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T4 Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde
T4 - Gedenk- und Informationsort © Stiftung Denkmal, Foto: Marko Priske

T4 - Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Morde

Gegen das Vergessen an die "Euthanasie"-Morde des NS-Regimes

Der Gedenk- und Informationsort T4 befindet sich dort, wo das Dritte Reich in Berlin die "Euthanasie"-Morde plant. Eine blaue Glaswand erinnert an die Opfer.

Bitte um Beachtung: Die derzeitigen, Covid-19-bedingten Öffnungs- und Schließzeiten sowie die besonderen Hygieneregeln entnehmen Sie bitte der Webseite.

Am Rande des Berliner Tiergartens erinnert der Gedenk- und Informationsort an die T4-Aktion der Nationalsozialisten. Unter freiem Himmel blicken Sie auf die verbrecherischen Taten der Nationalsozialisten zurück – genauer auf die "Euthanasie"- Morde. Zunächst fällt der Blick auf eine blaue Glaswand. Die noch durchlässige Wand versucht symbloisch, die Isolation der Opfer dar zu stellen. Informationstafeln erzählen von den schrecklichen Details des Euthanasieprogramms. Am Informationspult können Sie außerdem Videos und Tonmitschnitte von damals aufrufen. Diese vermitteln authentisch die Brutalität des Verbrechens.

Spätes Gedenken: Aufarbeitung der "Euthanasie"-Massenmorde

Als Aktion T4 geht eines der schrecklichsten Verbrechen der Nationalsozialisten in die Geschichte ein. Das Regime lässt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als 70.000 geistig und körperlich behinderte Menschen töten. Die Dunkelziffer liegt bei Weitem höher. Für die Organisation der Morde ist die Zentraldienststelle T4 in der Hausnummer 4 der Tiergartenstraße verantwortlich. An jenem Ort erinnert seit 2014 die Gedenk- und Informationsstätte an die Euthanasiegesetze im Dritten Reich. Im Schatten der golden glänzenden Scharoun-Bauten am Kulturforum fällt die 24 Meter lange blaue Glaswand sofort ins Auge. Ihre Transparenz hebt sich von dem Grau des betonierten Platzes ab. Die Farbe des Memorials selbst symbolisiert den Himmel und gedenkt der Opfer dieses Massenmordes. Auch das Material der Glaswand ist bewusst gewählt. Es ist nur mit Blicken durchdringbar. Anschaulich zeigt die Installation wie schnell Mitmenschen, obwohl sichtbar, ausgegrenzt werden können. Die "Euthanesie"-Morde erhalten an einem multimedialen Pult hohe Aufmerksamkeit. Originaldokumente gewähren seltene Einblicke in das Euthanasieprogramm mit seiner gesamten Abscheulichkeit und bürokratischen Akribie. Speziell Tonaufnahmen, Videos und ergreifende Zeitzeugenberichte machen die Leiden der körperlich und geistig benachteiligten Menschen im Dritten Reich deutlich. Die einfach geschriebenen Texte richten sich dabei an ein breites Publikum, ganz bewusst auch an Blinde und körperlich Behinderte. Ziel ist es, den "Euthanasie"-Morden eine größere Öffentlichkeit zu verschaffen.

Kurz zusammengefasst: Das erwartet Sie am Gedenk- und Informationsort

  • Pult mit Textinformationen zum T4-Programm
  • Filmaufnahmen zum Thema Euthanasie im Dritten Reich – multimedial auswählbar
  • Tondokumente, unter anderem mit Zeitzeugenberichten
  • barrierefreier Zugang und leicht verständliche Texte

Erinnerung an das NS-Regime im Berliner Tiergarten: die weiteren Opfer des Dritten Reichs

Im Tiergarten und somit nur wenige Minuten vom T4-Gedenkort entfernt erinnert und ehrt ein Denkmal an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Es umfasst einen etwa 3,60 Meter hohen Betonquader direkt gegenüber vom Denkmal für die ermordeten Juden Europas. In die Wände eingefasst, zeigen Videobildschirme, als Zeichen gegen Intoleranz, eine Kuss-Szene in einer Endlosschleife.
Gehen Sie weiter in Richtung Reichstag, so finden Sie das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Es gedenkt seit 2012 den etwa 500.000 Opfern. Der von Dani Karavan entworfene Gedenkort besteht aus einem kreisrunden Wasserbecken und einem Dreieck in dessen Mitte. Am Rande des Brunnens befinden sich ein Steinteppich und eine Informationswand zum Thema. Passend dazu im Hintergrund: die Melodie Mare Manuschenge von Romeo Franz. Auf den Steinen sind die Namen der Konzentrationslager zu lesen.

Unsere Tipps für Ihren Besuch

Mit den S- und U-Bahn-Linien U2, S1, S2 und S25 fahren Sie zum Potsdamer Platz. Von hier aus benötigen Sie zu Fuß etwa zehn Minuten zum Gedenk- und Informationsort T4. Alternativ fahren Sie mit den Buslinien 200 oder M41 direkt zur Haltestelle Philharmonie. Diese liegt weniger als 100 Meter von dem Mahnmal entfernt. Die Anlage ist Tag und Nacht zugänglich und für alle Besucher kostenfrei. Alle Informationen stehen Ihnen auch in Gebärdenstraße auf dem Multimediapult zur Verfügung.

 

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