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Mail Art von Mitgliedern des Deutschen Künstlerbundes

Künstler*innen des Deutschen Künstlerbundes zeigen in der diesjährigen Sommerausstellung »Still Alive«, wie sie in der Pandemie mit dem Verlust der Öffentlichkeit und der großen zwischenmenschlichen physischen Distanz umgegangen sind und noch umgehen. Dazu nutzen sie das predigitale, haptische und physische Medium der Postkarte, das Entfernungen zwischen Menschen und Orten überbrückt und Präsenz in Form von Wort, Bild und Material herstellt.

Still Alive
Still Alive © Deutscher Künstlerbund

»Medien bestimmen unsere Lage«, schreibt Friedrich Kittler in seinem Buch »Grammophon Film Typewriter«. Vor rund 150 Jahren wurden die ersten Nachrichten auf unverschlossenen Karten versendet. Anfangs als eine schnelle Depesche gedacht, nutzen Postkarten bald Bildmotive zur Überwindung von Ferne. In den 1960 Jahren entstand die Mail Art. Künstler*innen begannen, sich Briefe, Postkarten, kleine Gegenstände und andere Dokumente zuzuschicken. Diese Kunst, die weder gekauft noch verkauft, sondern nur empfangen werden konnte, entwickelte sich als produktiver Ideenaustausch aus einer kritischen Haltung gegenüber dem Kunstbetrieb heraus.

Mit »Still Alive« eröffnen Künstler*innen des Deutschen Künstlerbundes mit den Mitteln der künstlerischen Postkarte eine offene Diskussion zur Situation von Kunst in Zeiten der Pandemie.

Die mehr als 160 empfangenen Postkarten werden den Sommer über im Ausstellungsraum des Deutschen Künstlerbundes und seinen Schaufenstern gezeigt. Dort geben sie Zeugnis vom Durchhaltevermögen, dem Humor und der ungebrochenen Kreativität der Künstler*innen. Jede Postkarte ist ein Kunstwerk: ob Materialcollage, Malerei, Fotografie, Gedicht, grafischer Text, Zeichnung, Kratzung, Schichtung oder Aneignung – die künstlerische Vielfalt ist unerschöpflich und genauso divers wie die Reaktionen auf die Pandemie.

Der Ausstellungstitel »Still Alive« ist eine Hommage an On Kawaras Serie von Telegrammen, in denen er zwischen 1970 und 1979 Freund*innen und Kolleg*innen in unregelmäßigen Abständen darüber informierte, dass er noch lebt.
Zusätzliche Informationen
Besuch der Ausstellung: Bis zu 8 Personen können gleichzeitig und mit FFP2-Maske sowie unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m die Ausstellung besuchen.

Eröffnung: 08.07.2021, 19 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag, 12 – 17 Uhr und nach Vereinbarung