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Schwules Museum
Schwules Museum* © visitBerlin, Foto: Dirk Mathesius

Schwules Museum*

Für Toleranz und Vielfalt

In Berlins Schwulem Museum machen Sie eine Reise durch die wechselvolle Geschichte der Schwulen-, Lesben- und Transgenderszene.

Das Schwule Museum ist mit seinen Ausstellungen, seiner Bibliothek und seinen Archivbeständen ein Diamant in der Berliner Museumslandschaft. Es ist eine der weltweit größten Institutionen für die Erforschung, Bewahrung und Vermittlung der Geschichte und Kultur queerer Communities.

Seit seiner Gründung 1985 zeigt es Schätze seiner Sammlung in wechselnden Ausstellungen. Mit dem Umzug in den Schöneberger Regenbogenkiez erweitert das Schwule Museum sein Repertoire. Heute werden hier neben schwulen auch lesbische, trans*identische, bisexuelle und queere Lebensgeschichten präsentiert. Es ist ein einzigartiger Ort, der die Vielfalt der Kunst, Kultur und Geschichte der LSBTIQ+ Communities widerspiegelt.

Im Schwulen Museum streifen Sie auf drei Etagen durch die Geschichte der LGBTI*-Community. Denken Sie etwa an Charlotte von Mahlsdorf, Transvestit und Schwulen-Ikone der DDR. Das Museum zeigt in seinen Schauräumen ausgewählte Fotos, Videos, Postkarten, Briefe und Kleidung. Dazu gibt es eine Bibliothek und ein Archiv. Hier können Sie in Lifestyle-Magazinen der 90er blättern oder durch Hochschulschriften stöbern. Bleiben Sie bis abends und hören Sie einem Vortrag zu – das Spektrum reicht von Coming-Out über Starkult bis hin zu traurigen Kapiteln von Verfolgung und Intoleranz.

Ein Meilenstein schwuler Geschichte

Berlin braucht einen Ort für schwule Geschichte! In den 80er Jahren wollen die Studenten Andreas Sternweiler, Wolfgang Theis und Manfred Baumgardt genau das möglich machen. 1984 zeigen sie ihre erste Ausstellung „Eldorado – Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1850-1950“. Das Berlin Museum dient ihnen als Unterkunft. Ein Projekt, das wie erwartet nicht überall auf Zustimmung trifft. Aber die Drei machen weiter – für mehr Akzeptanz und Toleranz. Ein Jahr später rufen sie den „Verein der Freunde eines Schwulen Museums in Berlin e.V.“ ins Leben. Die Location wechselt: In der AHA (Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft) entsteht nun ein Museum mit Bibliothek und Archiv zum Thema. Die erste Schau findet zum 750. Gründerjubiläum der Stadt statt: „750 warme Berliner“ ist ein Publikumsmagnet. Bibliothek und Archiv wachsen, das Museum wechselt deswegen noch zweimal seinen Standort. Heute haben Forscher in der Lützowstraße Zugriff auf ein großes Repertoire aus der Schwulenszene. Streifen Sie einmal selbst durch das Archiv im Untergeschoss. Dort können Sie sich inzwischen über 50.000 Objekte anschauen und anhören – von alten Postkarten bis hin zu Schallplatten und VHS-Kassetten. Seit 2008 zeigt das Schwule Museum auch die Geschichte von Transgender, Lesben und allen sexuellen Identitäten, die man heute als Queer- bzw. LGBTI* kennt. Das Sternchen im Namen (Schwules Museum*) ist ein Symbol dafür. Eine kleine Pause können Sie sich im Café im Erdgeschoss gönnen. Hier ist auch die Ausstellung des Museums untergebracht. Aus Fotos und Briefen erfahren Sie dort z.B. mehr über schwule Vorkämpfer und ihr Ringen um Straffreiheit und Respekt. Lesen, recherchieren und stöbern können Sie dann im Obergeschoss: Die Bibliothek hat mittlerweile über 16.000 Bände.

5 Besonderheiten im Schwulen Museum

  • Wanderausstellung “lesbisch, jüdisch, schwul” zum Ausleihen
  • große japanische Comicsammlung (ca. 1.500 Stück)
  • Möglichkeit zur Buchpatenschaft
  • Teilnachlässe von Rudolf Klimmer und Charlotte von Mahlsdorf
  • 600 Super-8-Filme aus den 70ern

Sehenswertes in der Nähe

Rund um die Lützowstraße befinden Sie sich in einem dichten Netz aus Kunst und Kultur. In fünf Minuten sind Sie vom Schwulen Museum beim Haus am Lützowplatz. Zeitgenössische Malereien und Objekte sind hier ausgestellt. Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist das Thema der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Hier können Sie sich über bedeutende Persönlichkeiten wie Stauffenberg und die Geschwister Scholl informieren. Über den Landwehrkanal kommen Sie hinüber zum Bauhaus-Archiv. Walter Gropius ist für seine markante Architektur verantwortlich. Das Gebäude ist übrigens eine begehrte Filmkulisse: V wie Vendetta wurde zum Beispiel 2005 hier gedreht. Noch mehr Kino gibt es im Museum für Film und Fernsehen am Potsdamer Platz. Die große Sammlung zeigt Requisiten aus der Geschichte des deutschen Films. Darunter Stücke von Marlene Dietrich, der Sie auch schon im Schwulen Museum begegnen. Schlendern Sie ein bisschen die Potsdamer Straße entlang. Auf dem ehemaligen Gelände vom Tagesspiegel sitzen einige junge Galerien und Ateliers. Hier können Sie auch wunderbar einen Zwischenstopp zum Mittagessen einplanen – immer mehr Szenebars und Restaurants siedeln sich hier an.

Praktische Tipps von visitBerlin

Das Schwule Museum liegt in Tiergarten in der Lützowstraße. Dort kommen Sie bequem von überall aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin. Steigen Sie am U-Bahnhof Kurfürstenstraße (U1) aus. Nach circa 800 Metern sind Sie schon am Schwulen Museum. Alternativ können Sie vom Kurfürstendamm aus die Buslinie M29 nutzen. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, parken Sie am besten am Potsdamer Platz und nehmen dann den Bus. Ins Museum dürfen Sie mit dem Museumspass kostenlos. Mit der Berlin WelcomeCard bekommen Sie 25% Ermäßigung. Archiv und Bibliothek durchstöbern Sie ohne Anmeldung. Eine Ausnahme sind die Filmbestände der Bibliothek. Diese können Sie sich am Medienarbeitsplatz anschauen, wenn Sie vorher einen Termin ausmachen. Auch Gruppen ab fünf Personen sollten eine Anfrage stellen – das Museum bietet begleitete Touren in deutscher oder englischer Sprache an.

Öffnungszeiten

Montag 14:00 – 18:00
Mittwoch 14:00 – 18:00
Donnerstag 14:00 – 20:00
Freitag 14:00 – 18:00
Samstag 14:00 – 19:00
Sonntag 14:00 – 18:00

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