SchwuZ Berlin
Das queere Herz der Hauptstadt feiert sein Comeback
Kaum ein Ort steht so sehr für die Entwicklung der queeren Szene in Berlin wie das SchwuZ. Seit den späten 1970er-Jahren war das „SchwulenZentrum“ Treffpunkt, Tanzfläche, Kulturraum und politisches Sprachrohr zugleich. Nach der Insolvenz und Schließung des Standorts in Neukölln beginnt 2026 ein neues Kapitel: Das SchwuZ lebt weiter - mit Partys, Konzerten und Community-Events an wechselnden Orten in Berlin.
Ein Ort, der die Berliner LGBTQ+-Geschichte geprägt hat
Das SchwuZ – kurz für „SchwulenZentrum“ – wurde 1977 gegründet und gilt als Deutschlands ältester queerer Club. Entstanden aus der Homosexuellen Aktion Westberlin (HAW), entwickelte sich das SchwuZ schnell zu einem der wichtigsten Treffpunkte der LGBTQ+-Community in Berlin.
Anders als viele damalige Szenelokale verstand sich das SchwuZ von Anfang an als offener, politischer und kultureller Raum. Das Motto „Raus aus den Klappen, rein in die Straße“, inspiriert durch Rosa von Praunheims Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", prägte die frühen Jahre.
Über Jahrzehnte hinweg wurde das SchwuZ weit mehr als nur ein Club: Es war Bühne für Konzerte, Heimat von Subkultur, Ort für Proteste, Lesungen und queere Selbstermächtigung.
Kommen Sie in unserem Podcast Berlin Unboxed mit auf eine Tour durch die ehemaligen Räumlichkeiten auf dem KINDL-Gelände in Neuköllns Rollbergstraße:
Beschreibung
Das Video gehört zur Folge „SchwuZ & queer“ von dem Podcast Berlin Unboxed, den visitBerlin betreibt. Der Podcast stellt queere Clubs in Berlin vor. In dem Video ist ein Standbild von einer Künstlerin und Zuschauer:innen in einem Club zu sehen sowie das visitBerlin Logo im linken unterem Eck. Die Untertitel des Videos können im YouTube Player unter Einstellungen an- und ausgeschaltet werden. Für eine Transkription sollte das Video direkt auf YouTube angeschaut werden.
Was Sie heute erwartet
Auch nach der Schließung des festen Standorts an der Rollbergstraße bleibt das SchwuZ Teil des Berliner Nachtlebens. Seit Mai 2026 organisiert der Trägerverein wieder regelmäßig Partys und Veranstaltungen an wechselnden Orten.
Der Auftakt des Neustarts wurde im traditionsreichen Metropol am Nollendorfplatz gefeiert, also mitten im historischen queeren Zentrum Berlins. Weitere Veranstaltungen sollen folgen, darunter natürlich viele Partys, aber auch Konzerte und Drag-Performances, Communtiy-Events und Kultur- und Diskussionsformate. Damit bleibt das SchwuZ ein Ort der Begegnung für die Berliner LGBTQ+-Community und internationale Gäste.
Von der Studentenbewegung zum Kultclub
Die Wurzeln des SchwuZ reichen zurück in die politische Aufbruchsstimmung der 1970er-Jahre. In der HAW engagierten sich Aktivisten für die Abschaffung des damaligen Paragraphen 175 und für gesellschaftliche Sichtbarkeit homosexueller Menschen.
1977 entstand schließlich das SchwuZ in einer Fabriketage in Schöneberg. Schnell entwickelte sich der Club zum Kristallisationspunkt der queeren Szene.
Hier wurden nicht nur Partys gefeiert – auch der erste Berliner Christopher Street Day 1979 wurde maßgeblich aus dem Umfeld des SchwuZ organisiert.
Künstler, Kultur und Subkultur
Im Laufe der Jahrzehnte traten zahlreiche internationale Künstler:innen im SchwuZ auf, darunter: Blondie, Boy George, Erasure oder Rick Astley. Auch Berliner Kulturprojekte wie die Siegessäule, Rosenstolz oder Die Tödliche Doris waren eng mit dem SchwuZ verbunden.
Die Jahre in Neukölln
2013 zog das SchwuZ in die ehemalige Kindl-Brauerei in der Rollbergstraße in Neukölln. Die größeren Räume machten den Club zu einem der bedeutendsten queeren Veranstaltungsorte Europas.
Doch steigende Kosten und wirtschaftliche Schwierigkeiten führten 2025 zur Insolvenz. Der Club musste am 1. November 2025 schließen.
2026 folgt nun der Neustart als flexible Veranstaltungsreihe – mit dem langfristigen Ziel, wieder ein dauerhaftes queeres Zuhause in Berlin zu schaffen.
Das macht das SchwuZ besonders
- Deutschlands ältester queerer Club
- Historischer Treffpunkt der Berliner LGBTQ+-Community
- Mischung aus Club, Kulturzentrum und politischem Raum
- Legendäre Drag- und Pop-Partys
- Enge Verbindung zur Berliner Subkulturgeschichte
- Community-getragener Neustart nach der Insolvenz
Weitere queere Orte in Berlin
Die Veranstaltungen des SchwuZ finden aktuell an wechselnden Orten statt. Wenn Sie tiefer in die Szene eintauchen möchtet, lohnt sich aber bestimmt ein Besuch rund um den Nollendorfplatz in Schöneberg, am besten mit einer KiezTour, bei der Sie von einer echten Berliner Drag-Queen in die Szene eingeführt werden.
Auch Neukölln bleibt eng mit der jüngeren Geschichte des SchwuZ verbunden – insbesondere der Schillerkiez und das ehemalige Kindl-Areal. Wenn Sie noch mehr über Berlins queere Szene erfahren möchten, gehen Sie doch mal in Berlins Regenbogenkiezen auf Entdeckungstour.
FAQ
Warum musste das SchwuZ schließen?
Das SchwuZ geriet ab 2023 zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Nach einem gescheiterten Rettungsversuch meldete der Trägerverein 2025 Insolvenz an.
Gibt es das SchwuZ weiterhin?
Ja. Seit 2026 organisiert der Verein wieder Partys und Veranstaltungen an wechselnden Orten in Berlin.
Wird es wieder einen festen Clubstandort geben?
Langfristig plant der Verein, neue permanente Räumlichkeiten für das SchwuZ zu finden.


