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Bauhaus-Archiv - Museum für Gestaltung
Bauhaus-Archiv © visitBerlin, Foto: Philip Koschel

Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

Gedächtnis einer Revolution in Architektur, Design und Kunst

DAS MUSEUM IST ZURZEIT GESCHLOSSEN.
Bis zur Neueröffnung präsentiert es sich im temporary Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung Charlottenburg, Knesebeckstraße 1-2.

Bauhaus – ein Mythos. Ein Wort, das nicht nur das Herz von Architektur-Fans höherschlagen lässt. Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer, Paul Klee, Johannes Itten, Marianne Brandt und Gunta Stölzl sind nur einige Namen, die für eine der einflussreichsten Kunstbewegungen auf dem Feld der Architektur, der Kunst und des Designs des 20. Jahrhunderts stehen.

Alltagstauglich und schnörkellos

1919 gründet der Architekt Walter Gropius das Bauhaus in Weimar als Kunstschule. Prinzipien und Methoden von Henry van de Veldes Kunstgewerblichen Institut übernimmt er. Angelehnt an die Bauhütten des Mittelalters erproben Meister und Schüler die Zusammenführung von Kunst und Handwerk. In der Bildungsstätte geht es um ein neues Bauen, das mit dem Historismus der Kaiserzeit bricht. Wie schon in der Werkbund-Bewegung liefern die Bauhäusler Arbeiten und Entwürfe für die industrielle Massenfertigung: Ziel sind funktionale Alltagsprodukte mit klarem Design, für jedermann bezahlbar.

Politisch und finanziell von rechten Parteien und der Thüringer Regierung unter Druck gesetzt zieht die Schule 1925 nach Dessau. 1932 wiederholt sich dort eine ähnliche Situation: Die Nationalsozialisten gewinnen in Dessau 1931 die Gemeindewahl und erzwingen die Schließung des Bauhauses. Dann folgt der Umzug nach Berlin-Lankwitz. Dort führen politische Repressalien endgültig zur Schließung der privaten Einrichtung. Teile der Schüler- und Lehrerschaft müssen ins Ausland emigrieren.

Ulm 1955. Eröffnung der Hochschule für Gestaltung. Hier lernt der Kunsthistoriker Hans Maria Wingler den Bauhausgründer Walter Gropius kennen. Wingler beginnt, sich intensiv mit der Geschichte des Bauhauses auseinanderzusetzen, trägt Unterlagen und Objekte zusammen. Er stößt auf Nachlässe, sammelt Spenden und bewahrt Entwürfe ehemaliger Bauhaus-Studenten auf. Der Bestand wächst.

Darmstädter Hang wird Berliner Ebene

1960 gründet Hans Maria Wingler das Bauhaus-Archiv. Zuerst präsentiert er seine Sammlung im Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Aber schon bald reicht der Platz nicht mehr aus. Ein eigenes Gebäude muss her. Walter Gropius zeichnet 1964 einen Entwurf für diesen Neubau, der auf der Darmstädter Rosenhöhe entstehen soll. Doch aus diesen Plänen wird nichts. Die anvisierten sechs Millionen DM Baukosten sind der Darmstädter Stadtverwaltung zu viel.

Jahre später findet sich eine andere Lösung: Die Stadt Berlin verspricht dem Bauhaus-Archiv ein neues Zuhause und die komplette Finanzierung des Neubaus. Ein verlockendes Angebot. 1971 zieht das Bauhaus-Archiv an die Spree und kommt zunächst in der Charlottenburger Schlossstraße 1a unter, heute Sitz des Bröhan-Museums für Jugendstil, Art déco und Funktionalismus.
Bis zum ersten Spatenstich für den Neubau vergehen noch einmal fünf Jahre. Mittlerweile ist Walter Gropius verstorben, sein langjähriger Mitarbeiter Alexander Cvijanovic übernimmt die weitere Planung und Bauausführung.
Der Architekt ist mit einigen Problemen konfrontiert: Gropius‘ Darmstädter Entwurf orientiert sich an einer Hanglage. In Berlin wird Cvijanovic jedoch ein flaches Grundstück in der Klingelhöferstraße in Tiergarten (Berlin Mitte) zugewiesen. Zudem sieht der Entwurf von Gropius eine repräsentative Nordfassade vor. Der Berliner Bau muss aber zum Landwehrkanal hin ausgerichtet werden, der südlich des Grundstücks verläuft.
Cvijanovic findet die passenden Lösungen. Unter anderem dreht er den Bau gegenüber dem Originalentwurf um 180 Grad nach Süden. Weitere Änderungen kommen hinzu: Auffällig ist die von ihm entworfene Fußgängerrampe, die die Besucher zum Eingang des Bauhaus-Archivs leitet.

