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Christa Reinig (geboren 1926 in Berlin, gestorben 2008 in München) schrieb auf der Rückseite von Behördenformularen Gedichte über Eingemauerte, gehenkte Henker und ausgeschiffte Piraten. Kenner:innen galt sie als die einzige in Deutschland, die noch Reime machen konnte – auch deshalb übersetzte sie Marina Zwetajewa aus dem Russischen.

Veranstaltungen in Berlin: Poesie lesen mit: Christa Reinig
visitBerlin, Foto Nele Niederstadt

Reinig war eine Meisterin der Ballade und des Bänkelsangs, aber hinter der gebändigten Form ist bei ihr immer ein Aufruhr zu erahnen (der Vers sitzt, in jeder Hinsicht). In der DDR durfte sie nicht veröffentlicht werden; 1964, nach der Verleihung des Bremer Literaturpreises, kehrte sie folglich nicht zurück. Auf ihrem Schreibtisch im Märkischen Museum, wo sie als Kustodin arbeitete, hinterließ sie nur ein Röntgenbild ihrer Wirbelsäule.  

  • In Lesung und Gespräch: Annett Gröschner | Ursula Krechel | Monika Rinck
  • Moderation: Asmus Trautsch
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Haus für Poesie