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1994 wurde der belgische Architekt Lucien Kroll von der Wohnungsbaugesellschaft WoGeHe eingeladen, die Siedlungsformate von Berlin-Hellersdorf zu überdenken und umzuwandeln. Lucien Krolls Pläne von 1994 zeigen beispielhaft seine Vision für die Großsiedlung am Rande Berlins, die an Aktualität nichts eingebüßt haben.

Modellbilder Hellersdorf
Modellbilder Hellersdorf © telier Lucien Kroll

Für diese Ausstellung wurden zum ersten Mal aus dem Französischen übersetzte Texte aus der begleitenden Publikation "Lucien Kroll in Hellersdorf" aufbereitet. Diese werden neben historischen Bildmaterialien und aktuellen Fotografien gezeigt. Die Schau wird zur konstruktiven Baustelle, so wie sich Kroll dies für das gesamte Quartier erhofft hatte.

Lucien Krolls Atelier entwickelte 1994 einen architektonischen und ökologischen Werkzeugkasten, der die Wohnungsbaugesellschaft in die Lage versetzen sollte, auf sämtliche Veränderungen der folgenden 25 Jahre behutsam und intelligent reagieren zu können.

Die Ausstellung ist Erkundungsstation, die mit den Funden und Interviews mit damals Beteiligten wächst. Eine Bild-Essay-Strecke des Fotografen Arne Schmitt (Köln/Zürich), die Gestaltungsarbeit der Grafikerin Madeleine Stöber (Berlin) sowie Beiträge von Jochen Becker (station urbaner kulturen) und Jesko Fezer (Studio Experimentelles Design, Hochschule für Bildende Künste Hamburg) ordnen die Planungen von Lucien Kroll in die Gegenwart ein.

Die Ausstellungsarchitektur wird mit Unterstützung der Kooperative für Darstellungspolitik entwickelt. Eine Publikation im adocs Verlag Hamburg in Kooperation mit dem Verlag der nGbK führt die Ergebnisse zusammen. Die Publikation ist finanziert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

1996 erscheint im Verlag L'Harmattan, Paris und nur auf Französisch eine kleine Dokumentationsbroschüre: ENFIN CHEZ SOI, Réhabilitation de Préfabriqués (ENDLICH ZU HAUSE Sanierung von Fertigteilgebäuden). Wenige Unterlagen und das bislang nur in französischer Sprache erschienene Buch von Kroll sind somit die verbliebenen Zeugnisse der geplanten Umgestaltung. In der Siedlung selbst wurden nur einzelne Dekorationselemente realisiert. Die Grundidee des „Inkrementalismus“ – einer rücksichtsvollen Veränderung der Lebensumstände in Rücksprache mit den Bewohner_innen – wartet noch immer auf Umsetzung!

Die Ausstellung ist dem belgischen Architekt Lucien Kroll gewidmet, der im März seinen 95. Geburtstag feierte.

nGbK-Projektgruppe station urbaner kulturen: Juan Camilo Alfonso, Jochen Becker, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten:
Do + Sa 15-19 Uhr
Termine
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station urbaner kulturen
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