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Tränenpalast Berlin am Abend
Tränenpalast Berlin © Stiftung Haus der Geschichte, Foto: Axel Thünker

Tränenpalast

Grenzerfahrungen aus dem geteilten Berlin

Abschiedstränen. Das bedeutete die deutsche Teilung für viele Berliner. Ihre ganz persönlichen Geschichten erzählt der Tränenpalast.

Ausreise aus der DDR. Abfertigung in der Halle am Bahnhof Friedrichstraße. Koffer- und Passkontrolle. Was so rational und bürokratisch klingt, bedeutet damals viel mehr: Abschied von Freunden und Familie, meist unter Tränen. Und so kam der Tränenpalast im Volksmund zu seinem Namen.

Unmittelbar nach dem Bau der Berliner Mauer errichtete die DDR 1962 die Abfertigungshalle am Bahnhof Friedrichstraße. Sie diente der Ausreise aus Ost- nach West-Berlin. Der Pavillon aus Glas und Stahl passte in die Architektur der damaligen Zeit.
Nur Fahrgäste, die mit der S-, U- oder Fernbahn nach West-Berlin reisen wollten, hatten Zugang zum Tränenpalast. Volkspolizisten kontrollierten Pass und Visum, der Zoll durchsuchte die Koffer, im Anschluss erfolgte noch einmal eine ausführliche Passkontrolle. Schließlich durften die Reisenden passieren.

GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung

Seit 2011 dokumentiert die Ausstellung „GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung“ die Schicksale am Tränenpalast. Interviews mit Zeitzeugen, Biografien und 570 originale Objekte lassen die Geschichte von 1962 bis 1990 anschaulich werden. Wo einst die Zollkontrollen durchgeführt wurden, stehen heute geöffnete Koffer mit Erinnerungsstücken der Reisenden. Beklemmend ist noch jetzt das Gefühl im engen Gang der Passkontrolle. Zahlreiche Schilder konnten bewahrt werden und zeigen die Anweisungen am Grenzübergang. Mehr als 1 Million Besucher konnte die Ausstellung seit ihrer Eröffnung zählen.

Tränenpalast von außen
Tränenpalast © visitBerlin, Foto: Günter Steffen

Grenzabfertigung im Prestigebau

Das Gebäude ist ein Prestigebau. Bewusst modern gestaltet, damit er beeindruckt und verschleiert – nämlich seine Funktion als streng bewachte Abfertigungshalle der Grenztruppen. Sichtblenden schirmen die Blicke von Passanten ab. Auch die Infrastruktur im Inneren ist durchdacht: Der Weg in den Osten wirkt hell und weit, der Gang in den Westen dagegen betont dunkel. Im Bahnhof weist ein Wirrwarr aus Schildern den Weg. Die Bereiche für Berliner, Ost- und Westdeutsche und für Reisende aus dem Ausland sind strikt getrennt. Gehen Sie heute in den Bau, wird Ihnen sofort die große Treppe in der verglasten, hellen Halle auffallen. Sie führt zur Zoll- und Passkontrolle und ist im Originalzustand erhalten. In der restaurierten Kontrollkabine – eigens entworfen für DDR-Bürger – können Sie die beklemmende Atmosphäre bei der Passkontrolle erahnen.

Infos für Familien

Mit dem Spurensuche-Block „Ihre Papiere bitte!“ entdecken Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahre eigenständig die Ausstellung. Für Kindergruppen eignet sich ein Rundgang durch die Ausstellung mit Auspacken eines Westpaketes. So lernen die Kinder spielerisch mehr über das Leben in der DDR und den Deutsch-Deutschen Zusammenhalt.

Infos für Schulklassen

Schulgruppen können einstündige Führungen durch die Ausstellung buchen, speziell an unterschiedliche Altersstufen und deren Wissensstand angepasst. Eintritt und Führung sind kostenlos.

Praktische Infos zur Anreise

Mit den S-Bahnen S1, S2, S5, S7, S25 und S75 sowie mit der U-Bahn U6 kommen Sie problemlos zum Bahnhof Friedrichstraße. Der Eintritt in den Tränenpalast ist frei. Öffentliche Führungen sind freitags und samstags ebenfalls kostenlos, diese müssen Sie aber vorbuchen.

Öffnungszeiten

Dienstag 9:00 – 19:00
Mittwoch 9:00 – 19:00
Donnerstag 9:00 – 19:00
Freitag 9:00 – 19:00
Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 10:00 – 18:00

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