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Weihnachten auf Ukrainisch. Warum? Das ganze Jahr diskutierten wir bei einem Aperol Spritz mit kompostierbarem nachhaltigen Biostrohhalm, woran wir letzten Endes untergehen werden, am ökologischen Kollaps, an falscher Ernährung, an der schlechten Regierung, am Personalmangel, an den Coronafolgen oder an dem sich in den Köpfen und auf dem Planeten ausbreitenden Krieg.

Veranstaltungen in Berlin: Weihnachten auf Ukrainisch mit Wladimir Kaminer Frühstück am Rande der Apokalypse
Urban Zintel

Die Untergangsmöglichkeiten schienen an ihrer Diversität nicht zu übertreffen.
Können überhaupt Künstler, Kulturschaffende die verfahrene Situation auf dem Planeten ändern? Darf Kunst bis zum letzten Tag unpolitisch bleiben? Vielleicht braucht man die Kunst auf der Titanic gar nicht? Die Antwort auf alle drei Fragen ist Nein.

Die Kunst kann zwar das Volk nicht davon abhalten, in eine Kloake zu springen, aber sie gibt den Menschen eine Chance, sich zu wiegen, zu schämen, aufzuregen und sich zu empören.

Nur durch die Kunst können wir verstehen und verarbeiten, was mit uns wirklich geschieht.

Und natürlich muss die Kunst politisch sein, eine Kunst, die es nicht tut, ist bloß eine Gesichtsmassage für die Bourgeoisie. Ohne Künstler wäre der Planet auch zum Kotzen langweilig.
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