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Anne-Frank-Zentrum
Anne-Frank-Zentrum in Berlin © Anne Frank Zentrum Berlin, Foto: Mandy Kloetzer

Anne Frank Zentrum

Zwischen damals und heute

„Die Welt wird sich auch ohne mich weiterdrehen, und ich kann mich gegen die Ereignisse doch nicht wehren. Ich lasse es darauf ankommen und tue nichts als lernen und auf ein gutes Ende hoffen.“ Das schreibt Anne Frank am 3. Februar 1944, nur wenige Monate vor ihrer Deportation. Die Sätze sind ein Beleg für die Faszination und die Tragik der Geschichte dieses jungen Mädchens. Ihre Gedanken und Hoffnungen sind auch für junge Menschen heute noch von Bedeutung. Das greift die Ausstellung „Anne Frank. hier & heute“ in einmaliger Weise auf – Zielgruppe sind in erster Linie Jugendliche.

Eine Ausstellung mit Atmosphäre

Der Hof am Hackeschen Markt ist über und über von bunter Street Art bedeckt. Ein Graffiti von der jungen Anne Frank blickt Ihnen lächelnd entgegen. Direkt hier ist der Eingang zu Berlins Anne Frank Zentrum. Die Idee entsteht im Jahr 1994 zum 50. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Zuerst zeigt der Gründungsverein nur eine Wanderausstellung. Dann eröffnet vier Jahre später ein dauerhaftes Zentrum, als Partner des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Seit 2002 befindet es sich unweit des Hackeschen Marktes. Sie starten Ihren Rundgang in einer Art Zeittunnel. Links die Stationen im Leben der Anne Frank, beginnend mit ihrer Geburt im Jahr 1929. Rechts parallel dazu die Ereignisse der NS-Zeit. So ergibt sich ein klug aufbereitetes Bild darüber, wie das junge Mädchen von den Umständen ihrer Zeit erfasst wird. Danach erreichen Sie Computer- und Audiostationen mit detaillierten Infos über das Versteck der Familie Frank in Amsterdam. Das originale Tagebuch finden Sie übrigens im Anne Frank Haus in Amsterdam – zeitweise aber auch als Leihgabe im Berliner Zentrum. Weiter geht es mit dem Bezug zu Heute. In kleinen Zelten und an Stelen zeigt das Museum mehrere Porträtfilme Berliner Jugendlicher. Sie sprechen persönlich über Identität und Zukunftsträume. Und über Diskriminierung und Zivilcourage in Zeiten internationaler Kriege. Immer steht eine andere Stimme in den weit gefassten Stationen im Mittelpunkt. So bleibt viel Raum für die Besucher zum eigenen Reflektieren.

Höhepunkte im Anne Frank Zentrum

  • Schautafel mit den verschiedenen Fassungen der Tagebücher
  • detaillierte Fotos vom Versteck der Familie in der Prinsengracht 263
  • Schaukasten zu Opekta, Otto Franks Firma für Geliermittel
  • Babyfotos und Klassenfotos von Anne
  • Vorführraum für Filme, Vorträge und Gespräche

 

Jüdische Geschichte in der Nähe

Direkt gegenüber vom Anne Frank Zentrum finden Sie das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt. Hier beschäftigt der Kleinfabrikant Weidt einst Juden und schützt sie so vor Verfolgung. Auch der Alte Jüdische Friedhof ist durch die NS-Zeit geprägt. 1943 zerstört ihn die Gestapo, erst 2008 eröffnet die jüdische Gemeinde ihn endgültig neu. Die Stiftung Neue Synagoge beherbergt die Ausstellung „Tuet auf die Pforten“. Sie zeigt Überreste der alten Synagoge und weitere Exponate jüdischen Lebens in Berlin. In der Rosenstraße steht das Denkmal zum Frauenprotest von 1943. Es macht auf die erfolgreichen Proteste nichtjüdischer Frauen gegen die Inhaftierung ihrer jüdischen Ehemänner aufmerksam. Das Mahnmal Neue Wache erinnert an die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg. Teil der Gedenkstätte ist seit seiner Umgestaltung 1993 das Kunstwerk Mutter mit totem Sohn von Käthe Kollwitz.

Unsere Tipps zum Besuch

Das Anne Frank Zentrum erreichen Sie bequem mit der S-Bahn bis zur Station Hackescher Markt. Mit der Berlin WelcomeCard gibt es 25% Ermäßigung auf den Eintritt. Der Museumspass Berlin bringt Sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen umsonst in dieses und weitere 50 Museen.

Infos für Familien und Kinder

Regelmäßig können Sie an speziellen Familienführungen teilnehmen. Für Kinder gibt es ein Entdeckungsheft mit Quiz, inklusive Preis am Ende.

Infos für Schulklassen

Von Ausstellungsbegleitungen über Projekttage bis hin zu Unterrichtsmaterialien gibt es eine Menge Angebote für Schulklassen und Lehrer. Einzelheiten entnehmen Sie der Webseite des Anne Frank Zentrums.

 

Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 – 18:00
Mittwoch 10:00 – 18:00
Donnerstag 10:00 – 18:00
Freitag 10:00 – 18:00
Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 10:00 – 18:00

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