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Frauen und ihre Rolle in Kunst und Gesellschaft stehen im Bode-Museum weiter im Fokus. Parallel zur aktuellen Ausstellung „Der zweite Blick: Frauen“ wird ab 1. Juli 2022 eine Sonderausstellung der New Yorker Künstlerin Gail Rothschild präsentiert. Ägyptische Textilien aus der reichen Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst sind die Inspirationsquelle für ihre neue Serie monumentaler Malereien. In der Gegenüberstellung mit Wirkereien aus der Zeit vom 4.-9. Jahrhundert entsteht eine faszinierende Dynamik zwischen vergangenen Kulturzeugnissen und zeitgenössischem Kunstschaffen.

Bode-Museum Außenansicht
Bode-Museum Außenansicht © Scholvien

Auf der Suche nach neuen Vorlagen für ihre großformatigen Werke stieß Gail Rothschild auf die bunten, motivreichen Wirkereien aus dem spätantiken Ägypten, die zur Zeit ihrer Entdeckung um 1900 viele bedeutende Künstler*innen, Kunstsammler*innen, Modemacher*innen und Theaterleute faszinierten. Gail Rothschild überführt nun mit ihren monumentalen Bildern diese Alltagsobjekte aus der Spätantike in die Kunst des 21. Jahrhunderts. Nur auf den ersten Blick wirken ihre Gemälde wie Kopien, doch sind sie eigenständige Kunstwerke mit einer ganz eigenen Präsenz, Dynamik und Ausstrahlung. In der Gegenüberstellung mit originalen Textilien aus der Antike entsteht ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen Zeugnissen einer vergangenen Kultur und zeitgenössischem Kunstschaffen. Aufgrund der Größe der Bilder kommen Besucher*innen nicht umhin, sich auch mit den kleinformatigen Textilfragmenten intensiver auseinanderzusetzen. Dies birgt die Chance, sie als kunsthandwerkliche Meisterstücke neu zu erleben und ihre alltägliche Funktion und Nutzbarkeit in der damaligen Gesellschaft zu erfahren.
  
Die Ausstellung soll zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen und dazu anregen, sich mit der langen Historie von antiken Kleidungsstücken und Ausstattungstextilien – von ihrer Herstellung bis zur Verwendung als museales Anschauungsobjekt – auseinanderzusetzen.
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