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Ausstellung "Alles über Anne" im Anne Frank Zentrum Berlin
Ausstellung "Alles über Anne" im Anne Frank Zentrum Berlin © Anne Frank Zentrum Berlin, Foto: Mandy Kloetzer

Anne Frank Zentrum

Alles über Anne

In Berlins Anne Frank Zentrum lernen Sie ein Mädchen voller Träume, Ideen und Hoffnungen kennen – im Fokus der Ausstellung steht das berühmte Tagebuch.

Bitte um Beachtung: Die derzeitigen, Covid-19-bedingten Öffnungen und Schließungen sowie die besonderen Hygieneregeln entnehmen Sie bitte der Webseite.

„Die Welt wird sich auch ohne mich weiterdrehen, und ich kann mich gegen die Ereignisse doch nicht wehren. Ich lasse es darauf ankommen und tue nichts als lernen und auf ein gutes Ende hoffen.“ Das schreibt Anne Frank am 3. Februar 1944, nur wenige Monate vor ihrer Deportation. Die Sätze sind ein Beleg für die Faszination und die Tragik der Geschichte dieses jungen Mädchens. Ihre Gedanken und Hoffnungen sind auch für junge Menschen heute noch von Bedeutung. Das greift die Ausstellung „Alles über Anne“ in einmaliger Weise auf. Es ist die einzige Ausstellung zur Geschichte des Nationalsozialismus in Berlin, die sich gezielt an Kinder, Jugendliche und Familien richtet.

Eine Ausstellung mit Atmosphäre zum Mitmachen

Ausstellung "Alles über Anne" im Anne Frank Zentrum Berlin
Ausstellung "Alles über Anne" im Anne Frank Zentrum Berlin © Anne Frank Zentrum Berlin, Foto: Gregor Zielke

Der Hof am Hackeschen Markt ist über und über von bunter Street Art bedeckt. Ein Graffiti von der jungen Anne Frank blickt Ihnen lächelnd entgegen. Direkt hier ist der Eingang zu Berlins Anne Frank Zentrum. Die Idee entsteht im Jahr 1994 zum 50. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Zuerst zeigt der Gründungsverein nur eine Wanderausstellung. Dann eröffnet vier Jahre später ein dauerhaftes Zentrum, als Partner des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Seit 2002 befindet es sich unweit des Hackeschen Marktes.

Die im November 2018 eröffnete Ausstellung »Alles über Anne« erinnert an Anne Frank. Sie ist ein Lernort zur Geschichte des Nationalsozialismus. Anne Frank ist eines der bekanntesten Opfer des Holocaust. Das jüdische Mädchen versteckte sich gemeinsam mit ihren Eltern Otto und Edith, ihrer Schwester Margot sowie vier anderen Verfolgten vor den Nationalsozialisten in einem Hinterhaus in Amsterdam. Nach 2 Jahren wurden sie entdeckt. Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an den Folgen der Lagerhaft. Nach ihrem Tod wurde ihr Tagebuch weltberühmt.
Im Eingangsbereich der Ausstellung werden häufige Fragen beantwortet. Hier wird über die Geschichte des Ortes und über die Arbeit des Anne Frank Zentrums informiert.

Die Lebensgeschichte der Anne Frank

Tagebuch der Anne Frank im Anne Frank Zentrum Berlin
Tagebuch der Anne Frank im Anne Frank Zentrum Berlin © Anne Frank Zentrum Berlin, Foto: Gregor Zielke

Ein Teil der Ausstellung widmet sich der Lebensgeschichte von Anne Frank. Er erzählt die Geschichte von Anne, ihrer Familie und ihren Freund*innen. Er erzählt auch von der Verfolgung und der Zeit im Versteck. Sechs Bereiche zeigen je einen Lebensabschnitt: Annes Kinderjahre in Deutschland (1929–1933), Annes neues Zuhause in den Niederlanden (1933–1940), Annes Leben in Gefahr (1940–1942), Annes Zeit im Versteck (1942–1944), Die letzten 6 Monate von Anne Frank (1944 – 1945) sowie Otto Franks Rückkehr und Annes Tagebuch (1945–1947). Es gibt mehrere Videos mit Zeitzeug*innen-Interviews und Tastobjekte. Die Besucher*innen können diesen Ausstellungsbereich mitgestalten: Es gibt zahlreiche Tafeln mit spannenden Detailinformationen. Besucher*innen können einzelne Tafeln hervorheben, die ihnen besonders wichtig sind.

