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Reichstag und Regierungsgebäude in Berlin
Band des Bundes und Reichstag © iStock.com, Foto: savoia

Band des Bundes

Verbindung von Ost und West

Das Band des Bundes verbindet eine sehenswerte Mischung aus neuer Architektur und deutscher Geschichte.

Ein Band über die Spree bilden die Regierungsbauten im Herzen Berlins. Symbolisch verbinden sie Ost und West. Die Bürobauten des Bundestages und das Bundeskanzleramt entstehen nach dem Fall der Mauer mit der Entscheidung für Berlin als Regierungssitz. Die Bauten des Bundes sind spannende Beispiele zeitgenössischer Architektur, die Sie beim Sightseeing durch Berlin nicht verpassen dürfen.

Band des Bundes: Geschichte

Der Deutsche Bundestag beschließt im Jahre 1991 von Bonn nach Berlin umzuziehen. Der Berliner Reichstag soll wieder der Sitz des Parlaments werden. Der Umzug macht den Neubau von Regierungsgebäuden erforderlich. Mit Ausnahme von Reichstag und Schweizer Botschaft versinkt im Zweiten Weltkrieg das alte Verwaltungs- und Regierungsviertel im Spreebogen in Schutt und Asche. Viel Platz für neue Ideen innovative Architekten.

Verbindung von West nach Ost

Die ursprüngliche Idee für das Band des Bundes ist eine verbindende Geste. In einer doppelten Symbolik schlagen Regierungsbauten und die Gebäude für die demokratisch gewählten Abgeordneten eine Verbindung und symbolische Brücke zwischen Ost und West.

Größter je dagewesener Architektenwettbewerb

Die Demokratie ist Bauherr. Dem 1995 begonnenen Bau geht die größte bis dahin dagewesene weltweite Projektausschreibung für öffentliche Bauten voran: 835 Architekten bewerben sich um die Aufträge. Es geht darum Deutschlands neue Regierungszentrale wie auch die Büros für die Abgeordneten des Parlaments zu entwerfen.

Den Zuschlag für die Neugestaltung des Spreebogens erhalten die Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank. Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus konzipiert der Architekt Stefan Braunfels. Verworfen werden die ursprünglich geplante Platzanlage Bürgerforum mit Cafés und Geschäften und zunächst die Verlängerung in Richtung Bahnhof Friedrichstraße.

Die Bundesbauten sind heute nicht nur geografisch der Mittelpunkt Berlins. Die markanten Gebäude aus Sichtbeton und Glas bilden seit 2006 für am Hauptbahnhof ankommende Berlingäste das Entree zur Stadt.

Die Gebäude

  • Bundeskanzleramt
  • Paul-Löbe-Haus
  • Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Das Bundeskanzleramt

Prägnantester Bau des Bandes ist das zwischen 1997 und 2001 unter Leitung der Berliner Architekten Charlotte Frank und Axel Schultes erbaute imposante Bundeskanzleramt. Es entsteht noch in enger Abstimmung mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl.

Das Paul-Löbe-Haus

Das Paul-Löbe-Haus ist benannt nach dem Reichstagspräsidenten und Alterspräsidenten des ersten Deutschen Bundestags. Es beherbergt die Büros von Abgeordneten, Sitzungssäle und die zentrale Besucherbetreuung. Besonders prägnant ist die Glasfassade an der Westseite. Eine Brücke für schwindelfreie Abgeordnete über und ein Tunnel unter der Spree verbinden das Gebäude mit dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Direkt gegenüber dem Paul-Löbe-Haus, auf der anderen Seite der Spree, befindet sich das wissenschaftliche Dienstleistungszentrum des Deutschen Parlaments. Der im Dezember 2003 eingeweihte Neubau verdankt seinen Namen der Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin Marie Elisabeth Lüders. Er beherbergt die Parlamentsbibliothek, eine der größten weltweit. Entlang des ehemaligen Mauerverlaufs sind im öffentlich zugänglichen Mauermahnmal zum Gedenken an die Teilung der Stadt originale Elemente der Berliner Mauer aufgebaut.

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