Original Gropius sind dagegen die markanten Scheddächer, deren Lichtöffnungen einen Lichteinfall ohne Sonnenblendung und Schlagschatten ermöglichen. Schlicht und funktional, ein wenig futuristisch. Kein Wunder, dass das Archiv als Drehort für den amerikanischen Science-Fiction-Film „Æon Flux“ dient.

1979 eröffnet das Bauhaus-Archiv: Kern der Sammlung, die seitdem ständig gewachsen ist, bilden die Nachlässe, die Hans Maria Wingler zusammengetragen hat. Entwurfszeichnungen, Manuskripte, Briefe. Ziel des Bauhaus-Archivs ist, die Geschichte, Praxis und Wirkung dieser avantgardistischen Kunstbewegung international zu verdeutlichen.

Ein Neubau muss her

Seit Sommer 2018 ist das Museum geschlossen. Der Altbau wird einer Grundsanierung und technischen Modernisierung unterzogen. Da die Sammlung über die Jahrzehnte hinweg immer weitergewachsen ist, wurde ein Erweiterungsbau unumgänglich.

2015 gewinnt der Architekt Volker Staab mit seinem Entwurf für einen gläsernen Museumsturm den Wettbewerb. Der Erweiterungsbau soll bis zum Jahr 2022 entstehen. Für den Übergang hat in der Knesebeckstraße 1–2 in Charlottenburg „the temporary Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung“ geöffnet. Es bietet kleinere Ausstellungen und ein Programm, das Sie unter www.bauhaus.de finden.

Im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus“ 2019 richtet das Bauhaus-Archiv in Zusammenarbeit mit der Berlinischen Galerie die Ausstellung Original Bauhaus aus (06.09.2019 –27.01.2020)

Weitere Museen in der Umgebung

In der Nähe des Bauhaus-Archives für Gestaltung entdecken Sie weitere zeitgenössische Kunst im Haus am Lützowplatz. In der Gründerzeitvilla finden wechselnde Ausstellungen statt. Hier sehen Sie vor allem moderne Malerei, aber auch Architektur- und Fotografieprojekte. Von herausragender Bedeutung ist die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Im sogenannten Bendlerblock erfahren Sie mehr über den Widerstand im Nationalsozialismus und Widerständler wie Georg Elser, Claus Schenk Graf von Stauffenberg und die Mitglieder der Weißen Rose. Gleich um die Ecke befindet sich das Schwule Museum. In den Räumen in der Lützowstraße lernen Sie Wissenswertes über die Geschichte der queeren Gemeinschaft in Berlin. Noch mehr modernes Design, Kunstgewerbe und Mode vom Mittelalter bis heute sehen Sie im Kunstgewerbemuseum im Kulturforum. Auf dem Gelände des Kulturforums finden Sie mehrere hochkarätige Kulturstätten wie die Gemäldegalerie, die Staatsbibliothek und die Neue Nationalsgalerie vereint. Lassen Sie sich in der Philharmonie von der klassischen Musik verzaubern. Sogar echte Stradivaris aus dem 17. Jahrhundert können Sie im Musikinstrumenten-Museum am Kulturforum bestaunen. Zurück Richtung Westen finden Sie das Kunstforum der Berliner Volksbank Stiftung. Die Räume am Zoo präsentieren 1450 Werke Berliner wie ostdeutscher Künstler aus der Zeit nach 1950.

Grand Tour der Moderne

Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum im Jahr 2019 entwickelte der Bauhausverbund eine Grand Tour der Moderne, die Architekturfans durch ganz Deutschland führt. Der Baushaus Archiv ist Bestandteil dieser Themenroute.

Die weiteren Berliner Standorte als Grand Tour der Berliner Moderne:

Grand Tour der Berliner Moderne

 

Unser Tipp abseits ausgetretener Pfade

Drei Bauhaus-Direktoren in oder bei Berlin

Praktische Infos von visitBerlin

Diese Kunst- und Architekturbewegung hat sich ins kulturelle Gedächtnis der Stadt eingeschrieben: Architekturführer und eine Vielzahl von Touren erschließen Ihnen Berlin und die Themenvielfalt der Berliner Moderne. Zahlreiche Museen zeigen mit Dauer- und Sonderausstellungen das faszinierende Erbe dieser Avantgarde.

Um die Stadt zu erkunden, empfehlen wir für den öffentlichen Nahverkehr die Berlin Welcome Card. Sie lässt sich mit dem Museumspass der Staatlichen Museen zu Berlin ergänzen. Mit einem Eintritt können Sie 30 Museen kostenfrei besuchen. Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren haben in vielen Museen freien Eintritt.

Veranstaltungsübersicht Bauhaus100

 

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