Zeughaus
Museum in der Waffenkammer
Das Zeughaus ist ein Gebäude der Superlative: das älteste Gebäude Unter den Linden, der bedeutendste Barockbau Berlins und es beherbergt die wichtigsten Skulpturen von Andreas Schlüter.
Das historische Zeughaus mit der Dauerausstellung ist derzeit für eine grundlegende Sanierung geschlossen. Die moderne Ausstellungshalle, der Pei-Bau, bleibt geöffnet und präsentiert weiterhin spannende Wechselausstellungen und Veranstaltungen.
Das Zeughaus ist ein Gebäude der Superlative: es ist das älteste Gebäude Unter den Linden und der bedeutendste Barockbau Berlins. Einst als Waffenarsenal errichtet, wird es heute als Museum genutzt.
Derzeit ist das historische Zeughaus für eine grundlegende Sanierung geschlossen. Die angrenzende Ausstellungshalle, der ikonische Pei-Bau, ist weiterhin geöffnet und präsentiert spannende Wechselausstellungen. Auch das Zeughauskino ist temporär im Pei-Bau zu finden.
Geschichte des Zeughauses
Die Idee zur Errichtung eines Zeughauses in Berlin stammt von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Sein Sohn, Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich I. in Preußen, setzt das Vorhaben in die Tat um. Die Grundsteinlegung erfolgt 1695, die Bauleitung liegt zunächst bei Johann Arnold Nering, dem Erbauer des Charlottenburger Schlosses. Nach dessen Tod führt Martin Grünberg die Bauleitung fort. Drei Jahre später übernimmt sie Andreas Schlüter. Dessen Nachfolger, Jean de Bodt, vollendet den Bau 1706 und gibt ihm seine endgültige äußere Form. Die letzten Arbeiten finden 1730 statt – insgesamt beträgt die Bauzeit 34 Jahre.
Waffenlager der preußischen Armee
Das repräsentative Gebäude, in einer von starken Befestigungsanlagen umgebenen Residenzstadt und dem königlichen Schloss gegenübergelegen, dient als zentrales Waffenlager der preußischen Armee. Von 1877 bis 1880 lässt Kaiser Wilhelm I. das Zeughaus durch den Architekten Friedrich Hitzig in eine „Ruhmeshalle der brandenburgisch-preußischen Armee“ mit dazugehörigem Museum umbauen. Auf der Nordseite wird eine hohe Kuppelhalle eingebaut, der Hof überdacht. Bis 1945 dient das Gebäude als Heeresmuseum. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wird das Zeughaus – anders als das gegenüberliegende Berliner Stadtschloss – wiederaufgebaut. Die Elemente aus dem 19. Jahrhundert werden jedoch nicht rekonstruiert, auch die originalen Gewölbe im Erdgeschoss können nicht erhalten werden. Ab 1952 ist das Museum für Deutsche Geschichte (seit 1990 das Deutsche Historische Museum) im Zeughaus untergebracht. Mit der Wiedervereinigung 1990 übernimmt das drei Jahre zuvor in West-Berlin gegründete Deutsche Historische Museum das Zeughaus und seine Sammlungen. Nach aufwändigen Umbauarbeiten von 1999 bis 2003 war im Zeughaus von 2006 bis 2021 die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums zu sehen. Im Zuge der aktuellen Sanierungsarbeiten entsteht derzeit eine neue Ständige Ausstellung.
Barocke Pracht und klassische Schlichtheit: Das Gebäude
Der Bau mit vier Flügeln von je rund 90 Metern Seitenlänge ist um einen Innenhof (Schlüterhof) angelegt. Sein Gesamtbild ist geprägt von der Harmonie zwischen streng-klassizistischer Fassadengliederung und reich verzierten barocken Skulpturenreliefs. Zwölf große Figurengruppen auf dem Dach lenken die Blicke auf sich. Sie sind in Dreieckskomposition aufgebaut und auf Fernwirkung konzipiert. Außerdem sind auf Postamenten innerhalb der Dachbalustrade insgesamt 44 Trophäen angeordnet, die u.a. erbeutete feindliche Ausrüstungsgegenstände, Rüstungen und reich geschmückte Helme zeigen.
Der Innenhof
Der bedeutendste bauplastische Schmuck des Zeughauses, die 22 Köpfe Sterbender Krieger, befindet sich im Innenhof. Sie gehören zu den wenigen Teilen des Skulpturenschmucks, die fast unbeschadet die letzten drei Jahrhunderte überdauerten. Die abgeschlagenen Köpfe sind ebenfalls als Trophäenmotiv zu lesen und wurden als Schlusssteine für die Rundbogenfenster des Erdgeschosses gefertigt. Für den Betrachter sind in einem nahezu schreckenden Realismus der Schmerz, das Grauen, die Verzweiflung und die Ohnmacht der Jünglinge, Männer und Greise geformt, die den letzten Kampf ihres Lebens kämpfen, dessen Sieger der Tod ist. Die lateinische Inschrift mit den Worten „den Feinden zum Schrecken“ bringt sich an diesem Ort in Erinnerung.
Der Erweiterungsbau
Im Mai 2003 eröffnete der Erweiterungsbau des chinesisch-amerikanischen Star-Architekten I. M. Pei, der bereits die Pyramide für den Louvre entwarf. In dem eleganten Bau aus Sandstein und Glas, der sich harmonisch in die historischen Bauten der Mitte Berlins einfügt, sind die temporären Ausstellungen des Deutschen Historischen Museums untergebracht.
Zeughauskino
Auf der Ostseite des Zeughauses befindet sich seit 2004 ein Kinosaal, in dem das Zeughauskino bis 2022 seine Filmreihen zeigte. Während der Sanierung zeigt das preisgekrönte Programmkino seine Reihen zur Filmgeschichte ebenfalls im Pei-Bau.
Kunstmarkt am Zeughaus
Jeden Samstag und Sonntag können Sie an der Ostseite des Zeughauses über einen Markt mit Kunst und Kunsthandwerk schlendern. Die Stände mit ihren hochwertigen Auslagen sind beliebt bei Berlinern und Besuchern.


