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Bebelplatz und Humboldt Universität in Berlin
Bebelplatz und Humboldt Universität © iStock.com, Foto: Mag_Mac

Bebelplatz

Licht der Aufklärung – Dunkle Stunden der Diktatur

Der Bebelplatz ist einer der schönsten Plätze Berlins mit prachtvollen Bauten – und Schauplatz der wechselhaften Geschichte der Stadt.


Der Bebelplatz in Berlins Mitte hat viel erlebt: Vom hellen Licht der Aufklärung bis hin zu den dunklen Stunden des Nationalsozialismus. Auch heute noch erzählt er Ihnen von seiner bewegten Geschichte.

Direkt am Prachtboulevard Unter den Linden gelegen erreichen Sie den Bebelplatz schnell. Er ist einer der markantesten und historisch wichtigsten Plätze Berlins. Am Bebelplatz befinden sich sehenswerte Gebäude wie die Staatsoper Unter den Linden, die St. Hedwig-Kathedrale, das Hotel de Rome, die Alte Bibliothek, das Alte Palais und das Prinzessinnenpalais. Ursprünglich heißt die Anlage Platz am Opernhaus, später dann Kaiser-Franz-Joseph-Platz. Doch die Berliner nennen ihn weiterhin Opernplatz. 1947 taufen die Behörden ihn nach dem SPD-Politiker August Bebel.

Das Forum Fridericianum

Der rechteckige, vollständig gepflasterte Platz entsteht 1740 nach dem Abtragen der alten Berliner Stadtbefestigung. Auf Wunsch von Friedrich II. plant der Architekt von Knobelsdorff eine neue Anlage im Berliner Stadtzentrum, das  Forum Fridericianum. Der neue Platz soll das Zentrum des Forums Fridericianum mit Opernhaus, Akademiegebäude und königlichem Stadtpalais werden. Allerdings kann von Knobelsdorff  die ursprüngliche Planung nicht vollenden. Zunächst entsteht nur das Operngebäude, woraufhin das Gelände den Namen Opernplatz erhält. Hinter der Staatsoper steht seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert die katholische St.-Hedwigs-Kathedrale, auf der Westseite entstehen die Königliche Bibliothek sowie das Alte Palais.

Gebäude am Bebelplatz

Staatsoper Unter den Linden
Die Staatsoper ist das erste freistehende Opernhaus Deutschlands. Zahlreiche bedeutende Künstler haben an den Aufführungen in der Oper gewirkt. Derzeit wird das Gebäude aufwändig saniert, die Fertigstellung ist für 2017 geplant.

Prinzessinnenpalais
Einst leben in dem Palais Mitglieder der Hohenzollern-Familie, heute gehört es einem Medienkonzern. Das Palais besteht ursprünglich aus zwei Gebäuden, die zusammengeschlossen werden und später noch eine repräsentative Erweiterung erhalten. Karl Friedrich Schinkel errichtet eine Bodenkonstruktion, die das Gebäude mit dem angrenzendem Kronprinzenpalais verbindet.

St. Hedwigs-Kathedrale
Friedrich II. schenkt der katholischen Gemeinde die Hedwigskirche als Zeichen der religiösen Toleranz. Heute ist die Kirche mit der markanten Kuppel die Bischofskirche zu Berlin und somit der wichtigste katholische Sakralbau der Stadt.  

Altes Palais
Das Alte Palais ist einst die Hauptstadt-Residenz des preußischen Königs und Deutschen Kaisers Wilhelms I. Er zeigt sich gerne zur Wachablösung am Fenster. Dieses Ereignis zieht die Schaulustigen an  und steht sogar in damaligen Berlin-Reiseführern. Heute gehört das Gebäude der Humboldt-Universität zu Berlin als Teil der Juristischen Fakultät.

Hotel de Rome
Die Geschäftszentrale der Dresdner Bank aus dem späten 19. Jahrhundert im Stil der italienischen Renaissance beherbergt heute Büros und das Luxushotel Hotel de Rome.

Alte Bibliothek
Die im 18. Jahrhundert erbaute Bibliothek trägt wegen ihrer barock-geschwungenen Formen den Spitznamen Kommode. Mit der Bibliothek will Friedrich II. das akademische Wissen dem Bürgertum zugänglich machen. Bedeutende Schriften der Aufklärung stehen in den Regalen der Bibliothek, so die Bücher von Diderot, Rousseau, Voltaire, Kant und Leibniz. Die größte Bibliothek im deutschen Sprachraum. Als das Gebäude die Bücher nicht mehr fassen kann, entsteht die Staatsbibliothek Unter den Linden.   

 

Die Bücherverbrennung

Am 10. Mai 1933 geht der Opernplatz auf unrühmliche Weise in die Geschichte ein. Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Studentenschaft werfen bei der Bücherverbrennung bedeutende Werke der Weltliteratur in das Feuer. Werke von Autoren wie Heinrich und Thomas Mann, Erich Kästner, Stefan Zweig, Heinrich Heine, Karl Marx oder Kurt Tucholsky verbrennen. Viele der als dekadent und undeutsch geschmähten Schriftsteller haben zu dem Zeitpunkt Deutschland bereits verlassen und sind ins Exil gegangen. Erich Kästner schaut unerkannt zu, wie sein Buch Fabian ein Opfer der Flammen wird.

Mahnmal Bücherverbrennung

An die Bücherverbrennung erinnert seit 1995 das unterirdische Denkmal von Micha Ullmann. Zu sehen ist eine in den Boden eingelassene Bibliothek mit leeren Regalen, die in der Mitte des Bebelplatzes durch eine Kunststoffscheibe betrachtet werden kann.
Die Inschrift zitiert Heinrich Heine: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“