Direkt zum Inhalt
Süd- und Ostfassade des Humboldt Forum Berlin
Süd- und Ostfassade des Humboldt Forum © Foto: Sönke Schneidewind

Humboldt Forum

ein spektakulärer neuer Ort für Kunst, Kultur und Wissenschaft in Berlin

Ende 2020 eröffnet das Humboldt Forum: Mitten in Berlin, gleich gegenüber der Museumsinsel, entfaltet sich ein neuer städtischer Erlebnisraum.

Es gibt Bewegung im historischen Zentrum der Hauptstadt: Eingebettet in die geschichtliche Stadtlandschaft von Museumsinsel, Berliner Dom, Kronprinzenpalais und Nikolaiviertel entsteht ein neues weltoffenes Forum für Kultur, Kunst und Wissenschaft.

Beton und Barock

Das neue Humboldt Forum in Berlin Mitte erstreckt sich – weithin sichtbar - auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern. In hellem Quittegelb leuchten die rekonstruierten barocken Schlossfassaden auf Nord-, Süd- und Westseite des Forums. Die Ostseite des Forums am Spreeufer überrascht: Eine moderne, glatte Außenfassade, davor der „Spreebalkon“ und unten am Ufer, knapp über dem Wasserspiegel, eine große Terrasse.
So lebt die Architektur des Humboldt Forums von einer kontrastreichen Verbindung hochmoderner Bauelemente mit den rekonstruierten Skulpturenfassaden des ehemaligen Berliner Barockschlosses.

Ein neuer Ort für Inspiration, Aktion und Austausch

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher, wenn sie am Ende des Jahres erstmals eines der sechs mächtigen Eingangsportale passieren?
Zunächst einmal zwei große neue Stadtplätze, die rund um die Uhr für das städtische Leben geöffnet sein werden: der große Schlüterhof und die Passage, ein breiter Kollonadenweg, der quer durch das Gebäude führt. Ein beeindruckendes Foyer im Erdgeschoss verbindet hochgeschossige moderne Galerienwände mit dem rekonstruierten Schlossportal. Hier steht der „Kosmograf“, ein 17 Meter hoher Medienturm und Verwandlungskünstler: Er wird nicht nur Informationen ausstrahlen, sondern kann jederzeit zu einer gigantischen Kunst- und Lichtspielinstallation mutieren. Durch das Foyer gelangen Besucher zu zwei Sonderausstellungsflächen, die im Rahmen der Eröffnung eine interaktive Kinderausstellung präsentieren werden.

Eintauchen in die Geschichte des Ortes

Im Skulpturensaal des Erdgeschosses lassen sich die ursprünglichen Sandsteinfiguren der Schlossfassaden aus der Nähe betrachten. Und auf der Südseite des Humboldt Forums wird ein 28 Meter langes Videopanorama zu sehen sein, das anschaulich die historische Entwicklung des Ortes – seit den frühesten Zeugnissen im 12. Jahrhundert – vermittelt. So richtig in die Geschichte des Ortes eintauchen, das können Besucherinnen und Besucher dann im Schlosskeller: Hier wurden Reste des mittelalterlichen Dominikanerklosters sowie die Fundamente des Schlosses freigelegt.

Die Berlin Ausstellung: Berlin aus neuen Perspektiven

Im ersten Obergeschoss des barrierefreien Baues überrascht die Berlin Ausstellung mit einem besonderen Blick auf Berlin: Hier rücken nicht nur weltweite Entwicklungen, die Berlin beeinflussten und veränderten, in den Fokus. Hier wird auch gefragt, wie Berlin auf die Welt gewirkt hat, welche Impulse von dieser Stadt ausgingen –und zwar gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern. Phantasievolle Medien und das „Weltstudio“, in dem nach persönlichen Erfahrungen gefragt wird, zeigen die Stadt als Teil einer vielfältig vernetzten Welt.

