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Kunst in Kapellen

Die Nikolaikirche verbindet in ihrer neuen Ausstellung "Auferstanden aus Fragmenten. Kunst in Kapellen" die konkrete Restaurierung zweier barocker Grabkapellen mit einer künstlerischen Neuinszenierung aus Fragmenten der historischen Skulpturen durch zeitgenössische Künstler:innen.

© Stadtmuseum Berlin, Foto: Michael Setzpfand

Einerseits präsentiert die Ausstellung aktuell abgeschlossene Restaurierung bzw. Rekonstruktion der künstlerischen Ausstattungen zweier barocker Grabkapellen von Johann Georg Glume (1679-1765).

Die mit reichem Skulpturen- und Bilderschmuck ausgeführten Gesamtkunstwerke des Berliner Hofbildhauers und Architekten, Schüler und Nachfolger des Barockbaumeisters Andreas Schlüter, entstanden zwischen 1713 und 1732 für die Familien Kraut und Schindler. Beide Kapellen galten bis zur Zerstörung der Nikolaikirche 1945 als bedeutendste Schöpfungen der Grabmalskunst in der Mark Brandenburg.

Neuinszenierung aus Fragmenten der historischen Skulpturen in der Kapelle Schindler

Die Schindler-Kapelle wurde aus unvollständig erhaltenen aber qualitativ hochwertigen Skulpturenfragmenten teilrekonstruiert und besticht durch eine bühnenartige Grabarchitektur aus Buntkalkstein, die von einer Gloriole aus Wolken und hervorbrechenden Sonnenstrahlen umgeben ist. Ganz besonders ist dabei die Einbeziehung des tageszeitlich wechselnden Sonnenstandes durch die farbige Verglasung der kaum sichtbaren Fenster in den seitlichen Außenwänden der Kapelle, die den auferstehenden Jesus Christus im Zentrum in Gelb- und Blautöne tauchen und in ein „barockes Lichttheater“ einbetten.

Wechselnde Interpretationen der zeitgenössischen Kunst in der Kapelle Kraut
In der Kraut-Kapelle konnten zwar die reichhaltigen Skulpturen sowie Teile der Raumdekoration der Kapelle Kraut weitgehend restauriert und rekonstruiert werden, nicht jedoch die zerstörten Decken- und Wandmalereien. Um die Leerstelle zu füllen, ist das Projekt KUNSTRAUM KRAUT entstanden:

Zeitgenössische Künstler:innen unterschiedlicher künstlerischer Sprachen und weltanschaulicher Herkünfte sind eingeladen, sich der Auferstehungs-Ikonographie in direkter Interaktion mit dem barocken Raum- und Bildprogramm der Kraut-Kapelle zu nähern.

Teilnehmer:innen(einzeln oder im Kollektiv):
Sabine Herrmann | Christa Jeitner | Klaus Killisch | Doris Leue | Nikolai Makarov | Markus Rheinfurth | Hans Scheib | Johanna Staniczek | Robert Weber  

Etwa acht Wochen lang werden die einzelnen Arbeiten jeweils nacheinander zu sehen sein.

Zusätzliche Informationen