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pour passer la mélancolie

Eine Konzertreihe des Ensembles Radiant8 über zeitgenössische Themen in der Kunst.

RADIANT8
RADIANT8 © Jieun Jun

Für den ersten Durchlauf wurde das Thema »Melancholie und Vergänglichkeit« ausgesucht. Ein Thema, welches augenscheinlich schon seit Jahrhunderten in der Kunst grassiert, dass aber durch die Corona Pandemie eine nochmal aktuelle Bedeutung bekommen hat.

Die eingeladenen Künstler*innen reflektieren auf interdisziplinäre Art und Weise zum Thema der Melancholie im Kontext von Corona.

Konzept

Denken wir an die Zeit der Renaissance und den Frühbarock. Denken wir an den Topos der Melancholie und die Vanitas. Alles ist vergänglich. Das Gefühl welches dem Menschen einfällt, wenn er merkt das alle seine Taten vergänglich sind und alles nur »eitel« war, beschreibt man allgemein hin als Melancholie. Dieses Thema findet sich in vielen Werken dieser Zeit reflektiert, von Dürrer bis Heinrich Schütz.

Die Komponierenden in diesem Projekt sind selbst sehr von der Corona Pandemie gebeutelt, da sie in eine Zeit fiel, in der sie gerade angefangen haben, sich als freischaffende Künstler*innen zu etablieren. Diese Generation darf keine verlorene sein, weshalb wir gerade Komponierende ausgesucht haben, die zum einem durch ihre eigene künstlerische Reflektionsgabe aufgefallen sind, aber auch direkt von der Corona Pandemie betroffen sind. Kunstschaffende sind nie inaktiv. Die Corona Pandemie kann daran auch nichts ändern. Das Verbot von Konzerten hat es jedoch Komponierenden sehr schwierig gemacht, die sich vor allem in dem Feld der Konzertmusik befinden. Gleichzeitig wurde die konventionelle Konzert-Situation durch die Corona Pandemie auch problematisiert. All diese gilt es und in den zu Auftrag gegebenen Werken auf produktive weise zu reflektieren.

Kontext

Zu Beginn des Jahres 2020 wurde wohl den meisten Menschen klar, wie gefährdet die Existenz unseres Planeten ist. Kriegerische Provokationen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Iran, wie auch die Katastrophalen Waldbrände in Australien, in deren Folge Millionen Lebewesen ihr Leben verloren haben – mache sogar ausgestorben sind. Diese katastrophalen Ereignisse wurden in dem Jahr 2020 überschattet von der sich ausbreitenden Corona Pandemie, in deren Folge bis heute mindestens 4,5 Millionen Menschen direkt verstorben sind. Die Nebenwirkungen die mit der Corona Pandemie einhergingen, sind Depressionen, Stress und gesellschaftliche Abschottung. Aufgrund dieser auch die Selbstmordrate in etlichen Ländern dieser Erde in die Höhe gestiegen ist.

Im Jahr 2021 gab es durch verfügbare Impfstoffe die Hoffnung, dass man die Pandemie bewältigen und zu einem »Normalzustand« zurückkehren könne. Länder wie die Niederlande erklärten auch jüngst den sogenannten »Freedom Day«, wo die meisten Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona Pandemie abgeschafft wurden. Es stellt sich jedoch die Frage, wie das gesellschaftliche Zusammenleben in einer post-Corona Zeit aussehen könnte. Klar ist, das die Nachwirkungen der Corona Zeit noch auf uns zukommen werden – gebrochene Lebensläufe, Depressionen, Burnout, chronische Erkrankungen der Atemwege, all das sind Nebenwirkungen der Corona Pandemie.

Künstlerisch gesehen, ist die Corona Pandemie auch ein tiefer Einschnitt. Denken wir an die Unterteilung in systemrelevanten und systemirrelevanten Sektoren. Der Kulturbereich ist systemrelevant, daran sollte es auch in einer Pandemie keine Zweifel geben. Es ist gerade auch die Aufgabe von Kunst und Kultur über diese Zeit zu reflektieren und kritische Fragen zu stellen, wie auch die Verbindungen zwischen anderen historischen Einschnitten herzustellen.
Zusätzliche Informationen
Mitwirkende: Ensemble Radiant8

Goran Stefanovic als Gastspieler und Danbi Jeung, Feliz Anne Reyes Macahis, Mattia Bonafini und Örnólfur Eldon Þórsson als Gastkomponisten.

Wir haben uns zusammen kennengelernt in unserem Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. In dieser Zeit haben wir gemeinsam schon Projekte realisiert mit Studierenden der Instrumentalklassen.

Nach dem Studium in Hannover fanden sich alle in verschiedenen Städten in Deutschland wieder, die Verbindung ist jedoch nicht abgebrochen und der Wille zur gemeinsamen künstlerischen Arbeit ist mit der Zeit immer größer geworden.

Jieun Jun gründete zusammen mit anderen Komponierenden das Ensemble Morph, das im Jahr 2020 eine erfolgreiche internationale Konzertreihe unter dem Titel (t)raum veranstaltet hat

Zusammen mit befreundeten Spielern aus unterschiedlichen Städten in Deutschland wurde das Ensemble Radiant8 offiziell in Düsseldorf gegründet. Im Fokus steht das erarbeiten eines sozial informierten Repertoires, welches die kulturellen, sozialen und politischen Aspekte unserer Zeit reflektiert. Dafür gibt das Ensemble jedes Jahr Aufträge an Komponierende aus, die sich mit einem vorgegebenen Thema auf ihre Art auseinandersetzen müssen und in Reihen und Serien zur Aufführung gebracht werden.
Termine
Datum
Heimathafen Neukölln