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Podiumsdiskussion

Nach 1945 schienen Zwangsmigration, Flucht und Vertreibung
von ethnisch und national definierten Gruppen aus der europäischen Geschichte
verschwunden. Der Kontinent gab sich in einem anderen, friedvolleren Licht:
wachsender Wohlstand und die Machtverhältnisse (das atomare Patt) im
Ost-West-Konflikt bewirkten, dass Staatsgrenzen zwar in vielen Regionen der
Welt, nur nicht mehr in Europa gewaltsam verschoben wurden.

Veranstaltungen in Berlin: Zwangsmigrationen in Europa - Zur Geschichte eines gegenwärtigen Problems
Centre Marc Bloch

Das Leid der unmittelbar betroffenen Bevölkerungen schien weit weg. Erst die Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren weckten erneut das Bewusstsein dafür, dass politische und soziale Ordnungen reversibel sind.

Aktuell stellen der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit einhergehende größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg das europäische Selbstverständnis grundsätzlich infrage.

Die Osteuropa- und Russlandhistoriker Prof. Dr. Catherine Gousseff (Paris) und Prof. Dr. Norman Naimark (Stanford) diskutieren über das Thema Gewalt, Flucht und Vertreibung in der europäischen Geschichte.
Im Gespräch spüren sie den (verborgenen) Kontinuitäten dieser Phänomene nach und fragen nach ihrer Bedeutung für die Formierung der europäischen Staaten und Gesellschaften vom 20. Jahrhundert bis heute.

Moderation
:
  • Dr. Gundula Bavendamm, Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
  • Prof. Dr. Béatrice von Hirschhausen, Forscherin am Centre Marc Bloch, Berlin
Eintritt frei
Französische und englische Wortbeiträge werden simultan ins Deutsche übersetzt.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Centre Marc Bloch, Berlin



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Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung