Martin Heinig
Kopf-Darstellungen sind in der zeitgenössischen Kunst ein wiederkehrendes Thema, ein klassisches Thema, denn, so fragt auch Martin Heinig: Was sagt mehr über den Menschen aus, als sein Antlitz, sein Kopf?
Und so malt der 1958 in Husum geborene Künstler, der zwischen 1979 und 1986 an der UdK in Berlin bei Georg Baselitz studiert hat, seit Dekaden Köpfe.
Die Bezüge zur Kunstgeschichte, zum Expressionismus oder auch zur wilden Malerei der 1980er Jahre sind präsent.
Im frühen 20. Jahrhundert, bei Egon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner etwa, waren Darstellungen von Köpfen Ausdruck jener Zerrissenheit, welche die Epoche prägte: die Zerrissenheit des Individuums in einer zunehmend industrialisierten und entfremdeten Welt. Und noch heute, das zeigt die neoexpressionistische Malerei von Heinig, wird im Antlitz des Menschen so viel sichtbar: die Reibung zwischen dem Ich und der Gesellschaft, Isolation, Verzweiflung, Trauer, emotionale Intensität, aber auch Euphorie, Warmherzigkeit, Begeisterung. Die ganze Komplexität der inneren Welt.
Man kann sich dem Blick dieser oft großformatigen, in Öl und Gouache gemalten Köpfe, die auf vielen großen Ausstellungen auch international zu sehen waren, nicht entziehen. Es entsteht eine Kommunikation zwischen Betrachter und Bild. Diese Köpfe, sie fesseln unseren Blick – man tritt ein in ein Zwiegespräch mit der Kunst.
Es ist eine großartige Malerei, die uns der Künstler präsentiert, Strukturen von Gesichtslandschaften voller Intensität und Spannung. Vibrierende Bilder in zum Teil großer Leuchtkraft: Zeugnisse einer Kunst, die zum Wesen vordringen möchte, zur Existenz, zu den wichtigsten Dingen des Menschseins. Diese Köpfe brauchen keinen Raum – und keinen Zeitbezug: Der Künstler isoliert sie, füllt damit die Leinwand, schafft eine autonome Form und damit auch eine Einladung an den Betrachter.
Heinigs Kunst ist ganz abgehoben von allem Zeitlichen. Es ist nicht die Zeit, die aus ihr spricht, die Gegenwart, sondern eine zeitunabhängige, geistige Haltung. Man könnte auch formulieren: die Ewigkeit.
Der Künstler erzählt uns in dieser Malerei vom Leben selbst, von seiner Rätselhaftigkeit, von seiner Verletzlichkeit und Komplexität. Nach Fertigstellung der Bilder, sagt er, gehen seine Köpfe eigene Wege. Sie blicken uns an mit gewaltiger Kraft. Sie sprechen und tönen für sich. Aber sie erlauben auch einen Dialog.
- Vernissage: Samstag, 14. Februar, 18 Uhr
- Eröffnungsrede: Dr. Kirstin Buchinger
- Der Künstler ist anwesend.
- Um Anmeldung wird gebeten unter: fv@galeriemond-finearts.com
Zusätzliche Informationen
Galerie Mond Fine Arts
Bleibtreustraße 17/ Ecke Mommsenstraße
10623 Berlin
Öffnungszeiten:
Di-Fr 12-18 Uhr
Sa 12-16 Uhr
Bleibtreustraße 17/ Ecke Mommsenstraße
10623 Berlin
Öffnungszeiten:
Di-Fr 12-18 Uhr
Sa 12-16 Uhr


