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Ethnologisches Museum im Humboldt Forum
Ethnologisches Museum im Humboldt Forum Staatliche Museen zu Berlin / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Foto: Alexander Schippel

Ethnologisches Museum im Humboldt Forum

Herausragende kulturhistorische Objekte aus Afrika, Asien Amerika und Ozeanien in Berlin

Hinter der rekonstruierten Schlossfassade des Humboldt Forums sind seit September 2021 die Sammlungen des Ethnologischen Museum zu Hause. Sie faszinierten schon, als sie noch im Völkerkundemuseum in Berlin-Dahlem ausgestellt waren. Mit dem Umzug ins Humboldt Forum ist das Ethnologische Museum gemeinsam mit dem Museum für Asiatische Kunst wieder in Berlins historischer Mitte angekommen. Ergänzt wird die Sammlung des Museums durch noch einmal ebenso viele Medien (ethnografische Fotografien, Filme, Tondokumente) sowie zahlreiche historische Schriftdokumente.

Eine Welt, die fasziniert

Schon die Umgebung des Ethnologischen Museums lässt erahnen, dass sich ein Besuch hier lohnt. Denn das Museum befindet sich in der zweiten Etage des bemerkenswerten  Humboldt Forums auf der Spreeinsel. Die neu kuratierte Ausstellung ist eine der größten, wertvollsten und eindrucksvollsten ihrer Art. Die zeitgemäß präsentierten Objekte stammen aus den Ländern Amerikas, Afrikas und Ozeaniens und repräsentieren eine Vielzahl der heterogenen Kulturen dieser Weltregionen.

Im September 2022 eröffnete auch der letzte große Ausstellungsbereich des Humboldt Forums, der Ostflügel, und damit ist ein weiterer Teil der spannenden Objektsammlungen des Ethnologischen Museums erlebbar. 

Ausstellungsbereich „Mesoamerika. Ballspiel, Pyramiden, Götter“ des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum in Berlin
Ausstellung zu Mesoamerika im Ethnologischen Museum Staatliche Museen zu Berlin / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Giuliani von Giese

Von Afrika über Amerika bis Ozeanien

Humboldt Forum Berlin: Ethnologische Sammlungen
Humboldt Forum Berlin: Ethnologische Sammlungen ©Stiftung Berliner Schloss – Humboldt Forum, Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Unter den Objekten befinden sich etwa Kunstwerke aus Elfenbein und traditionelle Kleidung aus Namibia, kamerunische Masken und Holzfiguren, perlengeschmückte Kleidung, kongolesische Skulpturen sowie viele weitere Stücke aus verschiedenen Epochen und aus etlichen Regionen Afrikas.

Afrikanische Skulptur im Ethnologischen Museum im Humboldt Forum
Afrikanische Skulptur im Ethnologischen Museum im Humboldt Forum Staatliche Museen zu Berlin / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Foto: Alexander Schippel

Vom Leben am und mit dem Pazifik wiederum zeugen unter anderem große, hochseetüchtige Boote aus Polynesien, die Sie staunen lassen. Für die Menschen der Inselwelt in Ozeanien war und ist das Wasser Teil ihres Kommunikations- und Bewegungsraums und damit identitätsstiftend. Diese Boote sind daher nicht nur technische Meisterwerke, sondern praktisch Lebensmittel. 

Luf-Boot im Ethnologischen Museum im Humboldt Forum
Luf-Boot im Ethnologischen Museum im Humboldt Forum Staatliche Museen zu Berlin / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Foto: Alexander Schippel

Für Familien und Perspektivenwechsler

Familie im Humboldt Forum Berlin
Familie im Humboldt Forum Berlin visitBerlin, Foto: Thomas Kierok

Wollen Sie mit Ihren Kindern kommen? Tun Sie das unbedingt! Hands-on-Stationen, speziell für junge Gäste konzipierte Medienstationen zu Alltagsrassismus und Computerspiele zur Kolonialgeschichte im Bereich Afrika: Die Familienflächen ermöglichen Kindern und Jugendlichen einen haptischen und spielerischen Zugang zu den Objekten und ihren Geschichten. Komplettiert wird Ihr Erlebnis im Ethnologischen Museum durch zeitgenössische Kunstwerke in allen Ausstellungsbereichen. Sie bringen die historischen Objekte in Verbindung zur Gegenwart wie etwa António Oles Township-Wall oder ein einprägsames Groß-Kunstwerk von Marianna Castillo Deball.

