Silent Green Kulturquartier
Kunst und Start-Ups im ehemaligen Krematorium
Neues Leben im ehemaligen Krematorium Wedding. Heute wird hier gedacht, geforscht und experimentiert. Im silent green Kulturquartier residiert u.a. das Music Board Berlin. Es unterstützt die Popmusikszene Berlins und hilft, ihre kulturelle sowie wirtschaftliche Reputation – auch international – zu stärken. Das Label !K7 Records - bekannt durch Nick Cave, Einstürzende Neubauten und die DJ-Kicks-Reihe mit Carl Craig oder Kruder & Dorfmeister - ist hier ebenso zuhause, wie die Harun-Farocki-Stiftung des verstorbenen Filmemachers, Autors und Essayfilmers oder das Filmarchiv des Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V., Pictoplasma - eine Agentur für character design, der Projektraum Savvy Contemporary und die Multimediaagentur Luxoom.
Beeindruckend und schön
Die markantesten Räume des 1911 errichteten Gebäudes sind die Kuppelhalle, die ehemalige Trauerhalle und - im architektonischen Kontrast dazu - die unterirdische Betonhalle. Wer einmal ein Konzert in der Kuppelhalle mit ihrer atmosphärischen Intimität erlebt hat, wird sich noch lange an dieses starke akustisch-visuelle Erlebnis erinnern. Neben der Kuppel- und der Betonhalle gibt es im silent green noch die um einen intimen sonnigen Hof errichteten Flügelbauten und den Kubus, der Raum für Seminare und Vorträge für Yoga, Pilates, Shiatsu, etc. bietet.
Zeitgenössisches
In der Plantagenstraße 30 ist der Eingang zur Galerie Patrick Ebensperger. Sie zeigt hier seit 2013 zeitgenössische Kunst.
Immer wieder der Zeit voraus
Das denkmalgeschützte ehemalige Krematorium Wedding wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts als erstes Krematorium der Stadt erbaut. Eine Feuerbestattung war damals Ausdruck von Fortschritt, Säkularisierung, Umwelt- und Hygienebewusstsein. Das Umfeld des Weddinger Krematoriums wurde 1828 als erster kommunaler Friedhof angelegt. Das Herzstück des Gebäudes ist die 17m hohe achteckige Trauerhalle. Komplettiert wird das Ensemble durch die angrenzende Flügelanlage, die den ebenfalls achteckigen Innenhof umschließt. Nachdem das Krematorium 1997 noch unterirdisch vergrößert wurde, ließ die Stadt es bereits 2002 schließen und im Jahr 2013 begannen – in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt - die Umbau- und Renovierungsarbeiten zum silent green Kulturquartier.
Geschichte lesen
Der neben dem Silent Green gelegene Urnenfriedhof ist heute eine Oase der Ruhe und Erholung. Hier finden sich Familiengräber russischer Exilanten ebenso, wie das Grab des preußischen Innenministers zu Zeiten der Weimarer Verfassung - Siegfried Ochs oder das Grabmal der Bankiersfamilie Gutmann. Eugen Gutmann gründete die Dresdner Bank. Im Krematorium Wedding wurde das erste Opfer der Berliner Mauer - Ida Siekmann - eingeäschert.
Noch mehr interessante Orte im Wedding
An der Stelle, an der Ida Siekmann rund eine Woche nach Abriegelung der Grenze zu Ost-Berlin versuchte, sich aus dem Haus in der Bernauer Straße auf den zu West-Berlin gehörenden Bürgersteig abzuseilen und abstürzte, befindet sich eine Gedenkplatte. Weitere interessante Orte im Wedding:
- Kunst in den Gerichtshöfen
- Prime Time Theater
- Ex-Rotaprint
- Berliner Unterwelten
Joggen, Bouldern, Frisbee oder Beachvolleyball spielen? Oder einfach auf der Wiese lümmeln und grillen? Der Berliner Sommer spielt im Volkspark Friedrichshain. Denn hier hat er jede Menge Platz, zum Austoben und Entspannen.
