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Als erste „moderne“ Oper, die aus Ideen und nicht aus einzelnen Nummern bestünde, ordnete Giuseppe Verdi selbst seine 1862 uraufgeführte FORZA DEL DESTINO ein. Tatsächlich bezieht das gesamte Werk seine Antriebskraft aus der Polarität zweier entgegengesetzter Gefühlswelten, die die Hauptfiguren geradezu obsessiv beherrschen.

La forza del destino
La forza del destino © Thomas Aurin

Auf der einen Seite die vermeintliche Schuld am Tode von Leonoras Vater, die auf ihr und ihrem Geliebten Alvaro lastet. Auf der anderen Seite der Rachedurst, der Leonoras Bruder Carlo dazu treibt, die beiden über alle Grenzen hinweg zu verfolgen. Über drei Stunden hinweg entspinnt sich eine bedingungslose Verfolgungsjagd, die die drei Hauptfiguren durch eine Welt führt, die immer mehr aus den Fugen gerät.

In wüsten Massenszenen erleben wir eine enthemmte Gesellschaft, in der nur noch das blanke Überleben zählt und die Gewalt jegliche Moral ersetzt hat. Selbst die Autorität der Kirche, in deren Armen Leonora und Alvaro Schutz suchen, erweist sich als brüchig und ist der „Macht des Schicksals“, der Energie des Bösen unterlegen.

Damit ist LA FORZA DEL DESTINO Verdis verstörendste Oper, deren Aktualität auch im 21. Jahrhundert immer wieder durch neue Bürgerkriege und Gewalttaten bekräftigt wird.

Krieg und Religion sind die Pole, die das Leben der Menschen in Verdis LA FORZA DEL DESTINO bestimmen. In der Inszenierung von Frank Castorf wird dieser zentrale Grundgedanke des Stücks durch die Verortung im spanischen Bürgerkrieg und im Neapel des zweiten Weltkriegs sichtbar gemacht. Dazu nutzt die Produktion unter anderem Ausschnitte aus den Romanen „Die Haut“ und „Kaputt“ des Italieners Curzio Malaparte, der in diesen Werken in surrealistischer Zuspitzung die Gräuel des Kriegs, aber auch einen unzerstörbaren Glauben an das Leben schildert.

3 Stunden 45 Minuten / Eine Pause

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Zusätzliche Informationen
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

[Die Macht des Schicksals]

Oper in vier Akten [Fassung von 1869]Libretto von Francesco Maria Piave und Antonio Ghislanzoni nach dem Drama „Don Alvaro o la Fuerza del sino“ von Angel de Saavedra, Duque de Rivas

Uraufführung am 10. November 1862 in St. Petersburg [erste Fassung]am 27. Februar 1869 in Mailand [zweite Fassung]Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 8. September 2019

empfohlen ab 14 Jahren



Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.



45 Minuten vor Vorstellungsbeginn: Einführung im Rang-Foyer rechts
Teilnehmende Künstler
Paolo Carignani (Musikalische Leitung)
Frank Castorf (Inszenierung)
Aleksandar Denic (Bühne)
Adriana Braga Peretzki (Kostüme)
Lothar Baumgarte (Licht)
Kathrin Krottenthaler (Video-Design und Live-Kamera)
Maryvonne Riedelsheimer (Video-Design und Live-Kamera)
Andreas Deinert (Video-Design und Live-Kamera)
Jeremy Bines (Chöre)
Stephen Bronk (Der Marchese von Calatrava)
Hulkar Sabirova (Donna Leonora)
Roman Burdenko (Don Carlo di Vargas)
Jorge de León (Don Alvaro)
Jana Kurucová (Preziosilla)
Roberto Tagliavini (Pater Guardian)
Philipp Jekal (Fra Melitone)
Karis Tucker (Curra)
Padraic Rowan (Der Alkalde)
Ya-Chung Huang (Mastro Trabuco)
Byung Gil Kim (Chirurgus)
Ronni Maciel (Der Indio)
Chor der Deutschen Oper Berlin (Chöre)
Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
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Deutsche Oper Berlin
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