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Umlauftank  2 der ehem. Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau
Umlauftank 2 der ehem. Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau visitBerlin, Foto: Angela Kröll

Umlauftank 2

Rosige Aussichten

Was ist pink, blau und riesengroß? Berlins schrille „Rosa Röhre“ – der Umlauftank 2 auf der Schleuseninsel am Rand des Tiergartens.

Für den Architekten Hans-Günter Merz ist der Umlauftank 2, kurz UT2, dessen Sanierung er von 2014 bis 2017 leitet, „ein rotzfreches Teil“. Als Forschungseinrichtung der Technischen Universität Berlin dient er zur Strömungsmessung. Schon im Kaiserreich führte hier das Vorläuferinstitut, die Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau, Tests durch. 1967 konzipierte der Architekt Ludwig Leo den neuartigen Umlauftank 2, der 1974 in Betrieb geht.

Aber der UT2 ist mehr als eine Forschungseinrichtung: Leo entwirft die „Rosa Röhre“ als Kontrapunkt zur größenwahnsinnigen Architektur der Nationalsozialisten.

In den 1930er Jahren verbreiterte der Architekt und Generalbauinspektor der Reichshauptstadt Albert Speer die heutige Straße des 17. Juni. Sie spielt in den Plänen für die „Welthauptstadt Germania“ eine wichtige Rolle. Ins Sichtfeld dieser NS-Städteplanung fügt Ludwig Leo in den 1970er Jahren seine riesige Röhre in knalligem Pink ein – und setzt ein deutliches Zeichen.

Echter Hingucker

Bei der Konstruktion des Umlauftanks orientiert sich der Architekt vor allem an den technischen Erfordernissen. Die Farben legen die Funktion für die Betrachter offen. Die „Rosa Röhre“ bildet den Wasserkreislauf. In ihrem Innern setzt eine Turbine Wassermassen in Bewegung, erzeugt eine Strömungsgeschwindigkeit von bis zu zehn Metern pro Sekunde. Forscher testen hier Schiffe und Schiffsmodelle unter realen Bedingungen. Bis zu neun Meter lang dürfen die Wasserfahrzeuge sein, die in die 120 Meter lange Röhre passen.

Diese führt durch ein fünfstöckiges, mit blauen Aluminiumplatten verkleidetes Gebäude hindurch. Darin befinden sich die Laborhalle sowie Prüfstände und Büroräume.

Umlauftank  2 der ehem. Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau
Wüstenrot Stiftung, Foto: Philip Lohöfener

Der Umlauftank 2 von Ludwig Leo gehört zur ehemaligen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau der Technischen Universität Berlin und liegt an prominenter und weithin sichtbarer Stelle auf der Schleuseninsel am Rande der Straße des 17. Juni.

Umlauftank 2 der ehemaligen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau

Saniertes Glanzstück

Der Umlauftank 2 ist der weltweit größte; internationale Forscher und Ingenieure reisen nach Berlin, um ihn für ihre Untersuchungen zu nutzen. Und das nicht nur im Bereich der Nautik. Auch die Fortbewegung von Pinguinen haben Wissenschaftler hier schon studiert.

Lange Zeit rostete der Umlauftank 2 vor sich hin. Der Polyurethan-Schaum, aus dem die rosa Hülle besteht, alterte nicht gut. Von 2014 bis 2017 finanzierte die Wüstenrot-Stiftung die denkmalgerechte Sanierung. Seitdem strahlt das eigenwillige Berliner Industriedenkmal wieder in seinem rosa-blauen Glanz.

Unsere Tipps rund um den Umlauftank 2

In der Umgebung des Umlauftanks 2 gibt es weitere Orte der Berliner Moderne zu entdecken. Zum Beispiel die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche  am Breitscheidplatz. Oder Sie nehmen den Bus 100 (Richtung Alexanderplatz) bis zur Haltestelle Lützowplatz. Dort finden Sie auf der anderen Seite des Landwehrkanals das Bauhaus-Archiv mit dem Museum für Gestaltung (zurzeit wegen Sanierung geschlossen).

Praktische Infos von visitBerlin

Den Umlauftank erreichen Sie vom Bahnhof Zoologischer Garten. Um die Stadt zu erkunden, empfehlen wir für den öffentlichen Nahverkehr die Berlin WelcomeCard.