Freizeit bis weit nach Sonnenuntergang
Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen ganzen Tag Zeit im Volkspark Friedrichshain: Sie könnten morgens mit den Joggern und Inlineskatern eine Runde drehen – über den Trimm-Dich-Pfad und den großen Bunkerberg hinauf. Sie könnten sich ein gutes Buch mitnehmen und lesen, während Ihre Beine im Märchenbrunnen baumeln. Sie treffen Freunde auf eine Partie Beachvolleyball in der Nachmittagssonne und trinken danach einen Kaffee im Schönbrunn. Vielleicht haben Sie noch Lust auf Bouldern am Kletterfelsen? Oder sie packen Ihren Picknickkorb und grillen auf der weiten Wiese. Und wenn es langsam dunkel wird, gehen die Scheinwerfer im Freiluftkino an und Sie genießen in einer lauen Sommernacht Blockbuster oder Filmklassiker.
Bei so einem großen Freizeitangebot ist es kein Wunder, dass Groß und Klein im Volkspark Friedrichshain aufblühen. Auf den vielen Spielplätzen dürfen Kinder richtig toben. Verliebte Paare blicken im Sonnenuntergang vom Mont Klamott auf den Fernsehturm. Auf 49 Hektar Grün findet jeder seinen Lieblingsplatz.
Berlins erste kommunale Grünanlage
Schon seit 1846 finden die Berliner im Volkspark Friedrichshain Erholung. Die Idee zum Park stammt von Peter Joseph Lenné. Es soll die erste kommunale Grünanlage Berlins sein. Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es außer dem Tiergarten keinen einzigen öffentlichen Park in der Stadt. So entsteht 1846 der erste Volkspark, der seitdem immer wieder erweitert und erneuert wird. Nach und nach kommen weitere Areale hinzu: Der Märchenbrunnen mit seinen zehn Figuren nach den Erzählungen der Gebrüder Grimm wird 1913 fertig gestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden zwei Bunker gesprengt und mit Bauschutt verfüllt. Heute sind die Bunkerberge begrünt und bieten eine Aussicht auf Friedrichshain und Prenzlauer Berg. 1950 entsteht die Freilichtbühne, die im Sommer als Open-Air-Kino dient.
Geschichte nebenbei: Denkmäler im Volkspark Friedrichshain
An Ihrem Sommertag im Park werden Sie übrigens auf eine Reihe Denkmäler und Skulpturen stoßen. Im Volkspark befindet sich der Friedhof der Märzgefallenen. Fast 200 zivile Opfer der Berliner Barrikadenkämpfe der Märzrevolution von 1848 sind hier zur letzten Ruhe gebettet. Nach der Novemberrevolution 1918 werden die Gefallenen ebenfalls auf dem Areal beigesetzt. 1968 entsteht nicht unweit davon die Gedenkstätte der 3.000 Interbrigadisten des Spanischen Bürgerkriegs. Seit 1972 erinnert ein Denkmal an den gemeinsamen Kampf polnischer Soldaten und deutscher Antifaschisten. Eine Friedensglocke und eine Bronzebüste von Friedrich II. schmücken die Grünanlage. Damit ist der Park nicht nur Erholungs-, sondern authentischer Ort Berliner Geschichte.
Samariterkiez
Der Friedrichshainer Norden beherbergt den beliebten Samariterkiez mit vielen Cafés und Bars und die gleichnamige Samariterkirche. Studenten und junge Familien haben in den letzten Jahren diesen charmanten Kiez mit seinen Altbauten und kleinen Läden für sich entdeckt.
Mehr über Berlins Kieze verrät Ihnen unsere Going Local Berlin Karte.
| Kantine: | |
| Mo. - So. | 12.00 - 18.00 |