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Im Laufe des Jahres 2023 war das HKW Gastgeber für zahlreiche gemeinschaftliche Kulturen. Bei der Vermittlung und Produktion von Wissen und sozialen Zusammenhängen sind Partizipation, Zugänglichkeit, Verkörperung und kollektive Selbstbestimmung integrale Bestandteile.


Die Musik- und Tanzworkshop-Reihe Bullerengue – Planting the Seeds for Community Healing steht für ein besonderes Augenmerk auf die Kontexte und Interaktionen von Rhythmus, die von den Politiken der jeweiligen Poetik und Praxis geprägt sind.

Als Abschluss des diesjährigen Live-Programms und um diese Beziehungs- und Klangtechnologie weiter auszubauen, ist das Publikum zu einer weiteren Bullerengue-Session eingeladen, geleitet von Carolina Riaño sowie den Perkussionisten Leo Mejía und Dante Parraguez.

Im Anschluss an den Workshop ist der Dokumentarfilm Cantadoras. Memorias de vida y muerte en Colombia zu sehen. Er zeigt, wie traditionelle Musik, darunter auch Bullerengue, dabei helfen kann, Gewalt zu widerstehen, sie zu besänftigen, von ihr zu erzählen und damit einen Weg aus der Spirale zu weisen.

Bullerengue bezeichnet eine ganze Familie an Rhythmen, die aus Westafrika stammen und sich in der kolumbianischen Karibik und in der Provinz Darién in Panama weiterentwickelt haben. Der Tanz wird in ruedas praktiziert, Kreisen, in denen die Teilnehmenden ihre Stimmen in Mantra-ähnlichen Refrains vereinen und so Erhabenheit und Kraft erzeugen. Durch Formen von Call and Response und kollektive Improvisation in Musik und Tanz aktivieren die bailes cantados (gesungene Tänze) ein Gefühl gegenseitiger Verbundenheit und Zugehörigkeit. Bullerengue wird von Frauen seit Jahrhunderten für generationenübergreifende Achtsamkeit und die Weitergabe von Wissen eingesetzt, als Mittel für Heilung und Resilienz. Aktuell ist er ein wichtiges Kulturgut, um die Geschichte des Widerstands in afro-diasporischen Gemeinschaften zu stärken.

Bullerengue ist eine emanzipatorische Praxis, offen für alle! Das HKW heißt Personen willkommen, die antirassistischen, intersektionalen, feministischen und queeren Aktivismus betreiben, sowie alle, die daran interessiert sind, an dieser gemeinschaftlichen Praxis von Musik und Tanz teilzunehmen und die uralte Tradition in Berlin lebendig zu halten.

Das Publikum ist dazu eingeladen, mitzuklatschen, zu singen, zu tanzen oder auch mitzuspielen (eigene Trommeln oder Maracas können gerne mitgebracht werden).

Sprache: Englisch (spanische und deutsche Sprachassistenz möglich)
Zusätzliche Informationen