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(In)visible Differences ist eine Erkundung alternativer Wahrnehmungen, wenn sichtbare Unterschiede tatsächlich unsichtbar sind. Semra Sevins inklusive Ausstellung eröffnet während der Woche des Sehens, die durch alle Sinne, sowohl für blinde, seheingeschränkte, als auch sehende Menschen, erlebbar ist. Die Ausstellung läuft vom 14.Oktober ’22 - Anfang Januar, ’23.

Veranstaltungen in Berlin: (In)visible Differences
Semra Sevin

Für (In)visible Differences hat Sevin blinde und sehbehinderte Menschen aus mehreren Kontinenten eingeladen, um mit ihr online ein Interview über die Wahrnehmung des „Anderen“ zu führen und ihre Beobachtungen auf Menschen und die Gesellschaft mitzuteilen. Die Interviews sind online zugänglich shorturl.at/hox48 , als auch begleitend zu einigen Kunstwerken zu hören, und auch via QR-Code zugänglich.
Die Interview Teilnehmer wurden gebeten ein digitales Porträt einzureichen. Parameter der Porträts wie dpi, Farbcodes und Grösse wurden in ein 3D-Programm eingespeist, woraus non-figurative Objekte entstanden. Diese haptischen Objekte wurden sowohl per Hand nachgebaut, als auch 3D gedruckt. Drei grosse Centerpieces erzeugen Klang, wenn sie angefasst werden.
Zudem sprechen die Skulpturen die olfaktorischen Sinne an. Jedes Objekt wird von einem kleinen Einmachglas begleitet, welches den Lieblingsduft der jeweils repräsentierten Person enthält. Zusätzlich haben die Besucher die Möglichkeit, an einer dafür eingerichteten Sound Station, durch das gegenseitige Berühren Sound entstehen zu lassen. Somit kann der Besucher interaktiv ertastbare, hörbare, olfaktorisch abstrakte Portraits erleben und sich mit den Besuchern über alternative Sinne verbinden. Spiegelfolie an den Wänden versetzt den sehenden Betrachter in eine abstrakte Welt. Sehbeeinträchtigte werden durch Bodenmarkierungen durch die Ausstellung geführt. Die Künstlerin Sevin möchte mit ihrer Arbeit eine für sie wichtige Frage in den Raum werfen: „Was können wir von Sehbehinderten lernen, um eine neue, avantgardistische Art der Weltwahrnehmung zu entwickeln, die inklusiv ist?“ Die Interviews und die Ausstellung bieten eine Möglichkeit, Menschen mit Sehbeeinträchtigungen in einem emanzipierten Kontext zu erleben.

Ulrich Krauss hat mit den Aussagen der Blinden über Essen (in der Öffentlichkeit) ein Menü entwickelt, das auf deren Bedürfnisse und Vorlieben eingeht, oder sich der visuellen Erfahrbarkeit entzieht und sich mehr über Duft und Geschmack mitteilt. Die buchbaren Abendessen werden jeweils von einer sehbeeinträchtigten Person begleitet.
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