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Workshop von Orhun Mersin alias Kekik.

Während sich KI immer stärker in den Alltag integriert, gewinnen ihre ausschließenden Mechanismen zunehmend an Tragweite. Da technische Standards heute bestimmen, was überhaupt möglich ist, erfordert das Entwerfen alternativer Zukünfte die Entwicklung neuer Formen der Auseinandersetzung mit diesen Standards.

Der Workshop gewährt Einblicke in Orhuns künstlerische Praxis an der Schnittstelle zwischen dieser kritischen Auseinandersetzung mit KI und Drag. Anstatt KI lediglich als „neutrales Werkzeug“ zu betrachten, begreift Orhun sie als performatives Instrument und behandelt Systeme wie Deepfakes, Stimmkloning und Lipsync-Animationen als „Drag-Technologien“ –

Technologien, die sich durch ihr eigenes Versagen gegen sich selbst wenden lassen. Der praktische Teil konzentriert sich auf den Einsatz dieser Technologien, um alte türkische Filme – insbesondere aus der Yeşilçam-Ära – sowie andere diasporische Medien auf neue, queere Weise neu zu interpretieren; dabei wird reflektiert, an welchen Stellen die zugrundeliegenden Modelle versagen und welche Ideologien durch dieses Versagen offengelegt werden.

Durch künstlerische Praxis und „queer-iose“ Erkundungen zielt der Workshop darauf ab, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was Menschen eigentlich unter „Künstlicher Intelligenz“ verstehen, sowie für die philosophischen Implikationen, die mit der Nutzung dieser Systeme einhergehen.

Orhun Mersin alias Kekik ist ein in Izmir geborener, in Berlin lebender transdisziplinärer Forscher und Künstler, der an der Schnittstelle von Wissenschaft, Ausstellungsbetrieb, Nachtleben und Theater arbeitet. Mit einer Ausbildung als zeitgenössischer Tänzer und einem Bachelor-Abschluss in Informatik war Orhun Teil der Forschungsplattform „New Practice in Art and Technology“ an der TU Berlin und der UdK Berlin.

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