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Berlin – Zwei Modelle Stadt

Der Stellenwert des Projektes der IBA im Hansaviertel erschließt sich erst vollständig im Hinblick auf die Parallelität zu dem repräsentativen Baugeschehen entlang der alten Großen Frankfurter Straße, 1949-61 Stalinallee, seitdem Karl-Marx-Allee, das in der Verantwortung des Magistrats von Groß-Berlin lag. Hier geriet der Wunsch, „Paläste für Arbeiter“ zum Schlachtruf, hygienisches, komfortables und soziales Wohnen für Alle in höchster handwerklicher Qualität ausgeführt.

Tour Zwei Modelle Stadt - die Karl-Marx-Allee 1949-69
Tour Zwei Modelle Stadt - die Karl-Marx-Allee 1949-69 © Carolina Croonenbroek

Der zweite Bauabschnitt korrigierte diese dem nationalen Wiederaufbaugeist gewidmete Ästhetik zugunsten einer strikten modernen, sich international verstehenden Industriebauweise. Die beteiligten Architekturkollektive erhielten nie den Heldenstatus wie ihre westlichen Kollegen, dennoch gehören die sehenswerten Arbeiten von Richard Paulick, Josef Kaiser oder Hermann Henselmann zum Erbe deutscher Architekturgeschichte.

Die Teilnehmenden können sich in diesem einzigartigen Wettbewerb ideologischer Positionen bspw. durch die „16 Grundsätze des Städtebaus“ nach sowjetischem Einfluss durch Friedrichshain führen lassen, wie sie auch in Tiergarten den antiurbanen Vorzügen der aufgelockerten, grünen, luftigen Stadt begegnen können. Die Mieter kamen und blieben, die Architekten schwärmen und das Kapital ist gefolgt. Die „zwei Seiten einer Medaille“ treten jetzt ein in die zweite Antragsphase zur Aufnahme in die Welterbeliste.

Empfohlen wird auch die Führung zum Hansaviertel: Anfang der fünfziger Jahre entschied der West-Berliner Senat das innerstädtische kriegszerstörte Hansaviertel nicht wiederaufzubauen. Statt dessen zum Messegelände bestimmt, bot dieses Viertel nun Platz für Beispiele modernen, das heißt auch sozialen Wohnungsbau. Das städtische Wohnen der Zukunft wurde per Wettbewerbsverfahren einer Auswahl von Ideen deutscher Architekten sowie den Entwürfen der renommiertesten Architekten der westlichen Welt überlassen. So trafen die Entwürfe von Le Corbusier, Oskar Niemeyer oder Alvar Aalto auf den eines Kollegen, mit dem sie schon in der Vorkriegszeit die gleichen Fragen diskutiert hatten, Walter Gropius. Er seinerseits traf hier auf Berliner Bekannte wie Wils Ebert, Egon Eiermann oder Wassili Luckhardt.

Veranstalter
art:berlin - eine Produktlinie der
cpb culture partner berlin GmbH

in Kooperation mit dem Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung
Zusätzliche Informationen
Treffpunkt: vor dem Komos, Karl-Marx-Allee 131A, 10243 Berlin U Frankfurter Tor

Dauer der Tour: 2 Stunden
Termine
Datum
KOSMOS Berlin - die Eventlocation
Datum
KOSMOS Berlin - die Eventlocation