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Tina Modotti (1896 - 1942) war Schauspielerin, Fotografin und Revolutionärin. Sie ist zweifelsohne eine der schillerndsten Figuren der Fotografie-Geschichte. Vom 19. November 2022 bis zum 5. Februar 2023 sind zentrale Werke ihres Schaffens in der Berliner Galerie f³ – freiraum für fotografie zu sehen.

Veranstaltungen in Berlin: TINA MODOTTI – Revolution und Leidenschaft
Tina Modotti


Modotti entwickelt in den 1920er Jahren eine eigene, parteiliche Fotografie, die sich – sozusagen als Vorläuferin der Photographie Humaniste – für eine gerechtere Welt einsetzt.

In Mexiko entsteht zwischen 1923 und 1930 ihr fotografisches Hauptwerk. Ihr Anspruch war es, mit ihren Bildern die Lebensrealität im Land aufzuzeigen.
Ihre Aufnahmen der Arbeiterbewegung der 1920er Jahre sowie ihre Fotografien der internationalen Künstlerszene, die es nach der mexikanischen Revolution ins Land zog, sind historische Dokumente von unschätzbarem Wert. Zu Lebzeiten wurden ihre Fotografien in internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht.


Über Tina Modotti

Fotografin und Revolutionärin


Tina Modotti wird 1896 als Assunta Adelaide Luigia Modotti Mondini in ärmlichsten Verhältnissen im italienischen Udine geboren. Bereits als Zwölfjährige muss sie als Näherin zum Familienunterhalt beitragen. Auf der Suche nach einem besseren Leben wandert Modotti im Alter von 17 Jahren in die USA aus.

Dort folgt zunächst der Broterwerb durch Arbeit in Textilfabriken und in der Filmbranche. Den Wendepunkt bringt ihre Begegnung mit dem bekannten amerikanischen Fotografen Edward Weston, der sie in Kontakt mit dem Medium Fotografie bringt.

Gemeinsam mit ihm zieht Tina Modotti nach Mexiko, angezogen von der revolutionären Aufbruchstimmung in dem Land. Zwischen 1923 und 1930 entsteht dort ihr fotografisches Hauptwerk, sie hält dem Land einen Spiegel vor und identifiziert sich mit ihm sozial, politisch und kulturell.

Sie fotografiert die arbeitende, arme Bevölkerung und Bettler, die auf der Straße schlafen. Ihr Blick als Fotografin richtet sich auf die revolutionäre indigene Bewegung und die Lebenssituation der Frauen und Kinder.

Über die dokumentarische Fotografie hinaus ist sie als Mitglied der Kommunistische Partei ab 1927 politisch engagiert und verbunden mit einem ebenso links politisierten Freundeskreis, zu dem unter anderem Frida Kahlo, Diego Rivera, Manuel Álvarez Bravo, Lotte Jacobi, Anna Seghers, Julio Antonio Mella und Pablo Neruda zählen.

1930 wird Modotti aus ihrer Wahlheimat ausgewiesen, geht zunächst nach Berlin, dann Moskau und schließlich nach Spanien, wo sie während des Spanischen Bürgerkriegs in der Internationalen Roten Hilfe arbeitet und sich gegen den Faschismus engagiert. 1939 kehrt sie nach Mexiko zurück.

Tina Modotti war eine moderne Frau, die ihr Leben selbst bestimmte. In vielen Bereichen ihres facettenreichen Lebens und Schaffens nimmt sie eine Vorreiterrolle ein und prägt die frühe Concerned Photography maßgeblich. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1942 erliegt sie, im Alter von nur 46 Jahren, in einem Taxi einem Herzanfall.

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