Direkt zum Inhalt

Guido Geelen, Ritsue Mishima, Luzia Simons

Zeitgenössisches Kunsthandwerk ist, im Sinne von Brutto Gusto, dann am besten, wenn Schönheit auf Skurrilität trifft, wenn Fertigungstraditionen geistreich hinterfragt werden. Wenn es, statt vergangene Epochen nachzuahmen, herausfordert und etwas neues schafft.. Holländische Tulpenvasen, italienische Muranogläser und flämische Wandteppiche sind Beispiele für Stücke, die in der europäischen Kunstgeschichte, ob königlich oder bürgerlich, eine erstaunliche kulturelle Bedeutung und geschmacksbildende Kraft haben.

Veranstaltungen in Berlin: Contemporary Crafts
© visitBerlin, Grafik: Mona Schäfer

Die drei Kreativen Guido Geelen, Ritsue Mishima, Luzia Simons zeigen, dass sich diese Kunstformen immer noch weiterentwickeln. Sie reagieren, indem sie neue Wege gehen, kulturelle Referenzen miteinander verschränken und die klassischen Muster in einem Akt des Nonkonformismus in das Kunsthandwerk zurückverwandeln – ganz  im Sinne von Brutto Gusto.

Guido Geelen ist Meister darin, alle möglichen lebenden und nicht lebenden Dinge zu gießen und sie in ungewöhnliche Metall- und Keramikskulpturen zu verwandeln. Seine glasierten, aufeinander gestapelten Ton Hübel mit Löchern für Blumen, sind seine moderne Interpretation der Delfter Tulpenvase. Eine Anspielung auf das historische Paradigma der Anpassung des chinesischen Porzellan Stils an den Wahn des holländischen Tulpenfiebers im 17. Jahrhundert. Heute zählen sie zur Grundausstattung in vielen Museumsshops, meist made in China.

Ritsue Mishima brauchte eine Menge Überzeugungskraft, venezianische Glasmeister in geschichtsträchtigen Werkstätten dazu zu bringen mit Samurai artiger Disziplin und japanischem Minimalismus ihre Zeichnungen in Kristallskulpturen verwandeln. Massiv, dabei filigran, das Licht einfangend. Sie sind nicht farbig, und finden so zum Glanz von Muranos Klarglas-Ursprüngen aus dem elften Jahrhundert zurück.

Luzia Simons kreiert Wandteppiche in der europäischen Tradition des Mille-Fleur-Stils im 16. Jahrhundert. Die brasilianische Künstlerin begibt sich auf diesen Weg – als Teil ihrer beharrlichen Aneignung der Tulpe als Symbol für Kulturtransfer und Identitätssuche als Außenseiterin.  Wenn ein blumiges digitales Scanogramm auf die  trifft, löst das anachronistische Gefühle aus. Aber Simons ahmt europäische Muster nach, um dahinter auch eine raffinierte Form der Kritik zu verstecken.
Zusätzliche Informationen
Termine
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto
Datum
Brutto Gusto