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Knoblauchhaus
Knoblauchhaus © Stadtmusem Berlin

Museum Knoblauchhaus | Stadtmuseum Berlin

Biedermeier in der historischen Mitte Berlins

Berlin zur Zeit des Biedermeier: Das Knoblauchhaus lässt diese Epoche mit original erhaltenen Möbelstücken und Alltagsgegenständen lebendig werden.

zur Zeit geschlossen

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In einem der schönsten Wohnhäuser Berlins reisen Sie zurück in die Zeit des Biedermeier: So begeben Sie sich auf die Spuren der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Knoblauch. Rekonstruierte Wohnräume mit originalen Möbelstücken geben Einblick in den Alltag und die Wohnkultur dieser Zeit. 170 Jahre ist das Haus Wohn-und Geschäftssitz sowie wichtiger Treffpunkt für Familienfeiern und gesellschaftliche Aktivitäten. Prominente Gäste wie der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel oder Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt nehmen an ihnen teil. Damit ist das Haus ein Ort gelebter Geschichte.

Vom Wohnhaus zum Biedermeier-Museum

1761 erbaut der Nadlermeister Johann Christian Knoblauch das dreistöckige Eckhaus im spätbarocken Stil. Es dient nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Kontor der Knoblauchschen Seidenbandhandlung. Von 1821 bis 1918 befindet sich in der Beletage bereits ein Familienmuseum. Danach fungiert das komplette Gebäude wieder als Mietshaus. Ab 1989 ist das Knoblauchhaus ausschließlich ein Ausstellungsort. Seitdem erhalten Sie hier einen anschaulichen Einblick in Stil, Kultur und Geschichte der Biedermeier-Jahre zwischen 1815 und 1848. Über eine enge Wendeltreppe gelangen Sie in die 1. Etage, die den einzelnen Familienmitgliedern gewidmet ist. Die Räume sind authentisch und wohnlich eingerichtet, – als wäre die Familie nur kurz außer Haus. Im Wohnzimmer bestaunen Sie Alltagsgegenstände und Möbel von Henriette Knoblauch, der Ehefrau von Carl Knoblauch. Ein Damenmöbelstück, das Sekretär und Schminktisch in einem ist, präsentiert anschaulich die funktionale, praktische Seite des Biedermeiers. Die Bibliothek des Hauses erzählt vom langjährigen Hausherren Carl Friedrich Wilhelm Knoblauch und seinen Verdiensten im politischen Stadtgeschehen. Carls Bruder Eduard Knoblauch ist ein berühmter Architekt und Schinkel-Schüler. In dem ihm gewidmeten Entrée-Zimmer befindet sich der originale Bücherschrank aus seinem Besitz. Die Einrichtung des Hauses ist typisch für diese Zeit: sehr schlicht und maßvoll. Das spiegelt auch ein von Schinkel entworfener Kronleuchter wider: Goldene Pracht verströmend, ist er aus billigen Ersatzmaterialien gefertigt. Achten Sie auch auf die grünen Blumen im Fenster. So alltäglich es für uns heute ist, findet diese Gewohnheit hier ihre Anfänge. In der 2. Etage durchschreiten Sie die kleineren Räume der Familie Knoblauch. Lernen Sie anhand von Gebrauchsgegenständen, Bildern und offiziellen Dokumenten das soziale Leben, die Architektur und die Politik Berlins besser kennen.

Highlights im Knoblauchhaus

  • seltene Flötenuhr von 1797 vom bekannten Hofuhrmacher Möllinger
  • originale Wohnzimmer-Sitzgruppe im Biedermeierstil
  • vom Architekten Friedrich Schinkel entworfener Kronleuchter
  • Damenmöbelstück „Patentsekretär“
  • Sterbebett aus dem 19. Jahrhundert des Naturforschers Alexander von Humboldt (mit Familiensiegel)

Geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Vom Knoblauchhaus erblicken Sie die Nikolaikirche und ihre markanten Doppeltürme. Seit 800 Jahren ist sie das Zentrum des historischen Nikolaiviertels. Mittlerweile jedoch dient das Gebäude als Museum für die Kirchen-, Bau- und Stadtgeschichte Berlins. Die für Besucher öffentlich zugänglichen Untergeschosse gelten als die ältesten Räume der Stadt. Ebenfalls nur wenige Meter vom Knoblauchhaus entfernt – in direkter Nähe zur berühmten Museumsinsel – beeindruckt das imposante Ephraim-Palais. Auf drei Etagen informieren temporäre Ausstellungen über Berliner Kunst- und Kulturgeschichte. Dabei ist das Rokoko-Gebäude an sich schon einen Besuch wert: So ist das elegante Treppenhaus mit seinem majestätischen Treppenauge ein Highlight der Innenraumgestaltung.

Unsere Tipps für den Museumsbesuch

Am bequemsten erreichen Sie das Museum mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Vom S- und U-Bahn-Knotenpunkt Alexanderplatz sind es noch etwa 800 Meter zu Fuß. Etwas näher befindet sich der U-Bahnhof Klosterstraße, der von der U-Bahn-Linie U2 angefahren wird. Mit dem Bus nutzen Sie bitte die Linien M48 oder 248 bis zum Berliner Rathaus beziehungsweise Nikolaiviertel. Der Eintritt in das Museum ist kostenlos, freiwillige Spenden sind erwünscht. Eine einstündige Führung durch das Haus ist auf Anfrage möglich. Mit dem Museumspass Berlin erhalten Sie freien Eintritt in alle Staatlichen Museen zu Berlin einschließlich Museumsinsel und Jüdisches Museum.

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 – 18:00
Mittwoch 10:00 – 18:00
Donnerstag 10:00 – 18:00
Freitag 10:00 – 18:00
Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 10:00 – 18:00