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Thomas Aurin
Thomas Aurin © Thomas Aurin

Once to be realised

Eine Frau in Schwarz, ein Klangkontinuum, unterbrochen durch eine Explosion, Menschenmassen, die die Bühne stürmen, Verkehrsampeln, der ohrenbetäubende Gesang der Zikaden auf Chios in der Mittagshitze, das Spiel im Ensemble als Chiffre gesellschaftlicher Konstellationen, die Beschwörung des metaphysisch Anderen, Komponieren als Versuch eines Bruchs mit der musikalischen Syntax oder auch als »leichter Druck gegen die Sinngrenze«:

Adresse
Deutsche Oper Berlin - Tischlerei

Richard-Wagner-Straße 10585  Berlin


Der Kosmos des griechischen Komponisten Jani Christou ist labyrinthisch verzweigt im Reichtum seiner suggestiven Bilder und Entwürfe. Er überschreitet das rein Musikalische hin zu einer Integration von Szene, Text und Bild und verlässt zugleich die Räume der Kunst, versteht das Politische und Soziale ebenso als kompositorisches Material wie er Kompositionen für konkrete Naturlandschaften und Kulturräume entwirft. Und er bleibt letztlich prophetischer Entwurf, ONCE TO BE REALISED:

Christou entwarf in seinen letzten Lebensjahren in knapp 130 einzelnen Skizzen eine Reihe noch zu komponierender Stücke. Nur wenige davon hat er jedoch vor seinem plötzlichen Tod bei einem Autounfall, 1970, an seinem 44. Geburtstag, ausarbeiten können. Der Großteil dieser visionären Entwürfe wurde in den knapp 50 Jahre seit seinem Tod nicht realisiert und erst jetzt werden sie zur Grundlage eines neuen Musiktheaters: Zusammen mit dem renommierten griechischen Regisseur Michail Marmarinos konfrontieren sich sechs Komponist*innen, die zu den profiliertesten Schöpfer*innen aktuellen Musiktheaters zählen, mit Christous Entwürfen. Sie begegnen ihnen mit ihrer eigenen Musiksprache, setzen sich ihnen aus und lassen sich inspirieren, um mit ihren eigenen Mitteln und ihrer eigenen Idee in die Zukunft fort- und weiterzuschreiben.

Dabei entsteht ein Musiktheater, das archaisches Drama ebenso ist wie soziale Skulptur, das die Mächte des Mythos beschwört, um von einer musikalischen Praxis hin den Sprung in, im Sinne Christous, eine »Metapraxis«, in ein metaphysisch Anderes zu schaffen — und ist »Ausbruch aus der Syntax«, Anschlag auf die Logik im Verhältnis des Ausführenden zu seinen eigenen besonderen Ausdrucksmitteln.

ca. 2 Stunden / eine Pause

Veranstaltungskalender

Teilnehmende Künstler
Beat Furrer (Komposition)
Barblina Meierhans (Komposition)
Olga Neuwirth (Komposition)
Samir Odeh-Tamimi (Komposition)
Younghi Pagh-Paan (Komposition)
Christian Wolff (Komposition)
Cordula Bürgi (Musikalische Leitung)
Michail Marmarinos (Inszenierung)
Michail Marmarinos (Konzept)
Lenio Liatsou (Konzept)
Yorgos Sapountzis (Bühne, Kostüme, Video)
Sebastian Hanusa (Dramaturgie)
Natalie Jurk (Mezzospran)
Martin Gerke (Bariton)
Manon Perant (Performance)
Marius Boehm (Performance)
Meik van Severen (Performance)
Robyn Schulkowsky (Schlagzeug)
Cantando Admont (Ensemble)
Friederieke Kühl (Sopran I)
Elina Viluma-Helling (Sopran II)
Annika Westlund (Mezzo / Alt I)
Helena Sorokina (Mezzo / Alt II)
Hugo Paulsson Stove (Tenor I)
Bernd Lambauer (Tenor II)
Matias Bocchio (Bariton)
Christoph Brunner (Bass)
Ensemble dissonArt (Ensemble)
Jannis Anissegos (Flöte)
Alexandros Stavridis (Klarinette)
Theodoros Patsalidis (Violine)
Chara Sira (Viola)
Vassilis Saitis (Violoncello)
Yiannis Chatzis (Kontrabass)
Lenio Liatsou (Klavier)
Alexandros Giovanos (Schlagzeug)

Hier finden Sie weitere Informationen

Veranstaltungen im Monat April 2021
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