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Film | Gespräch

Volker Koepp begegnet in Chronos Menschen aus den Regionen östlich der Weichsel wieder, die er seit 1972 mehrfach für zahlreiche seiner Filme aufgesucht hat. Auf das eigene Werk zurückblickend entsteht eine Langzeitstudie, die die politischen Umstürze kulminierend in Russlands Krieg gegen die Ukraine seismografisch skizziert – ein fundamentaler Europafilm.


Auf den Spuren der Gedichte von Johannes Bobrowski drehte Volker Koepp 1972 seinen ersten Film im historischen Landschaftsraum östlich der Weichsel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, der in der Spätantike „Sarmatien“ genannt wurde. Eine Welt, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum sowjetischen Imperium gehörte.

Später entstand in dieser Gegend mit Kalte Heimat (1994), Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1998) oder In Sarmatien (2013) ein ganzer Zyklus von Filmen des Regisseurs. Es ging um Begegnungen mit Menschen, ihrem Alltag, ihren von politischen Umbrüchen geprägten Biografien, um nationalsozialistischen Terror, die Ermordung der Juden, stalinistische Verfolgung und neue Hoffnungen auf gesellschaftliche Veränderungen. 

Chronos – Fluss der Zeit ist eine filmische Montage, in der sich Vergangenheit und Gegenwart fragmentarisch verbinden. Ein Wiedersehen mit Menschen aus früheren Filmen in der Zerrissenheit der Jahre 2020–2025 – schließlich geprägt von der epochalen Zeitenwende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, deren Auswirkungen wir in der unmittelbaren Gegenwart erleben.

  • Kinopremiere mit Volker Koepp, dem Team und Protagonist:innen, anschließend Gespräch

  • Dokumentarfilm Chronos – Fluss der Zeit, Regie: Volker Koepp, Kamera: Uwe Mann, Christian Lehmann, Thomas Plenert u.a., Schnitt: Christoph Krüger, D 2026, DF, 198 Min.
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