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"REFLUX - Festival für zeitgenössische elektroakustische Musik" präsentiert im dritten und letzten Teil an drei Abenden im Dezember je drei internationale Künstler*innen und Komponist*innen. Das Programm wird eine ausgewogene Mischung aus Kompositionsaufträgen/ Uraufführungen, bereits bestehenden Werken und selten aufgeführten Klassikern sein. Diese sind auf die akustischen und räumlichen Eigenheiten der Orte abgestimmt oder gar speziell für diese Orte komponiert. Die von den beiden Festivalleitern Ignaz Schick und Werner Dafeldecker eingeladenen Musiker*innen verfügen alle über eine individuelle Klang- und Formsprache und sind eher selten in Berlin zu hören. Pro Abend werden drei Konzertteile à 30-40 Minuten aufgeführt: zwei zeitgenössische Positionen und ein Klassiker.

Veranstaltungen in Berlin: Reflux-Festival: Sean Meehan - Rainer Riehn - Jérome Noetinger
ZLB, Foto: Vincent Mosch

Besonders wird das Konzert in der Amerika-Gedenkbibliothek, wo während des regulären Tagesbetriebs – subtil eingebaut – unterschiedliche „Sonic Interventions“ stattfinden werden.

Sean Meehan wird ein unbetiteltes Stück für kleine Trommel und Becken spielen. Viele der Techniken, mit denen er Klänge erzeugen möchte, sind instabil und abhängig von physikalischen Faktoren wie Raumgröße und -material, Luftfeuchtigkeit und einer Vielzahl von weniger greifbaren, manchmal mysteriösen Faktoren. Daher ist jeder Versuch, eine vorgefasste Komposition zu liefern, zwecklos. Nichtsdestotrotz wird er mit einer vollständigen Komposition kommen. Es handelt sich also weder um eine Improvisation noch um eine Komposition.

Rainer Riehn “Die Gesänge des Maldoror (Les Chants de Maldoror) ist das einzige Werk des französischen Dichters Lautréamont (Pseudonym für Isidore Lucien Ducasse), das auf die Literatur der Moderne und namentlich auf den Surrealismus großen Einfluss ausübte. Es erschien 1874 und gilt als eines der radikalsten Werke der abendländischen Literatur. André Breton bezeichnete das Werk 1940 als „Apokalypse“: „Alles noch so Kühne, das man in den kommenden Jahrhunderten denken und unternehmen wird, es ist hier in seinem magischen Gesetz im voraus formuliert worden.“ und André Gide sah in Ducasse den „Schleusenmeister der Literatur von morgen“

Jérôme Noetinger entdeckte 1987 die ReVox B77-Bandmaschine als Werkzeug für seine elektroakustische Live-Musik und etablierte sich als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten und Interpreten dieses Mediums. Sein Werk ist radikal und hinterfragend. Er macht atemberaubende Mehrkanal-Diffusionen in der akusmatischen Tradition.


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Amerika-Gedenkbibliothek