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Der Konzeptkünstler Rudolf Herz aus München beauftragte 17 Straßenmaler auf dem Montmartre in Paris, Zeichnungen basierend auf einem Fotoporträt von Marcel Duchamp anzufertigen. Dies war eine ironische Reaktion auf Duchamps Entscheidung, im Jahr 1912, als er sich in München aufhielt, "kein Maler im traditionellen Sinne" mehr sein zu wollen. Das Fotoporträt zeigt Duchamp in einer nüchternen Objektivität und deutet bereits auf die Entwicklung hin, die durch seine revolutionäre Idee der Readymades und sein Meisterwerk "Das große Glas" wegweisend wurde.


Herz verknüpft historische Forschung eng mit künstlerischer Praxis. Neben der Veröffentlichung seiner Recherchen über Duchamps rätselhaften Aufenthalt in München in dem Buch "Le Mystère de Munich", rekonstruierte er auch Duchamps Münchner Wohnung als lebensgroße Plastik im Maßstab 1:1 und platzierte sie vor der Alten Pinakothek - dem Ursprungsort der konzeptuellen Kunst.

Die Pariser Zeichner, die im Auftrag von Herz an Duchamps Porträt arbeiten, bringen ihre eigene Handschrift, ihre "patte", in das Werk ein und eröffnen somit ein Rollenspiel. Dies steht im Einklang mit Duchamps eigener Neigung, sich seit den 1920er Jahren in verschiedenen Rollen vor der Kamera zu inszenieren und jegliche Identifikation abzulehnen, die seine Freiheit einschränken könnte. Die Straßenmaler schaffen ein vielfältiges Kaleidoskop an Charakteren. Duchamps Zeit in München, in der das Foto entstand, führte zu seiner Entscheidung, sich von jeder Form künstlerischer Handschrift, der "patte", zu befreien.

Das museum FLUXUS+ freut sich, die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum West Den Haag (NL) zu präsentieren. Ein Katalogbuch wird im Kerber Verlag veröffentlicht, mit Beiträgen von Antje von Grävenitz, Rudolf Herz, Philipp N. John und Marie-José Sondeijker.


Vernissage

Die Eröffnung ist am 26. April 2024 um 18 Uhr im atrium des museum FLUXUS+. Der Künstler ist anwesend.


Die Performerin Julia Wahren präsentiert anlässlich der Eröffnung kurze Kompositionen für Solostimme, inspiriert von Duchamps virtuosen Sprachspielen.

Begrüßung: Heinrich Liman
Einführung und Moderation: Dr. Philipp Norman John

Der Eintritt ist frei.
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