Ausstellung "Alles über Anne" im Anne Frank Zentrum Berlin
Ausstellung "Alles über Anne" im Anne Frank Zentrum Berlin © Anne Frank Zentrum Berlin, Foto: Mandy Kloetzer

Vergangenheit und Gegenwart

Ein anderer Teil der Ausstellung bietet Verbindungen zwischen der Lebensgeschichte von Anne Frank und der Gegenwart. Denn die Beschäftigung mit Anne Franks Biografie ist ein Weg, sich mit dem Holocaust auseinanderzusetzen, die Gegenwart zu verstehen und über die Zukunft nachzudenken. Dafür gibt es wiederum sechs Bereiche: In der Bibliothek können Sie lesen und schreiben, Tagebücher von Anne und anderen Menschen kennen lernen. Auf der Bühne spielen Schulgruppen Theater und alle Besucher*innen sind zu Filmen eingeladen. In der Werkstatt können Besucher*innen zeichnen und kreativ sein. Verschiedene Formen der Erinnerung werden vorgestellt. Im Archiv wird untersucht und dokumentiert. Hier sieht man Meldungen antisemitischer Vorfälle. An den Computern können Sie dann weiter recherchieren. Und Annes Kastanienbaum fordert Sie dazu auf, Ihre eigenen Gedanken anzuheften.

Höhepunkte im Anne Frank Zentrum

  • Interaktive Stationen: Briefe an die Zukunft schreiben, Tagebücher lesen, Denkmäler entwerfen und eigene Erfahrungen mit Antisemitismus mitteilen.
  • Viele Möglichkeitenfür die Besucher*innen, die Ausstellung zu verändern und sie mit eigenen Beiträgen zu bereichern.
  • Zahlreiche Videos
  • Originalgetreue Kopie des Tagebuchs von Anne Frank
  • Babyfotos und Klassenfotos von Anne
  • PC-Station mit weiterführenden Informationen sowie Filmen
  • Inklusive Angebote: Aufzug und rollstuhlgerechte Gestaltung, Videos in DGS, Induktionsschleifen und digitale Roger-Anlage, Texte in Klarer Sprache, Bodenleitsystem, Tast-Objekte, Audiodeskription und Führungen für Blinde und sehbehinderte Menschen.

Jüdische Geschichte in der Nähe

Direkt gegenüber vom Anne Frank Zentrum finden Sie das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt. Hier beschäftigt der Kleinfabrikant Weidt einst Juden und schützt sie so vor Verfolgung. Auch der Alte Jüdische Friedhof ist durch die NS-Zeit geprägt. 1943 zerstört ihn die Gestapo, erst 2008 eröffnet die jüdische Gemeinde ihn endgültig neu. Die Stiftung Neue Synagoge beherbergt die Ausstellung „Tuet auf die Pforten“. Sie zeigt Überreste der alten Synagoge und weitere Exponate jüdischen Lebens in Berlin. In der Rosenstraße steht das Denkmal zum Frauenprotest von 1943. Es macht auf die erfolgreichen Proteste nichtjüdischer Frauen gegen die Inhaftierung ihrer jüdischen Ehemänner aufmerksam. Das Mahnmal Neue Wache erinnert an die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg. Teil der Gedenkstätte ist seit seiner Umgestaltung 1993 das Kunstwerk Mutter mit totem Sohn von Käthe Kollwitz.

Unsere Tipps zum Besuch

Das Anne Frank Zentrum erreichen Sie bequem mit der S-Bahn bis zur Station Hackescher Markt. Mit der Berlin WelcomeCard gibt es 25% Ermäßigung auf den Eintritt. Der Museumspass Berlin bringt Sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen umsonst in dieses und weitere 50 Museen.

Infos für Familien und Kinder

Regelmäßig können Sie an speziellen Familienführungen teilnehmen. Für Kinder gibt es ein Entdeckungsheft mit Quiz, inklusive Preis am Ende.

Infos für Schulklassen

Von Ausstellungsbegleitungen über Projekttage bis hin zu Unterrichtsmaterialien gibt es eine Menge Angebote für Schulklassen und Lehrer. Einzelheiten entnehmen Sie der Webseite des Anne Frank Zentrums.

 

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 – 18:00
Mittwoch 10:00 – 18:00
Donnerstag 10:00 – 18:00
Freitag 10:00 – 18:00
Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 10:00 – 18:00