Das Humboldt Labor: lebendige Ideenwerkstatt

Wissenschaft und Spitzenforschung zu weltweiten Herausforderungen – nicht aus der Distanz, sondern nah und erlebbar: Das neue Humboldt Labor, ein Projekt der Humboldt-Universität zu Berlin, ist eine Werkstatt für alle, die am Prozess des wissenschaftlichen Forschens teilnehmen und über weltweite Probleme und Herausforderungen diskutieren möchten: Klimawandel, Umweltzerstörung, Artensterben, große soziale Missstände. Gleich am Eingang zum Humboldt Labor tauchen Besucherinnnen und Besucher über das große Modell eines Fischschwarms, Symbol der  Schwarmintelligenz, in die Welt der Forschung ein.

Ab Herbst 2021: rund 20.000 Kunstobjekte aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien

Chinesische Hofkunst, reich verzierte Häuser aus Palau, Bronze- und Elfenbeinreliefs aus Benin oder Stelen aus Guatemala: Ab Herbst 2021 werden im zweiten und dritten Obergeschoss des Humboldt Forums ästhetisch herausragende Exponate vom 5. Jahrtausend v.Chr. bis in die Gegenwart präsentiert. Sie stammen aus den weltweit bedeutenden Sammlungen des Ethologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst in Berlin. Aber die einzigartigen Artefakte werden nicht nur für die faszinierenden Traditionen der anderen Kulturen vorstellen. Eine neue Inszenierung thematisiert auch die Umstände, unter denen sie indigenen Gemeinschaften abgenommen wurden, das Dilemma der Akteure vor Ort, kurz: die schwierige Geschichte des Kolonialismus und der Rolle Europas mit ihren Nachwirkungen bis in die Gegenwart.

Zur Geschichte des Ortes

Der Berliner Unwille 1448

Eine wütende Menschenmenge mit Äxten und Hacken versammelt sich, laute Rufe erklingen, dann zerstört die Menge die Stauwehr. Wassermassen fluten den Schlossplatz. Der Berliner Unwille von 1448 richtet sich gegen den Schlossbau, den ihr Lehnsherr Kurfürst Friedrich II, genannt "Eisenzahn" dort plant. Letztendlich scheitert der Aufstand, Eisenzahn baut sein Schloss.Und wie kein anderes Gebäude ist das Berliner Schloss mit der Geschichte der Stadt verknüpft.

Sprengung des Stadtschlosses

Obwohl das Berliner Stadtschloss im Zweiten Weltkrieg schwer durch Bombenangriffe beschädigt wird, ist es nicht einsturzgefährdet. Dennoch entscheidet die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) auf ihrem III. Parteitag auf Geheiß des Generalsekretärs Walter Ulbricht, das Schloss zu sprengen. Trotz aller Proteste, die auf den architektonischen und historischen Wert als ein Hauptwerk des norddeutschen Barock verweisen, rückt das Sprengkommando schon einen Tag später am 7. September 1950 an. Nur das Portal IV mit dem Balkon, auf dem Karl Liebknecht einst stand, bleibt erhalten und wird in die Fassade des neu errichteten Staatsratgebäudes eingefügt.

Anstelle des Schlosses entsteht der Palast der Republik als Sitz der Volkskammer und Kulturhaus mit Bühnen, Restaurants und Bowlingbahn. Nach  Mauerfall und Wiedervereinigung wird der asbestbelastete Palast der Republik 2008 abgerissen.

2002 beschließt der Deutsche Bundestag, das Berliner Schloss in den Ausmaßen des Hohenzollern-Schlosses mit drei historischen Fassaden und dem Schlüterhof wieder neu zu errichten. Die Entscheidung, den Palast der Republik abzureißen und große Teile des Schlosses zu rekonstruieren, löst zunächst hitzige Diskussionen aus. Architekt Franco Stella erhält schließlich den Zuschlag für den Neubau, 2013 findet die Grundsteinlegung für das Humboldt Forum statt.