Direkt zum Inhalt

Sonderausstellung im Museum Knoblauchhaus

Das Museum Knoblauchhaus widmet sich in seiner Sonderausstellung „Friedrich Gilly (1772–1800). Kubus, Licht und Schatten“ dem innovativsten deutschen Architekten um 1800. Friedrich Gilly gilt mit seinen noch heute modern wirkenden Architekturentwürfen Vorläufer des Bauhauses.

Friedrich Gilly, Entwurf zu einem Denkmal für König Friedrich II., 1796,1797 (Ausschnitt) © Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Friedrich Gilly, Entwurf zu einem Denkmal für König Friedrich II., 1796,1797 (Ausschnitt) © Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz © Friedrich Gilly, Entwurf zu einem Denkmal für König Friedrich II., 1796,1797 (Ausschnitt) © Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz

Gilly war Künstlergenie, Erneuerer der Architektur, Kopf der Berliner Architekturszene und Vorbild für Karl Friedrich Schinkel. Gilly hat die Baudenkmalpflege in Preußen mitbegründet und war einer der ersten Professoren an der Berliner Bauakademie. Gilly ging ins seinem Denken aufs Ganze: Baukunst war für ihn eine treibende Kraft für gesellschaftliche Erneuerung.

In seinen Architekturentwürfen ging er von geometrischen Grundkörpern aus: Kubus, Würfel und Walze. Diese inszenierte er mit Licht und Schatten. Kaum etwas davon wurde gebaut, denn Friedrich Gilly verstarb schon mit 28 Jahren. Doch sein Werk inspirierte die Architektur der Bauhaus-Zeit bis hin zur Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe.

Anlässlich seines 250. Geburtstags wird neben der Sonderausstellung auch ein wissenschaftliches Symposium mit nationalen und internationalen Expert:innen durchgeführt.

Dr. Jan Mende, Kurator (Stadtmuseum Berlin): „Wir freuen uns, mit Friedrich Gilly einen Überflieger der Berliner Architektur-Szene zu würdigen. Vielen ist er sicherlich unbekannt, aber er genießt bis heute Kultstatus! Die Architekten der Moderne waren fasziniert von seiner blockhaften Bauweise. Peter Behrens, Mies van der Rohe und sogar Andy Warhol ließen sich von Gillys Werk inspirieren.“

Die Ausstellung geht in den drei Themenblöcken Kubus, Licht und Schatten dem Werk Friedrich Gillys nach:

  • „Kubus“ zeigt die architektonischen Prinzipien dieses Künstlers.
  • „Licht“ zeigt eine Begegnung mit klassizistischen Idealentwürfen.
  • „Schatten“ zeigt Dramatisierung, Frühromantik und Gillys persönliche Tragik.
Insgesamt werden 61 Zeichnungen und Grafiken präsentiert, begleitet von fünf Architekturmodellen und verschiedenen Luxusprodukten im Gilly-Design. Absolutes Highlight ist der Originalentwurf für ein Denkmal Friedrichs des Großen – eine selten gezeigte Leihgabe des Kupferstichkabinetts Berlin. Weitere eigenhändig gezeichnete Gilly-Blätter stammen aus der Grafischen Sammlung des Stadtmuseums Berlin, der Akademie der Künste, der Schlösserstiftung Berlin-Brandenburg, der Alten Nationalgalerie, der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, der Klassikstiftung Weimar und aus Privatsammlungen.

Gezeigt wird der 21-teilige luxuriöse Dionysos-Tafelaufsatz, der erst vor kurzem aus dem Besitz der Herzöge von Württemberg im Kunsthandel auftauchte und sich jetzt in einer Privatsammlung befindet. Der Tafelaufsatz wurde um 1800 in Berlin gefertigt, wahrscheinlich nach Entwürfen Gillys.

Spektakulär ist die Präsentation der „Minerva-Platte“ aus dem ehemals 36 Meter langen Fries der Alten Münze. Das Relief wurde von Gilly entworfen und von Johann Gottfried Schadow ausgeführt. Dieser Klassiker der klassizistischen Bildhauerkunst war der Öffentlichkeit lange Zeit verborgen, wird nun aber dank der Schadow Gesellschaft Berlin zumindest als Teilstück wieder gezeigt.

Symposium: 250 Jahre Friedrich Gilly (1772–1800)
Begleitend zur Ausstellung im Museum Knoblauchhaus veranstaltet das Stadtmuseum Berlin in Kooperation mit dem Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik ein wissenschaftliches Symposium zu Friedrich Gilly. Geladen sind 17 Architektur- und Kunst-Expert:innen, darunter Prof. Barry Bergdoll (New York), Dr. Jerzy Krzysztof Kos (Breslau/Wroclaw), Prof. Petra Lohmann (Siegen), Prof. Christiane Salge (Darmstadt) und Prof. Ulrich Leben (Montcuq-en-Quercy). 

„Den 250. Geburtstag Friedrich Gillys feiern eine Ausstellung und ein Symposium, die sehr schnell, sehr kompetent und in unkompliziertem Zusammenspiel von Museum, Wissenschaft und Kunsthandel auf den Weg gebracht wurden. Die Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht den Druck der Publikation, die Gillys Werk feiert und aktuelle Forschungsergebnisse zusammenfasst.“, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung.
Zusätzliche Informationen
Termine
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus
Datum
Knoblauchhaus