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In ihrer neuen Ausstellung „Hamburger Sezessionisten“ richtet die Salongalerie »Die Möwe« den Blick auf die einzige Künstlergruppe der Klassischen Moderne in Hamburg. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Eduard Bargheer Museum, den Nachlassverwaltern von Dorothea Maetzel-Johannsen und Emil Maetzel sowie privaten Sammlungen konnten die zahlreichen Werke für diese Ausstellung zusammengetragen werden. 

Maetzel: Ballspieler
Maetzel: Ballspieler © Maetzel: Ballspieler, Salongalerie »Die Möwe«

Die 1919 gegründete Hamburgische Sezession war bis zu ihrer erzwungenen Auflösung 1933 durch die Nationalsozialisten als Plattform für Gleichgesinnte und vereinte Kunstschaffende aus Malerei, Bildhauerei, Architektur und Literatur. Zu ihren 33 Gründungsmitgliedern zählten Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen, Alma del Banco, Gretchen Wohlwill und Otto Fischer-Trachau. Gemälde, Gouachen, Grafiken und Zeichnungen dieser Künstlerinnen und Künstler wie auch der namhaften Sezessionisten Ivo Hauptmann und Eduard Bargheer stellt »Die Möwe« vom 2. Juni bis 27. August 2022 in ihrem Räumen vor.

Den Veranstaltungen und Initiativen der Hamburgischen Sezession verdankte die Stadt den Anschluss an die internationale avantgardistische Kunstszene und vielfältige Impulse für das kulturelle Leben. Beispielhaft dafür ist das Werk und Wirken von Emil Maetzel und seiner Frau Dorothea Maetzel-Johannsen, die zu den führenden Persönlichkeiten der Hamburgischen Sezession gehörten. Das Ehepaar hatte wesentlichen Anteil an der Durchsetzung der künstlerischen Moderne in der Hansestadt. Vorbilder für beide waren die Maler und Grafiker der Brücke. Die jüdische Künstlerin Alma del Banco gehörte ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession.

Die Auseinandersetzung mit den Werken der Künstler Cézanne, Matisse und Léger brachte sie zu einer ganz eigenen Bildsprache. Sie unternimmt zahlreiche Reisen nach Südeuropa, u.a. zusammen mit ihrer Malerfreundin, der Sezessionistin Gretchen Wohlwill, 1922 nach Italien. Das Ölgemälde „Taormina“, das den Namen einer Hügelstadt in der Nähe des Ätna trägt, geht vermutlich auf diese Reise zurück. Es zeigt den für die Künstlerin in den Jahren um 1920 charakteristischen Stil: „Der tektonische Bildaufbau, die Anklänge an kubistische Formen und der die Unterzeichnung kaum überdeckende dünne Farbauftrag kennzeichnen das Werk als eine typische Arbeit aus dieser Zeit.“ (Dr. Friederike Weimar, Kunsthistorikerin)

Das Atelier von Gretchen Wohlwill war in den 1920er und frühen 30er Jahren Treffpunkt der Sezessionskünstler und anderer Künstlerfreunde. Nachdem die Nationalsozialisten die aus einer jüdischen Familie stammende Künstlerin aus dem Schuldienst entlassen hatten, zog sie auf die Elbinsel Finkenwerder, in unmittelbare Nachbarschaft ihres lebenslangen Malerfreundes und Vertrauten Eduard Bargheer. Sein künstlerisches Werk umfasst vor allem mosaikartige, lichte Aquarelle, für die er international bekannt ist. Viele dieser Bilder entstanden auf der Insel Ischia – sein Zufluchtsort während des Zweiten Weltkrieges.

Ivo Hauptmann, ab 1928 Mitglied der Hamburgischen Sezession, verbrachte mehr als die Hälfte seines Lebens in der Hansestadt, wo er einer ihrer wichtigsten Maler wurde. Die in der Ausstellung gezeigten Aquarelle spiegeln seine Liebe zu Hamburg, dem Hafen und der See wider. Der Sezessionist Otto Fischer-Trachau war ebenfalls Mitbegünder der avantgardistischen Expressionisten-Bewegung in der Hansestadt. Emil Maetzel schrieb zu den Bildern des Künstlers: „Hier fühlt man, welche bedeutende Bereicherung die Dynamik des Expressionismus [...] gebracht hat. Welche ungeheure Lebendigkeit und Rhythmik in Form und Farbe!“ Linolschnitte aus den 1920er und 1930er Jahren belegen diese Aussage und sind seltene Raritäten.
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten der Ausstellung: Di bis Sa von 12 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung
Termine
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Salongalerie "Die Möwe"
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