soll.1942 treffen sich hier führende Funktionäre des NS-Regierungsapparates sowie der SS, um über die Kooperation hinsichtlich der sogenannten Endlösung der Judenfrage zu beraten. Die Ausstellung im Haus der Wannsee-Konferenz bietet einen Einblick über dieses verbrecherische Planungstreffen – und über die mörderische Durchführungspraxis. Original-Dokumente und audiovisuelle Installationen berichten über den Völkermord der Nationalsozialisten an den europäischen Juden.

Die Räume bleiben unschuldig - Die Täter und ihre Auftraggeber nicht

1914 erbaut der Fabrikant Ernst Marlier in bester Wannseelage die Villa. Nur wenige Jahre später geht sie in den Besitz des antirepublikanischen, rechtskonservativen Industriellen Friedrich Minoux über. Dieser verkauft sie 1941 an eine SS-Stiftung, die das Gebäude als Gästehaus nutzt. Bereits ein Jahr später organisieren die Nationalsozialisten hier die Wannsee-Konferenz. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das Gebäude zunächst ein Schulungsheim des August-Bebel-Instituts der Berliner SPD. Von 1952 bis 1988 dient es als Schullandheim. 1982 erklärt Berlins Regierender Bürgermeister Richard von Weisäcker das Haus zur Gedenkstätte. Seit 1992, dem 50. Jahrestag der Wannsee-Konferenz, gilt es als offizielles Museum und Bildungsstätte.

Der erste Eindruck ist trügerisch. Wenn Sie sich dem Haus der Wannsee-Konferenz nähern, glauben Sie sich in eine ländliche Idylle versetzt. Eine prachtvolle Villa in italienischem Landhausstil erwartet Sie. Im Inneren wandern Sie durch elegante, lichtdurchflutete Räume. Diese lassen nichts von den verhängnisvollen Vorgängen erahnen, die hier vorbereitet wurden. Sie besichtigen zunächst vier Räume, in denen Sie Wissenswertes über die an der Wannsee-Konferenz beteiligten Personen und ihre Funktionen lernen. Zudem erfahren Sie, wie sich Judenhass und Rassismus in den 1920er-Jahren entwickeln. In einem weiteren Saal folgen dann Exponate zur Propaganda des Dritten Reiches. Drei weitere Räume widmen sich der Kollaboration mit den Nazi-Machthabern: Unter anderem stoßen Sie hier auch auf Archivmaterialien aus Osteuropa, die erst seit den 90er Jahren der Wissenschaft zugänglich sind.

Das erwartet Sie in der Ausstellung

  • Originaldokumente der Wannsee-Konferenz und Informationen zu den Tätern
  • audiovisuelle Installationen zur Geschichte der Judenverfolgung
  • Fotografien und Lesemappen über die jüdischen Gettos, deren Funktion und die Lebensrealität der Bewohner
  • detaillierte Information über die Deportation und Ermordung der Juden
  • Joseph-Wulf-Mediothek zur Erforschung des Nationalsozialismus

Sehenswürdigkeiten am Wannsee

Nur knapp 400 Meter vom Haus der Wannsee-Konferenz entfernt, befindet sich die Liebermann-Villa. Hier erschafft der Maler Max Liebermann seit Anfang des 20. Jahrhunderts über 200 Gemälde. Im Obergeschoss können Sie viele dieser Werke im Original-Atelier besichtigen. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung das Schicksal Liebermanns und seiner Familie: So nimmt sich seine Frau Martha 1943 das Leben, um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen.

Wenn Sie am Ufer des Wannsees entlang des Düppeler Forsts spazieren, kommen Sie nach einer Stunde zu einem Fähranleger. Von dort aus setzen Sie zur Pfaueninsel in der Havel über. Anfang der 1820er-Jahre erschafft hier der Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné einen Park nach englischem Vorbild. Auftraggeber ist das preußische Königshaus. Benannt nach den hier frei lebenden Pfauen gilt die Grünanlage als hervorragendes Werk deutscher Romantik. Teil der Anlage ist auch ein romantisches Schlösschen, das Friedrich Wilhelm II. Ende des 18. Jahrhunderts erbauen lässt. Das Schloss Pfaueninsel können Sie von April bis Oktober besuchen.

Unsere Tipps für Ihren Besuch

Für Ihre Anfahrt nutzen Sie die S-Bahn-Linien S1 oder S7 sowie den Regionalexpress Richtung Wannsee. Vom Bahnhof Wannsee aus fährt Sie der Bus 114 bis zur Haltestelle Haus der Wannsee-Konferenz. Die Dauerausstellung ist kostenfrei. Seminare, Studientage und gebuchte Führungen sind für Erwachsene kostenpflichtig; für Jugendliche, Schüler, Auszubildende und Studierende fallen keine Kosten an. Öffentliche Führungen finden kostenlos am Samstag und am Sonntag statt.

Öffnungszeiten

Montag 10:00 – 18:00
Dienstag 10:00 – 18:00
Mittwoch 10:00 – 18:00
Donnerstag 10:00 – 18:00
Freitag 10:00 – 18:00
Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 10:00 – 18:00