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Segelboot vor Heilandskirche Sacrow bei Potsdam.
Heilandskirche Sacrow TMB-Fotoarchiv/Bernd Kröger

Heilandskirche Sacrow

Wie ein Schiff im Hafen

Romantik am See: Wie ein Schiff liegt die romantische Heilandskirche direkt am Ufer und bietet Ihnen einen bezaubernden Ausblick.

Still und verträumt steht sie am Ufer: Die Heilandskirche Sacrow. In italienischem Stil mit einem freistehenden Campanile erbaut und direkt am Jungfernsee gelegen, besitzt die kleine Kirche mediterranen Charme, von dem auch Sie verzaubert werden.

Die Architektur der Heilandskirche

Friedrich Wilhelm IV. liefert höchstpersönlich erste Skizzen und Entwürfe für eine kleine Kirche mit einem Campanile, einem freistehenden Glockenturm, – im italienischen Stil, so wie es in Italien, aber nicht in Preußen, üblich ist. Sein Lieblingsarchitekt Ludwig Persius betreut ab 1844 die Planungen der Kirche. Sie liegt nahe dem Sacrower Schloss in dem von Peter Joseph Lenné gestalteten Parkanlagen. Der Park gehört als Teil des UNESCO-Welterbe zur Potsdamer Schlösserlandschaft.

Die Kirche ist einem ankernden Schiff nachempfunden. Vorbilder sind frühchristliche Sakralbauten. Das Gotteshaus besitzt eine flache Decke und lässt den Eindruck einer dreischiffigen Basilika entstehen. Das Gebäude ist aus gelbem Backstein errichtet, den blaue Fliesen schmücken. Ein Säulengang an der Wasserseite säumt die Kirche und bietet wunderbare Ausblicke über den See. Im Innern bildet ein prachtvolles Fresko im byzantinischen Stil einen Blickfang. Der Campanile ist wie das Haupthaus aus gelbem Backstein ausgeführt. Eine Gedenktafel erinnert daran, dass sich hier 1897 die erste deutsche Antennenanlage für drahtlose Telegraphie befand.

Die Heilandskirche Sacrow zu Mauerzeiten

Lange liegt die Kirche in einem Zwischenreich, denn in den Jahren der deutschen Teilung verläuft die Mauer direkt über das Gelände. So ist die Kirche im Niemandsland dem Verfall preisgegeben. 1961 feiert die Gemeinde ihren letzten Weihnachtsgottesdienst. Danach verwüsten die Grenztruppen der DDR die Kirche und riegeln sie ab, um Fluchtversuche über das Gelände zu verhindern. Sogar den Campanile verstärken die Grenzwachen mit Betonplatten und nutzten ihn als Wachturm. Die West-Berliner müssen den zunehmenden Verfall schweren Herzens hinnehmen und ertragen. Der damalige Regierende Bürgermeisters von West-Berlin, Richard von Weizsäcker verhandelt so lange mit den DDR-Behörden, bis diese 1984/85 wenigstens die Fassaden sanieren lassen.

Die Heilandskirche heute

Heiligabend 1989, gleich nach dem Mauerfall feiert die Gemeinde in dem noch immer zerstörten Kirchenraum wieder einen ersten Gottesdienst. 1993 beginnen die aufwändigen Restaurierungsarbeiten. Heute finden wieder Gottesdienste, Konzerte und Trauungen in dem romantischen Kleinod statt, und die Braut kann hier mit dem Boot zu ihrer Hochzeit übersetzen.