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Schloss Pfaueninsel in Berlin
Schloss Pfaueninsel im Frühling © SPSG, Foto: Michael Lüder

Pfaueninsel und Schloss Pfaueninsel

Das romantische Kleinod in der Havel

Der perfekte Ort für einen romantischen Ausflug: ein weißes Schloss auf einer Insel. Und ein idyllischer Park, in dem Pfauen ihr Rad schlagen.

„Wie ein Märchen steigt ein Bild aus meinen Kindertagen vor mir auf: Ein Schloss, Pfauen sitzen auf hoher Stange oder schlagen ein Rad, Springbrunnen, überschattete Wiesen, Schlängelpfade, die überall hinführten und nirgends ...“ – so schwärmte einst Theodor Fontane über die Pfaueninsel.

Und auch heute noch darf Insel mit dem weißen Schlösschen auf keine Liste der romantischten Orte Berlins fehlen. Ein kleines Sommerschloss auf einer Insel mit einem idyllischen Park, in dem Pfauen spazieren – was könnte romantischer sein?
Wenig verwunderlich ist denn auch, dass das Schloss als Liebesnest für einen König und seine Mätresse erbaut wurde.

Geschichte der Pfaueninsel  

Lange zuvor schon ist die Insel in der Havel besiedelt. Eisenzeitliche Armringe und Haarspiralen aus Bronze bezeugen, dass schon vor 2.500 Jahren hier Menschen siedelten. Im 17. Jahrhundert zieht der Glasmacher Johannes Kunckel auf die Insel und veranstaltet für den Großen Kurfürsten alchemistische Experimente mit Feuer und Glas in einer Glashütte. Als die Glashütte niederbrennt und sein Mentor stirbt, ist Kunckel ruiniert und entehrt.

100 Jahre lang versinkt die Insel in tiefem Schlaf. Doch dann entdeckt sie Friedrich Wilhelm II. Schon als junger Kronprinz hat er sich auf die Insel zu Schäferstündchen mit seiner Geliebten Wilhelmine Enke, später Wilhelmine Gräfin von Lichtenau, zurückgezogen.

Auf der Insel erbaut der König zwischen 1794 und 1797 ein kleines Sommerschlösschen – ganz im romantischen Ruinenstil der Zeit. Die künstliche Ruine soll wie ein „verfallenes römisches Landhaus“ wirken. Auch das Äußere ist nur eine Illusion, die Wände sind nicht aus weißem Marmor sondern aus bemaltem Holz. Das weithin sichtbare weiße Schloss fungiert als krönender Blickfang einer Sichtachse des Neuen Gartens. Das Schloss ist geprägt von seinen beiden Rundtürmen, die durch eine schmiedeeiserne Brücke verbunden sind
Die Inneneinrichtung gestaltet die Gräfin von Lichtenau nach ihrem persönlichen Geschmack ohne sich auf einem bestimmten Stil festzulegen. Die ausgewählten Stücke sind von ausgezeichneter Qualität. Nach ihrem Tod ist das Schloss bei den preußischen Herrschern wenig beliebt. Königin Luise beklagt sich über die dünnen Wände und zieht Schloss Paretz vor. Das Schloss übersteht den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden, so blieb es original erhalten.

Heute verwaltet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die Pfaueninsel. Zusammen mit Schloss Glienicke und der Potsdamer Schlösserlandschaft gehört die Insel mit dem kleinen Schloss zum UNESCO-Welterbe.

Pfaueninsel
Pfaueninsel © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Park der Pfaueninsel

In der kunstvoll gestalteten Gartenlandschaft der Pfaueninsel finden sich viele weitere Gebäude – zum Beispiel der Luisentempel, die Alte Meierei im Stil einer gotischen Klosterruine und das neogotische Kavaliershaus. Letztes dient in den 1960er-Jahren als Kulisse für mehrere Edgar-Wallace-Filme, etwa Die Tür mit den sieben Schlössern, Neues vom Hexer oder Der Hund von Blackwood Castle. Die Gartenlandschaft gestaltet 1821 Berlins großer Gartenkünstler Peter Joseph Lenné.
Neben den namensgebenden Pfauen, die noch heute hier herumspazieren und ab und an ihr prächtiges Rad zeigen, können hier auch Spechte und Kormorane beobachte oder Fröschen bei ihren Konzerten gelauscht werden. Im Sommer dient die Pfaueninsel vier Wasserbüffeln als Domizil, die den Gärtnern beim Mähen der Feuchtwiesen helfen.

Unser Tipp zur Einstimmung für den Besuch: der wunderbare Roman Pfaueninsel von Thomas Hettche.

Anfahrt zur Pfaueninsel

Von der Berliner Innenstadt aus ist die Insel am besten mit der S-Bahn zu erreichen, anschließend geht es vom Bahnhof Wannsee weiter mit Bus und Fähre (Überfahrt 2 €). Wegen der geschützten Flora und Fauna sind Hunde und Fahrräder auf der Insel nicht erlaubt.

Betriebszeiten der Fähre zur Pfaueninsel:
November bis Februar: Mo - So: 10 - 16 Uhr
März und Oktober: Mo - So: 9 - 18 Uhr
April und September: Mo - So: 9 - 19 Uhr
Mai bis August: Mo - So: 8 - 20 Uhr

UNESCO-Welterbe: Schlösser und Parks in Berlin und Potsdam

 

Öffnungszeiten (Zusatzinfos)
   
Fähre  
Mrz, Okt Mo - So: 9 - 18 Uhr
Mai - Aug Mo - So: 9 - 20 Uhr
Apr - Sep Mo - So: 9 - 19 Uhr
   
Schloss  
Apr - Okt Di - So: 10 - 17.30 Uhr (letzter Einlass 17.00 Uhr)
Nov - Mrz geschlossen
Meierei (museal)  
Apr - Okt Sa, So, feiertags: 10 - 17.30 (letzter Einlass 17.00 Uhr)
Nov - Mrz geschl.

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