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Wohnstadt Carl-Legien
Wohnstadt Carl-Legien © Landesdenkmalamt, Foto: Wolfgang Bittner

Siedlungen der Moderne

Wohnen im Welterbe

Im Jahr 2008 wurden sechs repräsentative Wohnhaussiedlungen der Berliner Moderne auf die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Siedlungen, welche zwischen 1919 und 1934 erbaut wurden, sind herausragende Beispiele der Wohnungsarchitektur der 20er Jahre.

In Abgrenzung zu den Berliner Wohnungsbauten des Kaiserreichs mit den dunklen Hinterhöfen und beengten Wohnungen ohne Tageslicht und mit mangelnde Hygiene entstanden helle, lichtdurchflutete Wohnungen. Die Bauten sind wichtige Zeugnisse des sozialen Wohnungsbau der Zeit und des gesamten 20. Jahrhunderts.

Licht und Luft

Der Aufstieg Berlins zur Weltstadt im 19. Jahrhundert ging einher mit massiven Wohnungsproblemen. Die Fabrikarbeiter lebten in engen dunklen Wohnungen in Mietkasernen mit mehreren Hinterhöfen. Gesetzesänderungen Ende des 19. Jahrhunderts und die Gründung von Baugenossenschaften ermöglichten den sozialreformerische Wohnungsbau, die Verwirklichung neuer sozialer Wohnkultur und Lebensentwürfe mit englische Gartenstädten als Vorbilder. Licht und Luft waren die erklärten Ziele. In der schlichten Ästhetik des Bauhauses waren die Anlagen ohne Verzierungen und Schnörkel, wenn auch mit farbenfrohen Mustern, errichtet. Der demokratische Wohnungsbau endete 1933, denn dem Wohnungsbau der Nationalsozialisten lag ein völlig anderes, anti-modernes Konzept zugrunde. Glücklicherweise wurden die bestehenden Bauten kaum verändert und blieben auch von den Bomben des 2. Weltkrieges zumeist verschont. Heute noch sind die Wohnungen und Häuser der Siedlungen der Moderne begehrte Objekte auf dem Immobilienmarkt.

Die Siedlungen der Moderne

Zu den sechs Bauten der Moderne, welche auf die Liste der UNESCO aufgenommen worden sind, zählen:

  • Gartenstadt Falkenberg (Treptow), 1913-15 erbaut von Bruno Taut, Freiflächen von Ludwig Lesser
  • Schillerpark-Siedlung (Wedding), 1924-30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hoffmann, Teilwiederaufbau 1951 von Max Taut, Erweiterung 1954-59 von Hans Hoffmann
  • Großsiedlung Britz Hufeisensiedlung (Neukölln), 1925-31 erbaut von Bruno Taut und Martin Wagner, Freiflächen von Leberecht Migge
  • Wohnstadt Carl Legien (Prenzlauer Berg), 1928-30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hillinger
  • Weiße Stadt (Reinickendorf), 1929-31 erbaut von Bruno Ahrends, Wilhelm Büning und Otto Rudolf Salvisberg, Siedlungsgrün von Ludwig Lesser
  • Großsiedlung Siemensstadt (Charlottenburg und Spandau), 1929-31 erbaut von Otto Bartning, Fred Forbat, Walter Gropius, Hugo Häring, Paul Rudolf Henning, Hans Scharoun, Freiflächen von Leberecht Migge

Im Juni 2011 eröffnete das erste UNESCO-Welterbe-Informationsbüro - die Infostation Siedlungen der Moderne in der Großssiedlung Siemensstadt. Eine weitere Infostation eröffnete in der Hufeisensiedlung

Gropius to Go - der digitale Gropius-Stadtführer für die Westentasche

Mit Gropius to Go gibt es erstmals einen digitalen Gropius-Stadtführer für die Westentasche. Bilder, Adressen, fachkundige Kurzbeschreibungen sowie aufbereitete Touren durch die Siedlungen erschließen Interessierten den Zugang zu Bauten und Objekten von Walter Gropius in Berlin per App. Allein in Berlin gibt es mehr als ein Dutzend Bau- und Kunstwerke von Walter Gropius (1883–1969). Sie entstanden in den Jahren der Weimarer Republik und nach dem Zweiten Weltkrieg. Nirgendwo hinterließ der weltbekannte Architekt ein breiteres Spektrum seines Oeuvres als in seiner Heimatstadt Berlin – seine Entwürfe waren geprägt von Expressionismus, Neuer Sachlichkeit, Klassischer Moderne und Nachkriegsfunktionalismus. Einige seiner Bauten stehen sogar auf der UNESCO-Welterbeliste. (Ein Serviceangebot des Landesdenkmalamtes Berlin) Download iOS Download Android

Öffnungszeiten (Zusatzinfos)
Öffnungszeiten  
Sonntags: 10:00 bis 18:00 Uhr
   
   
   

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