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Potsdam, Neuer Garten, Marmorpalais, Hauptbau mit beiden Seitenflügeln, Blick aus Westen.
Potsdam, Neuer garten, Marmorpalais © (c) SPSG Marmorpalais Leo Seidel

Marmorpalais

Schloss am See

Schlesischer Marmor und roter Backstein verleihen dem Marmorpalais das romantische Antlitz. Dazu trägt auch die Lage am Ufer des Heiligen Sees bei.

Das Marmorpalais thront im Neuen Garten in Potsdam. Genau wie das später errichtete Schloss Cecilienhof, das das Palais am Ufer des Heiligen Sees ablöste.

Einziges frühklassizistisches Preußenschloss

Die architektonische Vielfalt der Schlösserlandschaft in Berlin und Brandenburg ist etwas Besonderes. Fast kein Schloss gleicht den anderen. Die Preußen waren kreativ und immer mit ihren Bauten am Puls der Zeit: Das Schloss Charlottenburg im Rokoko-Stil oder Cecilienhof in der Tudorgotik, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Im Auftrag König Friedrich Wilhelm II. setzt Carl von Gontard ab 1787 ein zweigeschossiges kubisches Gebäude mit Rundtempel auf dem Dach in den Neuen Garten. Es ist das erste und einzige preußische Königsschloss im Stil des Frühklassizismus. Die rechteckigen Seitenflügel kommen etwas später hinzu, als der König feststellt, dass das Palais zu klein ist.

Übergangsheim für künftige Kaiser

In den 30ern des 19. Jahrhunderts bezog Prinz Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I., das Schloss mit seiner Frau Augusta. Sie verweilten aber nur kurz, da sie auf die Fertigstellung ihres eigenen Schlosses Babelsberg warteten. Ein weiterer Prinz Wilhelm, nämlich später Kaiser Wilhelm II., ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, in seinem Leben einige Jahre im Marmorpalais zu wohnen. Von 1881 bis zur Thronbesteigung 1888 machte er es sich im Schloss gemütlich. Die letzten Bewohner waren der älteste Sohn des Kaisers Wilhelm und seine Gemahlin Cecilie. Beide zogen 1904 ein und 13 Jahre später wieder aus, nämlich in das ein paar Meter entfernte Schloss Cecilienhof.

Casino Royal

Die Spuren des Zweiten Weltkrieges machten auch am Schloss nicht halt. Eine Brandbombe traf den Nordflügel und eine Granate beschädigte das Hauptgebäude. Die königlichen Gemäuer wurden von Offizieren nach dem Krieg als Casino und Armeemuseum genutzt.

Entdecken Sie die Highlights des Schlosses

Ein Blick von der Terrasse nach rechts und Sie entdecken eine kleine Tempelruine. Hier befand sich die Schlossküche. Diese wurde von keinen geringerem als Carl Gotthard Langhans – dem Erbauer des Brandenburger Tors – gestaltet. Über einen unterirdischen Gang gelangen die Speisen zu den königlichen Herrschaften in den Grottensaal. Der Grottensaal ist ohnehin ein weiterer besonderer Ort des Marmorpalais. An lauen Sommerabenden, wenn die Türen zur Terrasse weit geöffnet waren, speiste der König hier mit seinen Gästen.

Marmorpalais in Potsdam, Grottensaal
Marmaorpalais in Potsdam, Grottensaal © SPSG, Foto: R. Handrick

Zu bestaunen ist auch die umfangreiche Wedgwood-Sammlung des Schlosses. Motive der Nibelungensage finden sich ebenfalls am Schloss.

Tickettipp

Bei Vorlage eines Tickets der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
(der Schlösser Marmorpalais, Neues Palais und Bildergalerie, ausgenommen Kombiticket sanssouci+)
erhalten Sie 25% Ermäßigung auf ein Tagesticket des Museum Barberini (Gültigkeit 3 Tage) - und umgekehrt.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten (Zusatzinfos)

ganzjährig geöffnet