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Gedenkstätte Plötzensee

Ort des stillen Erinnerns

Bedrückend still ist es in der Gedenkstätte Plötzensee. Fast 3.000 Menschen werden in der NS-Zeit hier hingerichtet. Zeit, sich zu erinnern.

Nur wenig Licht fällt durch die Rundbogenfenster in den Raum. Die Wände sind grau und nackt. Ein schwerer, dunkler Balken ist unter der Decke angebracht. Fünf Haken im Abstand von je einem Meter sind an ihm befestigt. Sie lassen erahnen, was hier in Plötzensee zwischen 1933 und 1945 geschehen ist.

Die Gedenkstätte Plötzensee ist ein Ort des stillen Gedenkens. Denn zur Zeit des Nationalsozialismus werden beinahe 3.000 Menschen aus dem In- und Ausland nach Unrechtsurteilen an dieser Stelle hingerichtet.

Das Gefängnis Plötzensee

Das Gefängnis Plötzensee wird von 1868 bis 1879 auf einem Gelände des Gutsbezirks Plötzensee im Tegeler Forst errichtet. Ab 1933 dient die Strafanstalt zunehmend als Untersuchungsgefängnis und zentrale Hinrichtungsstätte für politische Gefangene. Viele der Inhaftierten werden von Sondergerichten, von den politischen Strafsenaten des Kammergerichts und vom 1934 errichteten Volksgerichtshof verurteilt.

Zwischen 1933 und 1945 werden im Gefängnis Plötzensee 2.891 Todesurteile vollstreckt, unter anderem an Angehörigen der Roten Kapelle, Teilnehmern des gescheiterten Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944, tschechischen Widerstandskämpfern und an Mitgliedern des Kreisauer Kreises. Fast die Hälfte der Hingerichteten stammt nicht aus Deutschland. Sie alle sterben durch die Guillotine auf dem Gefängnishof oder werden ab 1942 durch den Strang im Hinrichtungsraum ermordet.

Gedenkstätte Plötzensee

1951 richtet der Berliner Senat einen Gedenkort in Plötzensee ein, der ein Jahr später offiziell eingeweiht wird. Er erinnert an die Opfer der Hitlerdiktatur der Jahre 1933 – 1945. Der Raum, in dem die Hinrichtungen stattfanden, ist heute ein Gedenkraum. Der schwere Balkan mit den fünf Haken vermittelt den Besuchern einen beklemmenden Eindruck der damaligen Zeit und wirkt bis heute.

Im Raum nebenan dokumentiert eine Ausstellung die nationalsozialistische Justiz. Sie portraitiert einzelne Schicksale und Lebensgeschichten von politisch Verfolgten und Verurteilten unter der NS-Diktatur. Die Gedenkstätte wird getragen von der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Unweit der Gedenkstätte befindet die Paul-Hertz-Siedlung. Zu ihr gehört eine Gedächtniskirche, die von Anfang an auch das Gedenken an die Opfer von Plötzensee aufnehmen soll. Für die künstlerische Ausgestaltung wird der Künstler Alfred Hrdlicka gewonnen. Hrdlicka schafft 12 Tafeln, die den Mord und das Sterben in Plötzensee in einem Totentanz aufnehmen.

 

Öffnungszeiten (Zusatzinfos)
Mär - Okt 10.00 - 17.00 Uhr täglich
Nov - Feb 9.00 - 16.00 Uhr täglich