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Eine Familienfeier auf dem Land, in einem Hain von Korkeichen. Man isst und trinkt und scherzt an einer großen Tafel im Freien. Scheinbar ein flirrendes Sommeridyll. Doch etwas stimmt nicht.


Die Familie hat sich versammelt, um ein blutig-archaisches Ritual zu zelebrieren. Seit mehreren Generationen finden sich ihre Angehörigen zusammen, um des Mordes an Catarina Eufémia zu gedenken.

Die analphabetische Land-arbeiterin wurde 1954 bei ihrem Kampf für höhere Löhne von Schergen der Salazar-Diktatur ermordet und hinterließ drei Waisenkinder.

Zum Zweck, dieses Unrecht zu rächen, wird alljährlich beim sommerlichen Familientreffen, wie es im Titel heißt, »die Schönheit, Faschisten zu töten« unter Beweis gestellt. D

afür wird ein Exemplar jener Spezies von einem ausgewählten Familienmitglied erst entführt, dann vor den Augen der versammelten Familie erschossen und im Garten vergraben.

Doch was wird aus den heroischen Traditionen, wenn eine junge humanistische Generation von Catarinas die nackte blutige Gewalt plötzlich boykottiert? Wenn ihre Schwester als Veganerin beim Essen die traditionellen Fleischspeisen verschmäht? Wenn beim Abdrücken der Waffe plötzlich moralische Zweifel den Schuss hemmen? Und was wäre, wenn die Gegner genau dieses ethische Dilemma zum Absprung nutzten, um der Freiheit den Garaus zu machen?

»Ist Gewalt legitim, um die Welt zu verbessern? Können die Regeln der Demokratie mit dem erklär- ten Ziel gebrochen werden, sie zu verteidigen?«, fragt Tiago Rodrigues.

Anstelle einer Antwort führt er die Folgen der Frage als gleichermaßen luzides wie grotesk-fabelhaftes dramatisches Paradox auf der Bühne vor.

Dabei schafft er einen Theaterabend, der die Zuschauer_innen und ihre eigenen inneren Widersprüche bis zur Schmerzgrenze herausfordert – und gerade in dem Moment, in dem der 50. Jahrestag der portugiesischen Revolution und das Ende des Faschismus in Europa zu feiern wären,die Bedrohung in ganz Europa greifbar macht.


Tiago Rodrigues ist Schauspieler, Regisseur und Dramatiker und wurde 1977 in Amadora geboren. 2003 gründete er mit Magda Bizarro die Kompagnie »Mundo Perfeito«, die seither viele Inszenierungen produzierte und innerhalb von elf Jahren international tourte. Seit 2023 leitet er das Festival d’Avignon.



150 Minuten
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