Kolonialismus und Verantwortung

Die zeitgenössischen Werke und Interventionen setzen sich zudem auch kritisch mit der Provenienz vieler Ausstellungsstücke auseinander, die teils unter kolonialen Bedingungen nach Europa gelangten. Aus diesem Grund werden die weltbekannten meisterhaften Bronzen aus dem historischen Königreich Benin derzeit auch nicht gezeigt. Sie sind Gegenstand von Rückgabeverhandlungen zwischen Deutschland und Nigeria. Die Staatlichen Museen zu Berlin sind sich ihrer diesbezüglichen Verantwortung bewusst. Deshalb arbeiten sie seit Jahrzehnten direkt mit Fachleuten aus den Herkunftsgesellschaften zusammen und machen den Kolonialismus zu einem Kernthema der Programmarbeit

150 Jahre Museumsgeschichte

Das Ethnologische Museum Berlin blickt auf eine bald 150-jährige Geschichte zurück. Es wurde 1873 gegründet. Seine Grundlage war die schon seit dem 17. Jahrhundert bestehende Sammlung der brandenburgisch-preußischen Kunstkammer im Berliner Schloss. Das erste eigene Museumsgebäude öffnete 1886 in Berlin-Kreuzberg als Königliches Museum für Völkerkunde. Das Haus ist leider nicht erhalten. Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurden Teile der Sammlung nach Dahlem ausgelagert und später dort auch ausgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Dahlem zum neuen Standort des Völkerkundemuseums Berlin. Mit ihrem neuen Zuhause im Humboldt Forum Berlin kehrt die Sammlung dahin zurück, wo sie ihren Anfang nahm: im einstigen Berliner Schloss.

Was Sie unbedingt sehen müssen 

Vitrinen, Ethnologisches Museum im Humboldt Forum
Vitrinen, Ethnologisches Museum im Humboldt Forum Staatliche Museen zu Berlin / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Foto: Alexander Schippel

 

  • Auslegerboot von der Insel Luf, Papua-Neuguinea
  • Känguruzahn-Kette (vor 1875), Australien
  • Township Wall (2001/2018), António Ole
  • Ausstellungsbereich „Klänge der Welt“ mit Klanginstallationen und Instrumenten
  • Maske der Chokwe, Angola 
  • Lienzo Seler II / Coixtlahuaca II (16. Jahrhundert), 16 qm großes Baumwolltuch, Mexiko

Ihr Besuch

Das Ethnologische Museum im Humboldt Forum ist vollständig barrierefrei. Sie erreichen es am besten über den neu eröffneten U-Bahnhof Museumsinsel der Linie U5. Die nächsten S-Bahnhöfe sind Friedrichstraße oder Hackescher Markt (jeweils S3, S5, S7, S9). Wenn Sie mit dem Bus kommen, steigen Sie an den Haltestellen Lustgarten oder Staatsoper aus. Und auch die Straßenbahn hält in der Nähe: Stationen Am Kupfergraben oder ebenfalls Hackescher Markt.

Besuchen Sie auch unsere neue Berlin Tourist Information direkt im Humboldt Forum mit neuem breiten Serviceangebot und bestaunen Sie dort das große historische Stadtmodell.

Mehr Kultur in der Nähe

Da Sie sich mitten im Stadtzentrum, zwischen Fernsehturm und Brandenburger Tor, befinden, sind Sie von Sehenswürdigkeiten nur so umgeben. Besonders interessant sind der Berliner Dom am Lustgarten direkt gegenüber und alle Bauten und Museen der Berliner Museumsinsel, die zum UNESCO-Weltkulterbe gehört. Sie können auch einfach den Boulevard Unter den Linden Richtung Brandenburger Tor entlangschlendern und auf einem der schönsten Plätze Berlins, dem Gendarmenmarkt, einen Kaffee genießen.