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2022 gab es an überraschenden Bescherungen wahrlich keinen Mangel. Schöne waren allerdings eher selten darunter. An der miesen Bilanz kann Dr. Kuttner auch nichts ändern. Was ihn aber nicht daran hindert, am letzten Videoschnipselabend dieses Kriegs- und Krisenjahres ein Feuerwerk des Frohsinns zu zünden.

visitBerlin, Foto: Max Threlfall

Diese Show läuft seit 1996 in immer derselben Besetzung. Ein Mann, ein Mikrophon, eine Leinwand – mehr nicht.
Und doch ist sie jedes Mal neu. Kein Abend gleicht dem anderen, jeder steht für sich allein. Doch was verbürgt sich hinter der bescheiden „Videoschnipselvortrag“ betitelten Bühnendarbietung?

An dieser Stelle könnte man die FAZ zitieren, die launisch bemerkt: Kuttner beweist mit jedem Auftritt, dass man berlinernd zehnmal schneller denken und sprechen kann als nicht berlinernd. Es ginge natürlich auch die Berliner Zeitung, die von Abenden berichtet, an denen mit großer Verlässlichkeit verwirrende und erhellende Assoziationsketten ausgelöst werden.
Oder den Tagesspiegel, der Jürgen Kuttner als einen der letzten Radikalaufklärer der Gegenwart nennt.

Man kann es aber auch lassen und ganz nüchtern anmerken, dass der promovierte Kulturwissenschaftler Jürgen Kuttner in seinen Videoschnipselvorträgen unter Zuhilfenahme einiger gut abgehangener Fernsehausschnitte brandaktuelle gesellschaftliche Zustandsbeschreibungen abliefert.

Was jetzt wiederum etwas betulich klingt und unterschlägt, dass diese Abende bei den meisten Zuschauer:innen nicht nur die politisch-moralischen Grundfesten, sondern auch das Zwerchfell schwerstens erschüttern.

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Zusätzliche Informationen
Teilnehmende Künstler
Ein Videoschnipselvortrag von Kuttner (Autor/in)
Termine
Datum
Volksbühne - Großes Haus