Es ist schwer, sich Phänomene vorzustellen, die sich gegenseitig stärker ausschließen als Poesie und Theater.
Der Punkt liegt in den Besonderheiten der poetischen Rede, die auf der Leseart des Autors und einer feindseligen Rezeption beruhen.
Wichtige Ausnahmen hiervon sind Slam Poetry, Autorenlieder und andere Formen des Autors, das Wort in Aktion, Autor und Performance zu leben, weshalb sie sich in getrennten Genres hervorheben. Wenn wir über avantgardistisches, sprachliches Schreiben sprechen, dann ist die Arbeit damit in einer Theaterform zumindest problematisch.
Mit Beginn des umfassenden russisch-ukrainischen Krieges erwies es sich für viele als problematisch, sowohl poetische Äußerungen auf Russisch zu produzieren als auch russischsprachige Poesie zu lesen. Ein Gespräch über die Entkolonialisierung des Denkens und Schreibens war alltäglich. Gleichzeitig erzeugten anderthalb Jahre Krieg paradoxerweise, aber auch in der erwarteten Weise, den Effekt einer poetischen Lawine, eines wahren Schlammstroms russischer Poesie.
Das Stück „Es stellt sich heraus, dass es nicht du bist“ von Wsewolod Lisowski schlägt vor, über die auf Russisch verfassten Texte von 2022-2023 zu schweigen. Die Aufführung wird von einem poetischen Libretto begleitet, das von Polina Barskova und Konstantin Shavlovsky verfasst wurde. Wir hoffen, dass ein solcher Akt performativen Schweigens ein wesentlicher Stopp im Gespräch über die Möglichkeiten und Grenzen des poetischen Schreibens während des Krieges sein wird.
Eintritt auf Spendenbasis.
Die Anzahl der Tickets ist begrenzt, bitte melden Sie sich im Voraus an.