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Buchstabenmuseum

Wer A sagt, muss auch B sagen

Urbane typografische Schätze im Buchstabenmuseum

Mehr als 1000 Buchstaben, Schriftzüge, Logos und Zeichen umfasst die weltweit einzigartige Sammlung im Buchstabenmuseum. Der Großteil stammt aus dem Berliner Stadtbild, zum Beispiel die Buchstaben „HAUP“ vom früheren Hauptbahnhof, dem heutigen Ostbahnhof. Auch ein „E“ aus den Kulissen von Tarantinos „Inglourious Basterds“ gehört zum Bestand. Es hat als einziges die Explosion des Filmkinos Le Gammar im Showdown überlebt. Aber auch Schätze aus ganz Deutschland und sogar Österreich und Sofia sind darunter. In voller Größe und ganz nah erzählen sie von Stadtgeschichte im Wandel und nostalgischen Markennamen.

Stadtgeschichte und Zeichen der Zeit – Buchstaben, Schriftzüge und Reklame

Seit 2005 retten die Gründer des Museumsvereins Buchstaben, Schriftzüge und Reklame aus dem öffentlichen Raum vor dem Verfall. 2008 gibt es eine erste Ausstellung der bis zu 100 Kilogramm schweren und 2,5 Meter hohen Exponate. Nach mehreren Umzügen hat das Museum jetzt seinen festen Platz in sechs S-Bahnbögen im Hansaviertel gefunden. Passenderweise fällt außen sofort der Schriftzug „Buchstabenmuseum“ als blaue Leuchtreklame ins Auge. Viele der Ausstellungsstücke erstrahlen ebenfalls in Neon. Andere sind filigran, aus Bugholz oder Edelstahl gefertigt. Über lange Zeit das Stadtbild Berlins und anderer Orte prägend, verleihen sie jetzt dem Buchstabenmuseum sein besonderes Flair. So begegnen Ihnen zum Beispiel die Leuchtreklamen „Schuhe“ aus Alt-Tegel und das geschwungene „Zierfische“. Es schmückt lange Zeit die Zoohandlung an der Karl-Marx-Allee am Frankfurter Tor. Solch individuelle Schriftzüge bleiben nach dem Verschwinden von traditionellen Unternehmen zurück. Auch im Rahmen der Vereinheitlichung des Stadtbildes müssen viele Buchstaben weichen. Im Museum werden sie restauriert, bekommen ein zweites Leben und bleiben in Erinnerung. So erfahren Sie alles über die Hintergründe, individuellen Techniken und Schriftarten. Hinter manchen Ausstellungsstücken verbergen sich spannende Geschichten. Ein Hertie-Logo landet beispielsweise bei einer Protestaktion von ver.di symbolisch in der Spree. Hinweise zur Rettung von Buchstaben sind übrigens willkommen.

Highlights im Buchstabenmuseum

  • „Titania“-Schriftzug vom Steglitzer Kino – Berlins älteste Leuchtreklame aus den 20ern
  • Schriftzug „Der Tagesspiegel“ von der Potsdamer Straße 83
  • Bewag-Werkskennzeichnung mit den drei Wellen
  • Markthalle-Logo: Sonderanfertigung für die Markthalle am Alexanderplatz
  • ein „E“ von den Dreharbeiten zu Tarantinos „Inglourious Basterds“

Museen und Veranstaltungsorte in der Nähe

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Buchstabenmuseum liegt der zweite Standort der Akademie der Künste. Hier finden regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen zu aktuellen Themen aus Kunst und Politik statt. Nur gute 20 Minuten weiter befindet sich das Graffiti-Museum im Arte Local in der Turmstraße. Hier präsentiert sich Berlin als eine der größten Street-Art-Galerien der Welt – erstmals an einem festen Standort. Eine etablierte Adresse für internationale Kunst ist auch das Haus der Kulturen der Welt am Tiergarten. Die „Schwangere Auster“ ist außerdem ein Podium für hochkarätige Events.

Die Schwerpunkte reichen von Wissenschaft bis Politik, über Kultur und Medien. Unter anderem findet hier alljährlich die Transmediale statt. Am anderen Ende des Tiergartens gelangen Sie zum Bauhaus-Archiv. In dem Museum für Gestaltung besuchen Sie die weltweit größte Sammlung zur berühmten Design- und Architekturschule. Die Exponate machen den weltweiten Einfluss des Bauhaus bis heute deutlich. Besuchen Sie passend dazu das Werkbund Archiv in der Nähe vom Kottbusser Tor. In dem Museum der Dinge erfahren Sie alles zur gleichnamigen Reformbewegung aus Wien von 1907. Im Mittelpunkt stehen modern gestaltete Industrieprodukte des 20. und 21. Jahrhunderts – innovativ in Schaukästen in einer ehemaligen Werkstatt präsentiert.

Unsere Tipps zum Besuch des Buchstabenmuseums

Das Buchstabenmuseum befindet sich im Stadtbahnbogen am S-Bahnhof Bellevue, direkt im Hansaviertel. Zur Station kommen Sie mit den S-Bahnen S5, S7 und S75. Alternativ fahren Sie zum 500 Meter entfernten U-Bahnhof Hansaplatz mit der U9. Das Museum ist aktuell geschlossen.

 

Öffnungszeiten

Freitag 13:00 – 17:00
Samstag 13:00 – 17:00
Sonntag 13:00 – 17:00
Donnerstag 13:00 – 17:00

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